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	<title>Fangt uns doch &#187; Susanne Hirzel</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Susanne Hirzel</title>
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		<title>Jugendkultur damals</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jan 2007 14:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hirzel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich beim Proben gewundert, warum Grogo bei der Besprechung der Norwegenfahrt der bündischen Jugend so selbstverständlich behauptet, dass dabei keine Mädels mitgenommen werden. Franz Joseph Müller, Zeitzeuge, Gast bei unserer ersten Münchner Aufführung (Link führt zu mehreren kleinen Filmausschnitten) und wegen seinen Widerstandstätigkeiten zu 5 Jahren Haft verurteilt, hat diese Art Jugendkultur von [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=192&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://willi-graf-realschule.de/w-schulen/bilder/walhalla.jpg" align="left" height="143" width="180" />Ich habe mich beim Proben gewundert, warum Grogo bei der Besprechung der Norwegenfahrt der bündischen Jugend so selbstverständlich behauptet, dass dabei keine Mädels mitgenommen werden. <a href="http://www.br-online.de/kultur-szene/thema/scholl-weisse-rose/franz-mueller.xml">Franz Joseph Müller, Zeitzeuge, Gast bei unserer ersten Münchner Aufführung (Link führt zu mehreren kleinen Filmausschnitten)</a> und wegen seinen Widerstandstätigkeiten zu 5 Jahren Haft verurteilt, hat diese Art Jugendkultur von damals bestätigt. <span id="more-192"></span>Irgendwie war es für Jungen und junge Männer nicht chic, mit Mädchen umzugehen oder eine Freundin zu haben. (In seinem humanistischen Gymnasium gab es genau zwei Mädchen, eine von ihnen war die Schwester seines Klassenkameraden Hans Hirzel, Susanne Hirzel.) Wer eine Freundin hatte, wurde  schief angesehen, konnte er doch nicht mehr (so viel) mitdiskutieren &#8211; und diskutiert hätten er und die Freunde aus seiner Klasse Tag und Nacht. Über Gerechtigkeit, Menschenrechte, Politik, die alten griechischen Philosophen, Gottesbeweise, Literatur u.a.</p>
<p><img src="http://www.br-online.de/kultur-szene/thema/scholl-weisse-rose/foto/weisse-rose-mueller.jpg" align="left" height="176" width="132" />Er sei ein guter Fußballer gewesen, mit den Hitler Jugend Führern in der Klasse hätten sie immer zusammen Fußball gespielt, da hätte niemand den anderen verpfiffen. Schule war nicht so wichtig, vor allem habe er ca. 6 h am Tag gelesen. Auf der Bühne verwies er auf den heute doch ziemlich unbekannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gilbert_Keith_Chesterton">Chesterton</a>, der Inhaltliches recht gut in eine Krimiform packen konnte. F.J. Müller, der nach dem Krieg ein Jurastudium begann, war schon zu Schulzeiten begeistert von Platons und Aristoteles Aussagen über Gerechtigkeit. (Z.B. Platons &#8222;Unrecht erleiden ist besser als Unrecht tun.&#8220; &#8211; weil man an ersterem auch etwas lernen könne. &#8211; bin nicht so sicher, ob diese Begründung so bei Platon steht.) Dagegen sei das, was die Nazis sagten und taten, einfach lächerlich gewesen. Und nervig, dass man die ganze Zeit zu irgend so einem langweiligen Appell antreten musste. Zugegeben, F.J. Müller war in eine ausgesiebte Gymnasialklasse eines Humanistischen Gymnasiums gegangen (man lernte dort die Fremdsprachen Latein, Englisch und Griechisch), soweit ich mich erinnere waren von über 30 Fünftklässlern nur 13 bis zum Abitur übrig geblieben. Aber es spricht für die Klasse dort, dass sie den Hitlergruß nicht mochte. Bis eines Tages sogar die Belobigung von der Schulleitung kam, wie vorbildlich die Klasse diese Bürgerpflicht jetzt erfülle. Die Jungs hatten sich verständigt, gemeinsam schnell &#8222;Heilt Hitler&#8220; zu rufen.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/192/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/192/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/192/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/192/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/192/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/192/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=192&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Sophie selbstkritisch</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/01/18/sophie-selbstkritisch/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Jan 2007 16:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Las gerade mal wieder Armin Zieglers Charakterisierung der Sophie Scholl. Er zitiert, dass Susanne Hirzel 1946 über Sophie schrieb:

[...] Es waren nicht viele Menschen, die ihr wirklich nahe standen. Bei allen galt sie als Ausnahme. Niemand konnte sie hassen oder ihr Vorwürfe machen, und doch war sie nie ‚populär‘. Sie galt als eingebildet, überheblich, stolz. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=185&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://cally.blogspirit.com/images/medium_sophie-scholl.2.jpg" align="right" height="263" width="176" />Las gerade mal wieder <a href="http://www.weisse-rose-lebensbilder.de/5.html">Armin Zieglers Charakterisierung der Sophie Scholl</a>. Er zitiert, dass Susanne Hirzel 1946 über Sophie schrieb:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">[...] <span style="color:black;">Es waren nicht viele Menschen, die ihr wirklich nahe standen. Bei allen galt sie als Ausnahme. Niemand konnte sie hassen oder ihr Vorwürfe machen, und doch war sie nie ‚populär‘. Sie galt als eingebildet, überheblich, stolz. Ich glaube aber, dass hier nur der Neid und die Sehnsucht der anderen Menschen spricht, die spüren, dass sie in einem fernen Weltraum lebt und viel viel Kraft in sich hatte. </span>[...]<span style="color:black;"> Sie half in der Selbstverständlichkeit, wo man sie bat. Aber die große Aktivität, das zupackende Interesse für die Menschen hatte sie nicht;</span>[...]</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Ich betone mit der Auswahl dieses Zitats die Dinge, die man nicht unbedingt hinschreiben müsste, wenn sie nicht stimmten: Einzelgängerin, wirkt überheblich, lebt in ihrer eigenen Welt, nicht groß im Zupacken. Daneben positiv eine große innere Kraft. Soweit die Außenbeobachtung. Jetzt ein Zitat aus einem Brief vom 22.5.1940 an Fritz Hartnagel, wie Sophie solche Dinge von innen sieht:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Wie könnte man da von einem Schicksal erwarten, dass es einer gerechten Sache den Sieg gebe, da sich kaum einer findet, der sich ungeteilt einer gerechten Sache opfert.</p>
<p class="MsoNormal">Ich muss hier an eine Geschichte des Alten Testaments denken, wo Mose [den ganzen Tag] zu jeder Stunde seine Arme zum Gebet erhob um von Gott den Sieg zu erbitten. Und sobald er einmal seine Arme senkte, wandte sich die Gunst von seinem kämpfenden Volke ab. Ob es wohl auch heute noch Menschen gibt, die nicht müde werden, ihr ganzes Denken und Wollen auf eines ungeteilt zu richten?</p>
<p class="MsoNormal">[...] Ich kenne kaum eine Stunde, in der nicht einer meiner Gedanken abschweift. Und nur in einem einzigen Bruchteil meiner Handlungen tue ich, was ich für richtig halte. Oft graut mir vor diesen Handlungen, die über mir zusammenwachsen wie dunkle Berge, so dass ich mir nichts anderes wünsche als Nichtsein, oder als nur eine Ackerkrume zu sein, oder ein Stücklein einer Baumrinde. Aber schon dieser oft überwältigende Wunsch ist wieder schlecht, denn er entspringt ja nur der Müdigkeit. […] Ich bitte dich nur, halte mich nicht für gut, da ich schlecht bin. […] Ich erkenne, wie ich bin, und bin zu müde, zu faul, zu schlecht, dies zu ändern.</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Es spricht für einen Menschen, dass die Außenbetrachtung der weniger hervorzuhebenden Seiten mit der Innenbetrachtung so halbwegs übereinstimmen.</p>
<ul>
<li>Ihre Trägheit im äußerlichen Tun,</li>
<li>ihr einzelgängerischer Anspruch, dass die Gedanken nicht abschweifen dürfen.</li>
<li>Wer lebt schon in der Welt von Moses und nimmt ihn sich eindeutig zum Vorbild?</li>
<li>(Suse und Sophie stimmen überein, dass Sophie nicht überheblich sein will.)</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">Die große Kraft, von der Susanne Hirzel schreibt, ist wohl nicht ganz gelogen. Recht vielen Leuten, die ich treffe, traue ich zu, dass sie „viel viel Kraft in sich“ haben.</p>
<p class="MsoNormal">Ich wehre mich dagegen, solche kritischen Selbstbespiegelungen wie oben, die in Sophies späteren Tagebuch-Meditiationstexten Gott gegenüber noch extremer werden, als skrupulant zu klassifizieren.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Flugblätter schicken: Eine Fehleinschätzung?</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/11/07/flugblatter-schicken-eine-fehleinschatzung/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Nov 2006 20:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hirzel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wurde auch nach dem Krieg viel Kritik am Vorgehen der Widerständler in der Weißen Rose geübt. Das geht soweit, dass man auch in christlichen Blättern, die darauf hinwies, dass ihr Widerstand nicht ethisch einwandfrei war. Wenn man eine solche Bemerkung macht und daneben verschweigt, dass auch das Verhalten der meisten deutschen Bischöfe nicht gerade [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=91&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://hs.riverdale.k12.or.us/~dthompso/german/wrose/flyers.gif" align="left" height="236" width="213" />Es wurde auch nach dem Krieg viel Kritik am Vorgehen der Widerständler in der Weißen Rose geübt. Das geht soweit, dass man auch in christlichen Blättern, die darauf hinwies, dass ihr Widerstand nicht ethisch einwandfrei war. Wenn man eine solche Bemerkung macht und daneben verschweigt, dass auch das Verhalten der meisten deutschen Bischöfe nicht gerade ethisch einwandfrei war, ist das nicht fair. (Immerhin ist schon recht hoch einzuschätzen, dass solche Artikel das allgemeine Schweigen über Krieg und Nationalsozialismus brachen.)</p>
<p>Andererseits wird da immer wieder auf ein Dilemma hingewiesen. Als die niederländischen Bischöfe gegen die Abtransporte der Juden einschritten, wurden als Antwort selbst die Juden, die irgendwie von Christen versteckt werden konnten (wie Edith Stein, die damals in einem niederländischen Kloster war) in die KZs gebracht &#8211; und faktisch vielleicht niemand geholfen.</p>
<p>Eine, die es wissen muss, ist Sophies Freundin Susanne Hirzel. Sie war zum Teil bei den Aktionen dabei war und erzählt von einem Gespräch mit Sophie und Hans Scholl im Dezember 1942, zwei Monate vor Festnahme und Todesurteil. Sie bringt ihre Meinung mit folgenden Worten zum Ausdruck:</p>
<blockquote>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">&#8222;Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kriegsmaschinerie durch zivile Kräfte aufzuhalten wäre.“</p>
</blockquote>
<p><span id="more-91"></span></p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">Dann folgt ihre Analyse:</p>
<blockquote>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">Es war mir klar, dass das „Fernziel“ der Münchner war, Hitler zu beseitigen. Meine Bedenken glitten völlig an ihr ab. Sie lebte auf einer anderen Ebene, fühlte sich von ihrem Gewissen gerufen und hatte, so schien es mir, bei ihren Überlegungen ihr eigenes Sterben miteinbezogen. Man weiß heute von ihrem Ausspruch: „Es fallen so viele <em>für </em>diese Regierung, es müssen auch einige <em>gegen</em> sie fallen.“ – Wir trafen uns mit Hans Scholl im Café. Weil er bei Eugen Grimminger, einem Freund seines Vaters, Geld erhalten hatte, war er voll hochgemuter Freude. „Bald werden es die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass wir von Verbrechern regiert werden. Wenn es viele, sehr viele einsehen, könnte daraus eine Tat entstehen und die Fackel, die wir werfen, könnte neue Fackeln entzünden.“ Ich hatte den Eindruck, dass er einen aus der Gesinnung vieler entstehenden Erfolg, etwa einen Aufstand mit Barrikaden oder ein Attentat, für möglich hielt und sah meinerseits eine Lücke klaffen zwischen der Meinung vieler und einem Erfolg, denn die Netze von Gestapo, SS und Polizei waren dicht und stark. Es ist im vierten Flugblatt zu lesen, nur mit militärischer Gewalt sei Hitlers Macht zu brechen; dennoch rief später das fünfte Flugblatt zur Tat auf, zu einem „neuen Befreiungskrieg“. Die Münchner Gruppe wollte durch eine Tat, um der Ehre und Moral willen, ein Zeichen setzen, auch sich selbst von der Schuld des Schweigens und der Untätigkeit befreien. Sie mussten etwas tun. Wie schon in der Vergangenheit wunderte ich mich über ihre Sicherheit. Erfüllt von der Richtigkeit ihrer Ansichten verkehrten sie nur mit Gleichgesinnten, überschätzten deren Stärke und hörten zu wenig auf Andersdenkende. Selbst mutig, erwarteten sie von anderen den gleichen Mut, kannten als junge Leute noch nicht die Schwäche der Menschen. Konnte man denn einen wahrscheinlichen Misserfolg vor den Angehörigen verantworten? (Susanne Hirzel: Vom Ja zum Nein<span>, </span>181-2, vgl. 209-10)</p>
</blockquote>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">Man stelle sich vor, dass die Musikstudentin und Chellistin Susanne Hirzel in ihrem studentischen Streichquartett offen zu diskutieren wagte, ob es Sinn macht, bei einer Flugblattaktion mitzuwirken.  Das Ergebnis war, man würde nicht mitmachen, weil weil so etwas einfach keine Chance auf Erfolg hätte.</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">Der Text bringt mir einige wichtige Punkte:</p>
<ul>
<li>Die Scholl Geschwister waren selbst in ihren besten Motiven keine Musterschüler, sondern irgendwie stallblind. (Bei jedem, der etwas tut, werden auch seine charakterlichen Schattenseiten sichtbar.)</li>
<li>Susanne Hirzel hat ihr Buch als Rentnerin geschrieben, weil sie von mehreren Seiten dazu aufgefordert wurde. Eigentlich wollte sie da nichts veröffentlichen. Sie gleicht darin dem Knecht im Evangelium, der zuerst sagt: Nein, ich tue deine Arbeit nicht &#8211; und sie am Ende doch tut (Im Gegensatz zu dem Knecht, der sagt &#8222;Ich mache das schon&#8220; und am Ende nichts zuwege bringt.) Interessanterweise ist ihr Verhalten im Widerstand dasselbe gewesen. Eigentlich wollte sie nicht mitmachen und als es spitz auf Knopf stand, hat sie dann doch in Stuttgart Briefe mit den Flugblättern ausgefahren.</li>
<li>Alterseinsicht: die Menschen sind nicht so sehr egoistisch oder böse, sondern vielmehr schwach, verführt, wie Kinder, die keine Eltern haben und um die sich kaum jemand kümmert.</li>
</ul>
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	</item>
		<item>
		<title>Sophie und Suse</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/10/17/sophie-und-suse/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Oct 2006 15:41:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hirzel]]></category>

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		<description><![CDATA[Verrücktes Foto, erinnert mich an die spiegelhafte Gegenüberstellung der beiden Freundinnen bei uns im Stück. Die beiden Mädels Sophie Scholl und Susanne Hirzel (beide Jahrgang 1921, wie alt auf dem Bild? Was denkt ihr? 17 Jahre?) am Rande ihrer Gruppe, beide in Profilen, wie niemand in der Gruppe sonst &#8211; und wenigstens von ihrer Position [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=42&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.zdf.de/ZDFde/img/124/0,1886,2183804,00.jpg" align="left" height="186" width="298" />Verrücktes Foto, erinnert mich an die spiegelhafte Gegenüberstellung der beiden Freundinnen bei uns im Stück. Die beiden Mädels Sophie Scholl und Susanne Hirzel (beide Jahrgang 1921, wie alt auf dem Bild? Was denkt ihr? 17 Jahre?) am Rande ihrer Gruppe, beide in Profilen, wie niemand in der Gruppe sonst &#8211; und wenigstens von ihrer Position her gespiegelt.</p>
<p>Susanne Hirzel war die einzige Mit-Widerständlerin von Sophies ehemaligen BDM-Bekanntschaften. (Aus der BDM-Zeit ist es auch nur eine, die in nächster Nähe der weißen Rose aktiv war: Gisela Schertling) Eigentlich wollte Susanne Hirzel 1943 nichts Aktives gegen das Regime tun, sondern nur ihre Stuttgarter Wohnung (wo sie Musik studierte) zur Verfügung stellen. Ihre politische Haltung war eindeutig, aber das Risiko schien ihr zu groß und die Erfolgsaussichten zu gering. (Jungen, die sowieso an die Front geschickt wurden, hatten deshalb aus ihrer Hinsicht bessere Gründe ihr Leben im Widerstand zu riskieren. Denn das erhöhte Sterberisiko gab es ja auch an der Front aus gegenteiligem Zweck.) Tatsächlich hat sie aber zusammen mit ihrem Bruder in Stuttgart das fünfte Flugblatt in Briefkästen verteilt. Sie wurde 1943 gefangen genommen, doch wurde sie nicht zum Tode, sondern nur zu Gefängnishaft verurteilt. Sie kam nach einem halben Jahr frei.</p>
<p>Das Außenstehen der Widerständler &#8211; wie es auf dem Foto sichtbar ist &#8211; wiederholt sich nach dem Krieg. Im <a href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,2053680,00.html">ZDF</a> erzählt Susanne Hirzel:</p>
<blockquote><p>&#8222;Nach dem Krieg waren wir ja gar nicht angesehen, das konnte man gar nicht erzählen. Da war die weiße Rose nicht geschätzt. Viele Leute, die haben gesagt, Ihr seid doch der Front in den Rücken gefallen, wie kann man denn das, man muss doch zusammen halten, man darf nicht aus der Reihe tanzen, man muss mit machen. Was da kommt, muss man doch mitmachen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Ich habe in der eigenen Verwandtschaft Ähnliches erzählt bekommen. Man hat auch lange Jahre überhaupt nicht von der jüngsten Vergangenheit gesprochen, in der Schule hat man die Nazi-Zeit nicht durchgenommen.<br />
Wenn diese Zeit heute manchmal in der Mitte der Aufmerksamkeit ist, vielleicht ist das schon wieder eine Ausflucht vor irgendetwas, vielleicht heutigen dringenden Problemen: Völkermord in Darfur und die UNO kuckt zu, Bulldozern über den Vorstadtsiedlungen in Simbabwe, tote Journalisten in Russland &#8230; und wohl noch ganz anderes.</p>
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		<title>Tyrannei der Gewöhnlichkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Oct 2006 15:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[Teufel]]></category>

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		<description><![CDATA[Habe ein Zitat entdeckt, unter dem ich früher mal geschrieben habe: So sollen die Teufel auftreten. Susanne  (Suse) Hirzels beschreibt die Stimmung in der Diktatur. Ich zitiere aus ihrem Buch &#8222;Vom Ja zum Nein&#8220; (2000, Seite 101), Hervorhebungen von mir:
Man sprach vom „Radfahrer“, der nach unten tritt und – wenn er ehrgeizig ist – [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=41&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Habe ein Zitat entdeckt, unter dem ich früher mal geschrieben habe: So sollen die Teufel auftreten. <a href="http://www.br-online.de/kultur-szene/thema/scholl-weisse-rose/susanne-zeller-hirzel.xml">Susanne  (Suse) Hirzels</a> beschreibt die Stimmung in der Diktatur. Ich zitiere aus ihrem Buch &#8222;Vom Ja zum Nein&#8220; (2000, Seite 101), Hervorhebungen von mir:</p>
<blockquote><p><span>Man sprach vom „Radfahrer“, der nach unten tritt und – wenn er ehrgeizig ist – nach oben katzbuckelt und sich bei jeder Gelegenheit, etwas durch Denunziation, rühmlich hervortut. Es war ein Parteisystem, das automatisch mit jedem Jahr zunehmend den Schlamm von unten nach oben beförderte und den wahren Charakter mancher Menschen erst zur Entfaltung brachte. So war allmählich der Bettelmann auf aufs Roß gekommen, auch zuweilen der brutale Maulheld. Dazuhin <strong>verrohten</strong> die Menschen durch die tägliche wüste Judenhetze. Es herrschte <strong>die Tyrannei der Gewöhnlichkeit</strong>. Bis zur Kenntlichkeit hatte ein Verrat stattgefunden an dem ursprünglichen Ideal, „Qualität in allen Schichten“ hervorzubringen. So bestimmte weithin eine pöbelhafte Minderheit den Ton im öffentlichen Leben. Dumme, oft ordinäre und arrogante Sprücheklopfer hatten das Sagen in der Partei und bestimmten zusammen mit Journalisten weithin den Ton im öffentlichen Leen. Es war überall dieselbe Einheitssprache, die sich selbst rühmte und auf andere spuckte und sie bedrohte.</span></p></blockquote>
<p>Auch Pfarrerstochter und spätere Cellistin Suse fühlte sich ein bischen elitär. Der Vater ist zwar kein psychisch starker Mann, aber gegen das System. Sie selber ist als eines von ganz wenigen Mädchen auf dem humanistischen Gymnasium. Während der gemeinsamen Zeit auf der Kinderpflegeschule mit Sophie übt sie schon einen großen Teil ihrer Freizeit am Instrument, damit sie einmal Musikerin werden kann.</p>
<p>Tyrannei der Gewöhnlichkeit heute? Mag es geben&#8230; ein Gegenmittel aus obigem Text: seine eigene Sprache entwickeln (auch wenn man nicht von allen immer verstanden wird)? &#8211; wohl nicht im Sinne, dass jeder seine eigene Dichtersprache haben sollte &#8211; sondern, dass jeder wahrhaftig das auszudrücken bemüht, was ist.</p>
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