Was die Weisse Rose tat

9. November 2006

Eine Pressemitteilung, die erzählt, welche Geschichten nach der Handlung unseres Stückes passieren und die man wissen sollte:
KJT spielt und singt Eigenproduktion
Wie zwei Ulmer dazu kamen, gegen die nationalsozialistische Diktatur Widerstand zu leisten.

Gestapo im HausAm 18. November um 19 Uhr gibt es im Pfarrheim Thannhausen eine Uraufführung. „Fangt uns doch“ heißt das Theaterstück der KJT, das die unbekannte Vorgeschichte zweier Schwaben erzählt, die ihren Widerstand gegen das NS-System bewundernswert standhaft mit dem Leben bezahlt haben. Hans und Sophie Scholl wuchsen in Ulm auf und waren später Mitglieder der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“.

Die Geschichte, die man zu unserem Stück wissen sollte, ist die folgende (Vgl. http://weisse-rose-stiftung.de):
Nach den Erfahrungen an der Front und den Berichten von Freunden über Massenmorde in Polen und Rußland genügen einigen befreundeten Münchner Studenten Lesen und Diskutieren allein nicht mehr. Im Juni 1942 handeln Alexander Schmorell und Hans Scholl. Sie verfassen, vervielfältigen und versenden die vier „Flugblätter der Weißen Rose“.

Ende Juli 1942 muß die Gruppe während der Semesterferien zum Kriegseinsatz an die Ostfront. Im Spätherbst kehren die Studenten von der russischen Front zurück und nehmen ihre Widerstandstätigkeit wieder auf. Ihr 5. Flugblatt „Aufruf an alle Deutsche!“ erscheint.

Ende Januar 1943 bricht der Kampf um Stalingrad zusammen. Etwa 230.000 Soldaten waren allein auf deutscher Seite gefallen; über 1.000.000 Menschen starben auf russischer Seite. Stalingrad wird der Auftakt zum verstärkten Widerstand in den besetzten europäischen Ländern. Die deutsche Bevölkerung ist durch diese erste große Niederlage verunsichert. Für die Teilnehmer der Weißen Rose wird dies der Anstoß zu ihrem letzten Flugblatt „Kommilitoninnen! Kommilitionen!“ In anderen Städten arbeiten Freunde in kleinen Gruppen, verteilen Flugblätter, halten Kontakt.

Brief Hans an Sophie„Nieder mit Hitler“ und „Freiheit“ steht am 3., 8. und 15. Februar an den Mauern der Universität und anderer Gebäude in München. Alexander Schmorell, Hans Scholl und Willi Graf haben die Parolen nachts mit Teerfarbe angeschrieben. Die Häftlinge in Dachau hörten, wie sie nach dem Krieg berichten, von diesen „Stimmen der Freiheit“ und konnten kaum glauben, daß sie von jungen Deutschen kamen. Doch bald darauf wird die Widerstandsgruppe von der Gestapo entdeckt. Christl Probst, Hans und Sophie Scholl werden am 22.Februar 1943 vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt, das Urteil wird sofort vollstreckt.

Ca. 40 junge Leute ab 14 Jahre erzählen in ihrem Theaterstück, wie es zu all diesem Widerstand kommen konnte, in einer Zeit, die von Hitlerjugend, Gestapo, Krieg und doch einigen wunderbar aufmerksamen Zeitgenossen bestimmt war.
Das Stück bereichern 8 selbst geschriebene Lieder. Karten zu 7 € (ermäßigt 4 €) für die Uraufführung und drei weitere Aufführungen (Samstag, 18. und 25. November je um 19 Uhr, am Sonntag, 19. November um 14 Uhr und am Sonntag, 26. November um 16:30 Uhr) gibt es bei Frau Gertraud Rugel, Röschstr. 3, Tel. 08281/4852, täglich zwischen 18 und 20 Uhr und an der Abendkasse.

One Response to “Was die Weisse Rose tat”


  1. [...] Unter der Kategorie “Inhalt” findet sich ein einführender Presseartikel (erschienen im Hoi’garta) und eine weitere Inhaltsangabe aus der Perspektive der Teufel. Es war mir ein Spaß, dass in der neuen Inhaltsangabe das Wort “Teufel” gar nicht vorkommt. Auf seine Art einführend ist auch mein Artikel zum Stücktitel. Eine weitere Pressemitteilung erzählt die Widerstandsaktivitäten der Weißen Rose. Nur weil damals Flugblätter verschickt und Hauswände angeschmiert wurden, interessiert uns die Vorgeschichte von Hans und Sophie Scholl überhaupt. [...]


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