Wie mutig sein?

28. März 2012

“Mut ist” – das Motto auf mehreren Misereorplakaten war Motto eines kreativen Abends der KJT.

Wir experimentierten mit längerer Belichtungszeit bei Fotos. Die dargestellte Szene: der Teufel inszeniert seine düstere Macht.

Der Satan, der Durcheinanderwerfer, hat mehrere dunkle Gestalten mit sich, die man nur verschwommen erkennt. Was er erkennen lässt, ist seine Befehlsgewalt. Er trägt den roten Mantel des römischen Imperators und nimmt eine Herrscherpose ein.

Jesus im Vordergrund versucht seine innere Ruhe zu bewahren, seinen Mut zusammenzunehmen, auf das was kommt, eine angemessene Antwort zu finden. Er kann seine Gedanken klar halten, zumindest, solange er sich nicht umdreht. Seine Bewegung würde ihn von der Unruhe anstecken.

Auch die Kerze vor ihm bleibt ruhig. Auf ihr ist die Urkraft des Lichts, die Sonne abgebildet. Die tatsächliche Lage ist anders, als es der düstere Imperator im Hintergrund vermuten lässt: das, was die Menschen Macht nennen, die Herrschergewalt, ist nichts gegen die “Macht”, die es jeden Morgen hell werden lässt. Das helle Gewand Jesu deutet auf seinen Ursprung, sein Zuhausesein bei Gott. Es erinnert an die Stimme, die er hörte: Du bist mein lieber Sohn, mir gefällt, was du tust.

Die Umgebung ist ein ganz alltäglicher Raum. Manchmal hell, manchmal dunkel. Der Mensch sitzt darin, zwischen dem Chaos und dem “Es werde Licht”. Wie wird es sein, wenn er aufsteht und ins Freie unter andere Menschen tritt?

Rezension zur Premiere von “Land in Sicht”

Wir sind der Meinung das war“ – „Spitze“. Mit einem spontanen „Satz in die Luft“ à la Hans Rosenthals legendärer Dalli-Dalli Show verabschiedete das Publikum die über 50 Darsteller im KJT-Theater „Land in Sicht“. Unter der Regie von Sebastian Lober und Georg Rugel hatten sie dem ausverkauften Haus im Pfarrsaal Thannhausen bei der Premiere am Freitag einen fulminanten Abend bereitet. Mit Singgruppe und Kinderchor hatten sie eine flotte Geschichte erzählt, die die Zeit, in der wilde Seeräuber die Meere unsicher machten, mit dem Hier und Heute verbindet. Den Rest des Beitrags lesen »

Kampf der Piraten

13. April 2010

Zunächst ein Angriff der Piraten

Den Blogger erreichen Fotos von der Hauptprobe von “Land in Sicht”, die er seinen werten Lesern nicht vorenthalten will. Bin gespannt auf die Premiere am Freitag Den Rest des Beitrags lesen »

Piraten auf Zeitreise

9. April 2010

Für das aktuelle Theaterstück der KJT “Land in Sicht”Ort: Pfarrheim Thannhausen läuft der Countdown,  am Freitag, 16.4.2010 ist Premiere.  Hier eine Pressemitteilung mit allen notwendigen Informationen:

Die Jugendarbeit der KJT (Katholischen Jugend Thannhausen) lebt von Events wie einem Zeltlager. Ein Zeltlager wiederum lebt von den erlebten und erzählten Geschichten, die die Phantasie in ganz andere Zeiten treiben lassen. Beides verbindet das Theaterstück, das die KJT am Wochenende (16.-18. April) im Pfarrsaal Thannhausen präsentiert. In “Land in Sicht” stranden 8 wilde Piraten aus dem 18. Jahrhundert plötzlich auf einem zeitgenössischen Jugendlager. Die Komplikationen dieser Zeitreise ergeben ein abenteuerliches und fröhliches Bühnenstück.

Das Theaterprojekt ist diesmal ein Spiel für die ganze Familie. Martin Winklbauer hat es für das Freilufttheater “Waldbühne” in Halsbach bei Altötting 2005 geschrieben und zwei Jahre später wieder aufgenommen. Zur KJT-Bearbeitung der Regisseure Sebastian Lober und Georg Rugel wurde die Musik vollkommen neu von Jürgen Steber komponiert. Singgruppe und Kinderchor haben im Theaterstück ihre Auftritte, so dass am Ende über 50 Kinder und Jugendliche bei “Land in Sicht” dabei sind.

Premiere ist am Freitag, 16. April 19 Uhr. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 17. April 16:30 Uhr und am Sonntag, 18. April 15:30 Uhr. Karten zu 6 € und 4 € (Familienkarte 14 €) können täglich von 18 bis 20 Uhr (Tel. 08281/ 4852) bei Gertraud Rugel, Röschstr. 3, und an der Abendkasse erworben werden.

Land in Sicht

9. März 2010

Das betrifft nicht nur die Dissertation des Stadtstreichers (auch wenn der noch durch die Stadt streicht) sondern vor allem das KJT-Theater 2010 und sein Stück mit jenem Titel. In fangtunsdoch-Sprache: Hans Scholl hat sich mit einem alten Soldatenkollegen von der Ostfront zusammengetan und ein Schiff angeheuert.  Sie haben wirklich eine Riesenbesatzung, obwohl der Schiffsbauer und sein Team das Gefährt noch nicht kalfatert haben. Trotzdem üben alle schon auf den Ernstfall, alle bis auf die zwei Redersleute sind Piraten. Für Fans: ein Kinder- und Jugendstück, wieder mit Musik (ebenfalls von einem Kollegen von der Ostfront), Aufführungen 16. – 18. April im Pfarrsaal Thannhausen. Den Rest des Beitrags lesen »

Bin heute sehr dankbar, den Leipzigern, für ihr mutiges Beten und Demonstrieren heute vor 20 Jahren. Werde auch die Nobelpreisträgerin von gestern, Herta Müller, einmal lesen, die angeblich so genau den Diktatoren dieser Welt auf die Finger schaut – und indirekt das hohe Lied der Freiheit singt.  Dieses Lied sei mit Reiner Kunze (aus einem Interview in Jahr 1991) angestimmt

[Interviewfrage] Haben Sie den Eindruck, dass die Menschen im Osten Deutschlands von der Freiheit, die jetzt gekommen ist, enttäuscht sind? Von der Freiheit, die sie so stürmisch wollten und nach der sie aus einer so tiefen Überzeugung heraus verlangten?

[Kunze] Diejenigen, die in diesem politischen System nahezu erstickt sind, werden die Freiheit stets als den Wert empfinden. Aber hat denn die Mehrheit der Menschen tatsächlich die Freiheit gewollt? Die Menschen in der DDR haben nicht wissen können, was das ist, die Freiheit zu wollen.  Sie haben geglaubt – nicht alle, ich weiß -, Freiheit sei etwas, das man ohne Gegenleistung erhalten kann. Sie haben eine Freiheit ohne Risiko erwartet. Eine Freiheit, die man, wie soll ich sagen, abheben kann bei Bedarf. Eine verwaltete Freiheit. Eine bequeme Freiheit. Da kann ich nur sagen: Nichts ist unbequemer als die Freiheit. Aber auch nichts ist begehrenswerter. Den Rest des Beitrags lesen »

Kränkungen

15. Mai 2009

… bin irgendwie gekränkt, dass ich damit rechnen muss, dass ich die nächsten Jahre nicht zum Theatermachen kommen werden. Unangenehm, dass man eine solche Eigenschaft hat und sie an sich selber feststellen muss. (Zum Glück denk ich das nur manchmal.)

Es hilft das doch auch Erfüllende, was ich im Moment tue und vielleicht ein bischen Dialektik. Weiß nicht, ob der Begriff der Menschenwürde, der in der Bundesdeutschen Verfassung,  so wichtig ist, auch den Widerständlern so zentral war. (Bin diesbezüglich gerade auch zu weit weg von den Weiße Rose Leuten, dass ich mich erinnerte.)

Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß. Es könnte sein, dass die Menschheit reicher wird, indem sie ärmer wird, indem sie gewinnt, indem sie verliert. (Immanuel Kant)

Begeisterung

9. Januar 2009

Martin Buber hat, soweit ich weiß, in deutscher Sprache die Rabbi-Geschichten des osteuropäischen Judentums gesammelt. Ich zitiere den Anfang seiner Einleitung der “Erzählungen der Chassidim” (einige Auszüge hier). Aber es gilt für alle Kunst, für die die sie schaffen, und für die, die sie produzieren.

Dieses Buch will seinen Leser in eine legendäre Wirklichkeit einführen.

Ich muss sie legendär nennen, denn die Überlieferungen, denen es die ihnen angemessene Form zu geben unternommen hat, sind nicht chronistisch zuverlässig. Sie gehen auf begeisterte Menschen zurück, die in Erinnerungen und in Aufzeichnungen festgehalten haben, was ihre Begeisterung wahrnahm oder wahrzunehmen glaubte, also sowohl manches, was sich zwar begeben hat, aber nur von dem Blick des Begeisterten zu erfassen war Den Rest des Beitrags lesen »

Moltkes Jugend

11. August 2008

Ein Buch, das unsere Idee bei einem anderen Widerständler aufgreift: Jochen Köhler verstarb, als er den ersten Teil seiner Biographie “Helmut James von Moltke. Geschichter einer Kindheit und Jugend” fertiggeschrieben hatte. Hörte die DLF-Rezension in Andruck (leider nicht im Netz), die ZEIT lobt in höchsten Tönen und beschreibt auch ein Ideal einer Bühnenbearbeitung:

Der Autor, von Haus aus kein gelernter Historiker, bedient sich einer biografischen Methode, die sich nicht den strengen Kriterien der Wissenschaft unterwirft, sondern sich zu ihrer Subjektivität bekennt. Den Rest des Beitrags lesen »

Nach dem “Musical” oder der Kantate “Emmaus” der Türkheimer (Wegzeichenchor u.a. mit der Michi, Sprechrolle, Gerhard sang als “der Fremde”, jüngster Spieler sein Sohn Johannes, insges. schätze ich 100 Mitwirkende) sagte ich gestern, ich hätte große Bedenken, Auferstehung auf die Bühne zu bringen. Heute würde ich das Gegenteil sagen: Sind es nicht gerade die Geschichten vom auferstandenen Jesus, in denen Jesus den Seinen zuruft: „Fangt mich doch!“. Wie im Kinderversteckspiel, beim Ostereiersuchen: ihr habt wohl gedacht, vor dem Grab stünden Wachen. Ha, die sind eingeschlafen. Den Rest des Beitrags lesen »

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