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	<title>Fangt uns doch &#187; Sophie Scholl</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Sophie Scholl</title>
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		<title>Logik der Träume</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 19:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Teufel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer denkt logisch im Traum? Und doch ist diese Logik Inspirationsquelle, für Israels Sohn Josef im fernen Ägypten, für den blinden Homer. Ein paar bemerkenswerte Traumbeobachtungen stehen bei Sten Nadolny „Das Erzählen und die guten Absichten“ (Münchner Poetik-Vorlesungen von 1990). Eine davon, wie er sie anhand eines Beispieltraumes erzählt:
„Ich träumte kürzlich etwas Merkwürdiges. Rast machend [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=549&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.ondamaris.de/wp-content/uploads/2007/10/barlachengel02.jpg" alt="" width="287" height="381" />Wer denkt logisch im Traum? Und doch ist diese Logik Inspirationsquelle, für Israels Sohn Josef im fernen Ägypten, für den blinden Homer. Ein paar bemerkenswerte Traumbeobachtungen stehen bei Sten Nadolny „Das Erzählen und die guten Absichten“ (Münchner Poetik-Vorlesungen von 1990). Eine davon, wie er sie anhand eines Beispieltraumes erzählt:</p>
<p style="padding-left:30px;">„Ich träumte kürzlich etwas Merkwürdiges. Rast machend auf einer Bergwanderung saß ich am Wege und nahm einen Imbiß zu mir. Da kam Hitler, einen schweren Wagen schiebend, vorbei, hielt bei mir an und sagt: &#8216;Mich hungert, gib mir zu essen.&#8217; <span id="more-549"></span><img class="alignleft" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/74/BETTLER1.jpg/175px-BETTLER1.jpg" alt="" width="175" height="597" />Ich teilte meine Wegzehrung mit ihm. Nachdem er sich gesättigt , stand er auf und sprach: &#8216; Da ich nun mit dir gegessen habe, mußt du mir helfen, den Wagen hinaufzuschieben.&#8217; Ich konnte nicht anders, ich stemmte mich gegen den Wagen, und so stiegen wir langsam bergan, schoben die schwere Last vor uns her. Nach langer Arbeit erreichten wir den Gipfel. Oben aber öffnete sich unversehens ein steiler Abgrund. Es gelang nicht, den plötzlich wie aus sich selber herausrollenden Wagen zu halten, wir stürzten mit der Last in die grundlose, eisige Tiefe.“<br />
So träumte Ernst Barlach im Jahr 1938. Natürlich brauchen wir etwas Vertrauen, um den Sturz in den Abgrund nicht seinem wachen Bewußtsein zuzuschreiben – gerade weil er so gar nicht abwegig ist. Was mir aber sofort als unverkennbar traumhaft einleuchtet, ist der absurde und darum unausweichliche Befehl. Er erinnert an gewisse geheimnisvoll zwingende Argumentationen im Märchen: „Da ich nun mit dir gegessen habe, musst du mir helfen, den Wagen heraufzuschieben.“ Und der Träumende kann nicht anders, er gehorcht. (33-34)</p>
<p><a href="http://wege-zu-barlach.de/">Barlach</a> (+1870) starb noch im Jahr 1938. Sophie Scholl hat ja kurz vor ihren Tod auch <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/05/10/traumerische-bedeutung-von-taufe/">von einem Sturz in den Abgrund geträumt</a>, wobei es natürlich hier bitter böse ist, dass der Künstler erst Hitler gespeist und dann noch seinen Wagen mit hochgeschoben hat.  Nach dem Wiki-Artikel zu Barlach hat er dem System 1934 ein Huldigungsschreiben unterzeichnet, aber als entarteter Künstler recht zu leiden. Andererseits, Barlachs freundliche (evangeliumsgetreue) Gesten haben immerhin zur Folge, dass Hitler schon 1938 zu Tod kommt &#8211; wenn es nur so gewesen wäre. Vielleicht bedeutet der Traum, dass er auf dem Weg der Versöhnung ist, selbst mit dem, der ihn aus der Gesellschaft herauswarf, <a href="http://wege-zu-barlach.de/index.php?id=24">erdrosselte</a>, seine Werke zerstören ließ.</p>
<p>Barlach war übrigens auch Dramatiker (siehe obiger Link)</p>
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		<title>Werterahmen und persönliches Weitergeben</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/10/15/werterahmen-und-personliches-weitergeben/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 18:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Habe profitiert vom Artikel des Historikers Michael Kißener „Widerstand ohne Glauben?“. Im ersten Teil erwähnt er dass die Geschichtswissenschaft und die öffentliche Meinung richtigerweise davon abgekommen sind, die katholische Kirche und den bekennenden Teil der evangelischen Kirche als Hort des Widerstands zu sehen. In den 90er Jahre verwies man noch auf „die grundsätzlich apolitische Haltung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=355&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.uni-mainz.de/FB/Geschichte/hist7akt/Bilder_allgemein/kisener.jpg" alt="" width="140" height="206" />Habe profitiert vom Artikel des Historikers Michael Kißener „Widerstand ohne Glauben?“. Im ersten Teil erwähnt er dass die Geschichtswissenschaft und die öffentliche Meinung richtigerweise davon abgekommen sind, die katholische Kirche und den bekennenden Teil der evangelischen Kirche als Hort des Widerstands zu sehen. In den 90er Jahre verwies man noch auf „die grundsätzlich apolitische Haltung von Kirchenvolk wie Kirchenführung“ (115)<span id="more-355"></span>, heute steht selbst das in Frage: man war (wie zumindest für das Saarland recht gut belegt) anpassungsfähig – auch wenn da andererseits „die ja gar nicht zu übersehende Resistenz, die Nonkonformintät, der Protest und auch der Widerstand tausender Priester und Laien, der nicht selten mit KZ-Haft oder gar Martyrium bezahlt werden musste“ (117) war. These: Christlicher Glaube tritt im Widerstand gegen Hitler meist als Amalgan mit Anderem auf. Kißeners erläutert das Verhältnis von Widerstand und Glaube an drei Beispielen: Kurt Elser, dem Kreisauer Kreis und eben auch der Weißen Rose:</p>
<p style="padding-left:30px;">Am Beispiel der „Weißen Rose“ lässt sich die Funktion des Glaubens für den Widerstand, so wie er auch bei vielen anderen Widerstandsgruppen auftritt, wohl besonders gut fassen. Glaube und Kirche gebieten den jungen Studenten nicht den Widerstand, aber sie haben für sie einen Werterahmen geschaffen, gleichsam einen Horizont, indem sich ihr Denken bewegt. Wer mit diesem Wertegerüst die Gegenwart aufmerksam beobachtet, der wird schnell bemerken, welch frappante Gegensätze sich da auftun. Dieser Gegensatz hat die Studenten zum Handeln bewogen, und zwar aus sich heraus, ohne Aufforderung der Kirchenleitung, in eigener, freier Verantwortung. Die Studenten haben gelitten unter ihrer Lage, gelitten an ihren Mitchristen, auch an Klerus und Kirchenleitung gelitten, weil die nicht wie sie so klar die Grundsätze des Evangeliums auf die aktuelle Lage anzuwenden bereit waren. Daher die verzweifelten Aufrufe an die Mitchristen, die beinahe scharfen Anklagen in den Flugblättern, die gewiss auch eben deshalb so wenig genützt haben. (122)</p>
<p>Thesen, die ich erstmal recht gut finde. Widerspruch eins: Kißener schreibt, ohne scharfe Anklagen hätten die Flugblätter mehr genutzt. &#8211; Ich denke nicht. Eher so, wie in einer Jesusgeschichte Abraham im Jenseits zum toten reichen Prasser sagt: „Sie hatten Mose, sie hatten die Propheten, sie werden auch nicht hören, wenn einer von den Toten wiederkommt.“ Sophie Scholl hat gegen diesen Fatalismus und gegen den noch schlimmeren von der ewigen Verdammnis gekämpft, gerade anhand jener Jesus-Abraham-Geschichte – auch Abraham kämpfte, dass Sodom überlebt. Aber dafür gab es damals zu wenig Gerechte. &#8211; Mein Einwand ist eine Spekulation, einverstanden, aber Kißeners These auch. Vermute einfach, die Flugblätter hätten noch beliebig intensiv die Seelenlage der Deutschen aufgreifen können, es hätte nicht mehr genützt.<br />
<img class="alignright" src="http://www.mainz-orthodoxie.de/image/hl_christoph.jpg" alt="" width="270" height="320" />Widerspruch zwei: Werterahmen oder -gerüst klingt für mich heute wie „Unternehmensphilosophie“. Was passierte war eher authentisches Zeugnis (Schuriks Kinderfrau, Mutter Scholl, Otl, Muth, Haecker, Furtmeier&#8230;), das sich aber in eine lange Tradition stellte. Wie Geheimwissen, das weitergegeben wird, von den Aposteln bis heute, noch weiter zurück von den Propheten, von König David, von Mose – vielleicht auch aus anderen Traditionen. Aber das persönlich weitergegebene authentische, würde fast sagen „heilige“ Zeugnis ist nicht esoterisch versteckt: Die offizielle Kirche, mit der man unzufrieden ist, ist soweit Richtschnur, dass sie beim Urteil, welche Erfahrung echt ist, zu unterscheiden hilft: sie ist Rahmen und Gerüst, einverstanden. Ebenso die heiligen Texte.<br />
Dieses authentische Zeugnis ist wirklich Geheimnistuerei: Das Zeugnis weiterzugeben war für die Scholls ihre Widerstandstätigkeit. Ich denke, sie waren auch dankbar dafür, dass sie das konnten.</p>
<p>Literatur:</p>
<p>Michael Kißener „Widerstand ohne Glauben? Anmerkungen zur Frömmigkeit des deutschen Widerstandes“. In: Albert R., Hartung R., Saltin G. (Hg.): Alfred-Delp-Jahrbuch. Band 2/2008. 115-29. Große Teile daraus im Netz <a href="http://www.kfzg.de/Downloads/Kirche_im_Krieg.pdf">hier (Seite 16/17)</a>.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/355/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=355&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Apokalyptischer Gegenentwurf</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/06/05/apokalyptischer-gegenentwurf/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/06/05/apokalyptischer-gegenentwurf/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 15:03:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bedeutung Weiße Rose]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Archetyp von Sophie Scholls Traum in der letzten Nacht (siehe letzter Eintrag). Es ist eine Zeit großer Not :
Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Ich sah eine Frau, die mit der Sonne bekleidet war; sie hatte den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Kopf trug sie eine Krone aus zwölf Sternen. Und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=303&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.onlinekunst.de/november/blake_roter_dr_400.jpg" alt="" width="309" height="367" />Der Archetyp von Sophie Scholls Traum in der letzten Nacht (siehe <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/05/10/traumerische-bedeutung-von-taufe/">letzter Eintrag</a>). Es ist eine Zeit großer Not :</p>
<p style="padding-left:30px;">Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Ich sah eine Frau, die mit der Sonne bekleidet war; sie hatte den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Kopf trug sie eine Krone aus zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in ihren Wehen, denn die Schmerzen unmittelbar vor der Geburt hatten sie erfaßt. (Offenbarung des Johannes, Kap. 6)</p>
<p>Sophie ist nicht wörtlich schwanger, aber sie hat etwas mit sich, das weiterleben soll. Etwas eigenes und etwas nicht Eigenes. <span id="more-303"></span>Statt dem tiefen Erdspalte erscheint diesmal ein Tier aus der Urzeit.</p>
<p style="padding-left:30px;"><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.ckrumlov.cz/obr/mesto/histor/2548b.jpg" alt="" width="252" height="352" />Und ein anderes Zeichen erschien am Himmel: Ein großer feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und auf seinen Köpfen sieben Kronen. Sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache stellte sich vor die Frau, die gebären wollte, damit er ihr Kind verschlinge, sobald sie geboren hätte. Und sie gebar einen Sohn, einen kraftvolles männliches Kind, das dazu bestimmt war, alle Völker mit eisernem Stab zu weiden. Und das Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.</p>
<p>In der kirchlichen Tradition identifiziert man die Frau, die trotz der großen Drangsal ihr mächtiges Kind zur Welt bringt, symbolisch mit Maria aus Nazareth, der Mutter Jesu bzw. mit der &#8222;seligen Jungfrau&#8220;, so Haecker. Bildliche Darstellungen von der Frau haben gern etwas von Kitsch, die Taufpatin und die Erdspalte ist mir lieber.</p>
<p><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.paf.li/images/2morgensterne/image018.jpg" alt="" width="222" height="178" />Biblisch hat die Frau ein direktes Vorbild in einer Prophetengeschichte. Da gab es doch schon einmal eine Frau, die gebären sollte, obwohl da Könige nur tun was sie wollen &#8211; ein Bündnis mit dem großen Nachbarn schließen &#8211; und darauf vertrauen, dass Gott sie schützen will &#8230; die, die den Immanuel &#8222;Gott mit uns&#8220; gebären sollte.</p>
<p>Das ganze als Symbol dafür, wo die Macht sitzt &#8211; wie sie aussieht. Gegenmodell zu den Nazis bzw. dem deutschen Mann: die kosmische Frau. Sie strotzt nicht vor Stärke, sondern hat Schmerzen, Geburtswehen.</p>
<p><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.onlinekunst.de/engel/16/bayrischer_meister_verkuend.jpg" alt="" width="295" height="400" />Auch das Bild der Weißen Rose (oder Lilie) ist nicht frei von lieblichen und kitschigen Assoziationen, über Dante, bildende Kunst und gewisse Marienlieder ist es vernetzt mit dem Bild der kosmischen Frau am Himmel. Es bringt zu den Ideen von Macht und Schmerzen die Idee der Reinheit mit ins Bild: Auch das wieder in Absetzung zur Naziwelt, in der vieles einfach Dreck war: von der Sprache bis zu den weltanschaulichen Ansichten.</p>
<p>Es stimmt, es mag ja sein, dass der konkrete <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/09/27/wie-adelige-wahrend-der-franzosischen-revolution/">Anlass für die Namensgebung</a> jener Brief an Lilo Ramdohr oder Brentanos Romanzen gewesen sein mag, im Namen steckt mehr. Ein apokalyptischer Gegenentwurf zur aktuellen Zeit, der doch mit etwas ganz konkretem angefangen wird. Schließlich wachsen weiße Rosen auf der Erde. (Dagegen bleibt auch Zankels Deutung von einer aristokratischen Parteiung blass.)</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/303/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=303&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Träumerische Bedeutung von Taufe</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/05/10/traumerische-bedeutung-von-taufe/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/05/10/traumerische-bedeutung-von-taufe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 May 2008 09:39:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Ehren dem ersten Baby der Theatertruppe von 2006/7, Hannah &#8211; ein großes-kleines Zeichen, dass es Zukunft gibt &#8211; Sophie Scholls Traum in der letzten Nacht vor ihrem Prozess und der überraschend schnellen Hinrichtung am selben Tag, erzählt von ihrer Zellengenossin Else Gebel.
Du bist sofort munter und erzählst mir, noch im Bett sitzend, deinen Traum: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=301&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.gss-bensheim.de/wrose/GSS-bh2003.jpg" alt="" width="328" height="364" />Zu Ehren dem ersten Baby der Theatertruppe von 2006/7, Hannah &#8211; ein großes-kleines Zeichen, dass es Zukunft gibt &#8211; Sophie Scholls Traum in der letzten Nacht vor ihrem Prozess und der überraschend schnellen Hinrichtung am selben Tag, erzählt von ihrer Zellengenossin Else Gebel.</p>
<p style="padding-left:30px;">Du bist sofort munter und erzählst mir, noch im Bett sitzend, deinen Traum: &#8222;Ich trug an einem sonnigen Tag ein Kind in langem weißen Kleid zur Taufe. Der Weg zur Kirche führte einen steilen Berg hinauf. Aber fest und sicher trug ich das Kind in meinem Arme. Da plötzlich war vor mir eine Gletscherspalte. Ich hatte gerade noch so viel Zeit, das Kind sicher auf die andere Seite niederzulegen &#8211; dann stürzte ich in die Tiefe.&#8220;</p>
<p style="padding-left:30px;">Du legtest dir den Traum so aus: &#8222;Das Kind im weißen Kleid ist unsere Idee, sie wird sich trotz allen Hindernissen durchsetzen. Wir durften Wegbereiter sein, müssen aber vorher sterben, für sie.&#8220; <span id="more-301"></span> (Else Gebels ganzer Text siehe <a href="http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/scholl-gebel.htm" target="_blank">hier</a>)</p>
<p>Ich schätze den Zauber des Zur-Taufe-Bringens, hab da einige Entdeckungen gemacht in der Literatur:</p>
<ul>
<li> Ellen und ihre Großmutter in Ilse Aichinger &#8222;Die größere Hoffnung&#8220; suchen das Zauberwort,</li>
<li> die nüchtern seltsame Taufe, um die plötzlich der jugendliche totkranke Bruders Kittys (in Walker Percy &#8222;Der Idiot des Südens&#8220;) gebeten hat; für mich die Szene, auf die der ganze Roman hinausläuft.</li>
<li> nicht zuletzt die Friedenstaufe im israelisch-palästinensischen Dorf Ibillin  im Jahr 1967. <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/606765/" target="_blank">Elias Chacour</a> (Biographieautorin <a href="http://www.pro-oriente.at/?site=ps20070427113017" target="_blank">hier</a>, Rupert Neudeck Rezension <a href="http://gruenhelme.de/index.php?s=articles/aktuelles&amp;n=315" target="_blank">hier</a>) ist erst ein gutes Jahr Pfarrer (Abuna) einer recht verknatschten koptisch-katholischen Gemeinde. Insbesondere der Vorsteher, in Deutschland wäre es wohl der Kirchenpfleger, hat ein recht diktatorisches Wesen:</li>
</ul>
<p style="padding-left:60px;"><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.voicesofisrael.com/images/chacour.jpg" alt="" width="485" height="322" />Eines Morgens klopfte man an seine Tür. Der Vorsteher erschien mit zwei Männern, um das Kircheneigentum zu inspizieren. &#8222;Kommen Sie, Abuna&#8220;, so der Querulant angriffslustig, &#8222;Was ist das denn?&#8220;, und zeigte auf eine schöne Pflanze am Rande des Pfarrhofs. „Ein Weinstock, mein Freund“, entgegnete Elias. „Es ist Habibs Geschenk für mich.“ Dieser hatte vom weinumrankten Feigenbaum der [Eltern] Chacours erfahren und Elias daraufhin mit einer Weinstockkreuzung überrascht. „Sie kennen Habib nicht“, wütete der Vorsteher. „Er hat auf diesem Grundstück nichts mehr zu suchen“ Er ist zur griechisch-orthodoxen Kirche übergetreten. Sie werden sehen: Erst wird er die Früchte für sich beanspruchen und dann auch noch das ganze Kirchenland. Unser Bischof hat ihn sogar exkommuniziert.“<br />
Elias wollte dieser Sache später nachgehen. Nun musste aber schnell gehandelt werden. „Bringen Sie mir bitte einen Eimer Wasser“, bat er. Der Vorsteher ließ es sich nicht zweimal sagen: Er dachte, durch das Wasser würde sich die Erde lockern, um die Pflanze leichter herauszureißen. Elias begann aber, die Blätter feierlich zu begießen. Dann hob er die rechte Hand über den Weinstock und segnete ihn: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wer dich ausreißt, soll selbst entwurzelt werden. Wer dir aber Wasser gibt, soll von Gottes Gnade überströmt werden. Amen.“ Die verdutzten Männer starrten den Priester an, als wäre er geisteskrank. Dann stampften sie, wutschnaubend, davon. (Elias Chacour: Israeli, Palästinenser, Christ. Sein Leben erzählt von Pia de Simony und Marie Czernin.  Freiburg i.B. 2007)</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/301/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=301&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>65. Todestag</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/02/21/65-todestag/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 13:30:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aurelius Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Andenken an die ersten drei Toten der Weißen Rose, gemordet am 22.2.1943:
Jakob Knab zu Sophie (in einer Rezension zum Jugendbuch von Werner Milstein), sie und alle anderen waren nicht so, wie man sie gern hätte:
Sophie Scholl in weich gezeichneten Umrissen,
[...] Milstein schreibt: „In der Ulmer Pauluskirche, früher Garnisonskirche, wurde sie konfirmiert.&#8220; Warum schreibt er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=292&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.ulm.de/sixcms/media.php/16/thumbnails/Sophie%20Scholl%201931.jpg.22281.jpg" align="right" height="263" width="180" />Zum Andenken an die ersten drei Toten der Weißen Rose, gemordet am 22.2.1943:</p>
<p>Jakob Knab zu Sophie (in einer <a href="http://www.amazon.de/Mut-zum-Widerstand-Sophie-Scholl/dp/3797500564/ref=cm_cr-mr-title">Rezension zum Jugendbuch von Werner Milstein</a>), sie und alle anderen waren nicht so, wie man sie gern hätte:</p>
<blockquote><p><b>Sophie Scholl in weich gezeichneten Umrissen</b>,</p>
<p>[...] Milstein schreibt: „In der Ulmer Pauluskirche, früher Garnisonskirche, wurde sie konfirmiert.&#8220; Warum schreibt er nicht: Den unbedingten Drang, nonkonformistisch, kernig und provozierend, aufzutreten, zeigte Sophie Scholl auch bei ihrer Konfirmation am Palmsonntag 1937, als sie als einziges Mädchen ihres Jahrgangs in der braunen BDM-Kluft nach vorne zum Altar der Ulmer Pauluskirche schritt. <span id="more-292"></span>Auch ihr Bruder Werner erschien in HJ-Uniform zur Konfirmation. Milstein schreibt: „Sophie Scholl war zunächst ein engagiertes Mitglied der Hitlerjugend.&#8220; Warum schreibt er nicht: Sophie Scholl galt seinerzeit als rigoros und fanatisch. Zeitzeugen berichten, dass sie sich nicht gescheut habe, die Polizei einzusetzen, um ihre Mädchen zum Dienst in der Hitlerjugend zu zwingen.</p>
<p>Milstein schreibt: So las Sophie zum Beispiel den Kirchenvater Augustinus, eine schwere Lektüre, wie sie feststellen musste.&#8220; Warum wird hier nicht O-Ton zitiert, um diese „schwere Lektüre&#8220; dem jungen Leser zu veranschaulichen: „Abends, wenn die anderen Witze machen (aus denen ich mich leider nicht ganz herausgehalten habe) lese ich im Augustinus. Ich muß langsam lesen, ich kann mich so schwer konzentrieren. Aber ich lese einmal zu. Auch wenn mir die Lust fehlt.&#8220; Ein kurzer Textausschnitt aus „Gestalt als Gefüge&#8220; kann dem heutigen Leser die Sperrigkeit dieser Diktion vor Augen führen: „Wie Augustinus in die Knie sinkt, das also ist Gott nicht, wenn du begriffst; wenn Er es aber ist, hast du nicht begriffen&#8217;, so betet Newman ‚Wärest Du nicht unbegreiflich, Du wärest nicht Gott, denn wie kann der Unendliche anders für mich sein als unbegreiflich!&#8217;</p></blockquote>
<p>(Foto:           Sophie Scholl, Ulm, Kernerstraße ca. 1931, <span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">© Stadt Ulm)<br />
</span></p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/292/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/292/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/292/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/292/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/292/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/292/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=292&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Verpatzter Studienanfang und intellektuelles Feeling</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/10/18/verpatzter-studienanfang-und-intellektuelles-feeling/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/10/18/verpatzter-studienanfang-und-intellektuelles-feeling/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 10:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carl Muth]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Typisch für Weiße Rose Filme und Theaterstücke ist die Willkommens- und 21.Geburtstagsparty für Sophie Scholl, als sie im Mai 1942 in München ein Studium beginnt. Interessant, auf einem neuen Hörbuch zu hören, dass das heißersehnte Studium für Sophie wohl mindestens in der ersten Zeit eine herbe Enttäuschung war. Dass sie gerade mal in die Vorlesungen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=269&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://www.auditorium-maximum.de/images/HB060WR_Cover-gross.GIF" align="right" height="222" width="241" />Typisch für Weiße Rose Filme und Theaterstücke ist die Willkommens- und 21.Geburtstagsparty für Sophie Scholl, als sie im Mai 1942 in München ein Studium beginnt. Interessant, auf einem <a href="http://www.auditorium-maximum.de/Shop/IndexDirekt_HB060-WR.html">neuen Hörbuch</a> zu hören, dass das heißersehnte Studium für Sophie wohl mindestens in der ersten Zeit eine herbe Enttäuschung war. Dass sie gerade mal in die Vorlesungen ging, aber nicht viel für die Uni unternahm. Von der Studentin ist nicht überliefert, dass sie eine biologische Tätigkeit faszinierte – so wie sie als Schülerin einmal das Sezieren eines Fisches im Tagebuch schildert. Erst im zweiten Semester, gleichzeitig mit wildesten Plänen für Flugblattaktionen, klingt es durch ihre Briefe durch, dass sie ein philosophisches Uni-Buch fasziniert: Leibnizens Theodizée. <span id="more-269"></span></p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.auditorium-maximum.de/images/BarEll04.JPG" align="right" height="232" width="192" />Von einem Hörbuch „Harter Geist und weiches Herz. Das intellektuelle Umfeld der Weißen Rose“ erwartete ich eigentlich nicht, dass es nicht die Geschichte des Freundschaftsbundes erzählt. Sondern ich erwarte, dass experimentell ausprobiert wird, was bei den gelesenen Autoren, gesehenen Künstlern, gehörten Zeitgenossen intellektuell mitzunehmen war – so dass man es heute selber so mitnehmen kann. (Etwas ähnliches wie das Theaterstück schreiben.) Dass so ein Hörbuch das Feeling der Arbeit an der Theodizee durch wohlausgewogene Zitate Leibnizens und den Freunden bekannten Deutern, Haecker und Kurt Huber, deutlich macht. Wohl ein übertriebener Anspruch und zudem einer, der dem Ideal der Geschichtswissenschaften, die nach Objektivität streben, kaum entspricht.</p>
<p class="MsoNormal">Interessanterweise wird Barbara Ellermeier (Foto oben), die Hörbuchautorin und gelernte Historikerin, meinem Anspruch gerade da gerecht, wo es um eine historische Schrift geht: Alfred von Martins Buch über „Burkhardt und Nietzsche“. Mit Spaß und präzisen Zitaten wird hier aufgezeigt, dass und wie in einem Buch voller Zitate längst verstorbener Menschen tatsächlich über aktuelle Politik geredet wird.</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://stud3.tuwien.ac.at/~e0226446/HP/images/namederrose.jpg" align="right" height="229" width="230" />Theodor Haecker über ein paar sarkastische Stelle einzuführen, hat etwas für sich. Es gewinnt einen für den Mann. Auch mir ist Haeckers Sprache und mancher seiner Gedanken schwer zugänglich. Die inhaltlichen Dinge werden leider nur zusammengefasst und statt weiterer Zitate wird zweimal geschildert, welch eindrückliche Erscheinung Haecker war. (Diese Schilderungen kannte ich halt leider schon.) Wenn man Umberto Ecos „Im Namen der Rose“ jüngst als Hörbuch hörte, könnte man meinen, diese ganzen apokalyptischen Vorstellungen, dass man eine Person mit dem Bösen und Antichristen identifiziere, seien einfach Esoterik – bestenfalls Esoterik für Intellektuelle. Aber die Rede davon war Inhalt der ersten Flugblätter und diese Sprache ist die Haeckers! Ich weigere mich zu behaupten, dass der große Haecker mit seiner Apokalyptik Unrecht hatte oder dass Schurik Schmorell und Hans Scholl das nur unbedacht nachgeplappert hätten oder dass es für heute keine Relevanz hat – nur weil ich es nicht verstehe. Das Hörbuch lässt das Thema beiseite, o.k. zur Verfügung standen 150 Minuten, dabei ist ein ein Augenmerk gerichtet auf einprägsame Wiederholungen der wichtigsten Inhalte und eine eingebundene Geschichte der weißen Rose, da kann man nicht tiefer bohren. Als Einführung ist es beachtenswert, zudem finden sich einige noch nicht gesehene Fotos im Booklet.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Was fehlt ist die Darstellung des intellektuellen Umfeldes ist der Stumpfsinn der Intellektuellen der Nazizeit und das Fachidiotentum, das es zu allen Zeiten gibt. Prinzipiell eine gute Wahl, dies im Buch nicht zu sehr zu betonen. Man kennt die Sprachaufnahmen aus der Hitlerzeit nur zu gut. Ich hätte Haeckers Entlarvung der Stimme des Radio-Ansagers trotzdem in ein Hörbuch mit aufgenommen.</p>
<p class="MsoNormal">Was weiter fehlt ist eine Stichprobe der schönen Literatur oder der Poesie, die damals begeisterte. Auch ein riskantes Unterfangen, vielleicht bräuchte ein angemessenes Zitat zu viel der geplanten Zeit. (Mich aber haben Bernanos und Dostojewski begeistert, zu Thomas Mann, Claudel oder Goethe hätte man widersprüchliche Meinungen im Freundeskreis aufzeigen können.)</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.rieck-buch.de/shop/images/rieck1.jpg" align="right" height="212" width="211" />Fast schon zuletzt gesagt: auf diesen zwei CDs sind immer wieder liebenswerte Entdeckungen zu finden. Ein Beispiel (und selbst für mich ein bisschen neu) ist die Beschreibung der Versandt-Buchhandlung Rieck in Aulendorf, die erst zur Nazizeit aufmachte (und noch heute existiert, siehe <a href="http://www.rieck-buch.de/shop/index.php">hier</a>). Wunderbar, dass ein Mensch so genau wissen kann, was er will, und es dann einfach nach Plan tut. Dass Schriftsteller so sind ist viel leichter verständlich, aber so sind auch gewerbetreibende Leute. Die Intelligenz, die man sucht. In diesem Sinne auch der Verlagsmannschaft von auditorium-maximum, die es sich zum Ziel gemacht hat, Philosophiebücher einen harten Geist (Bestellungen kann man <a href="http://www.auditorium-maximum.de/Home/index.html">hier</a> vornehmen, herzliche Postkarten gibt es gratis dazu. Dass es jemand Geschmack für ein intensives philosophisches (und doch praxisrelevantes) Studium gibt, ist zu wünschen.)</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">P.S.: Auch den besten Detektiven passieren Fehler. Natürlich war Carl Muth in die Geschichte mit den Flugblättern am Ende eingeweiht. Der Mann ist als Schriftleiter, der u.a. die Sprache eines Max Scheler verbessert hat, ein Meister der Sprache und so einer sollte Texter und Personen, denen er begegnete, am Stil wiedererkennen. (Wenn schon der Schüler Hans Hirzel, der ein, zweimal den Hans Scholl getroffen, den Stil der Flugblätter erkennt.) Dass Muth am Tag der Verhaftung der Geschwister Scholl tatsächlich einen Flugblattentwurf in der Schreibtischschublade hatte, weiß ich aus privater Korrespondenz.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=269&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die am wenigsten schlechten Götzen suchen</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/05/17/die-am-wenigsten-schlechten-gotzen-suchen/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2007 17:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch einmal ein Eintrag zu Simone Weil, neben Sophie Scholl und Kurt Huber die einzige Philosophin im Widerstand gegen Hitler, die ich kenne. Simone Weil spricht davon, dass das Leben des Menschen ein Leben in der Höhle ist. Ein Leben im Dunkeln, Begrenzten. Als späte Schülerin Platons meint sie mit der Höhle die recht beschränkte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=246&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.dieter-mammel.de/img/wo_pa_magenta_preview.jpg" align="left" height="157" width="240" />Noch einmal ein Eintrag zu <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/03/19/widerstandscharakter/">Simone Weil</a>, neben Sophie Scholl und Kurt Huber die einzige Philosophin im Widerstand gegen Hitler, die ich kenne. Simone Weil spricht davon, dass das Leben des Menschen ein Leben in der Höhle ist. Ein Leben im Dunkeln, Begrenzten. Als späte Schülerin Platons meint sie mit der Höhle die recht beschränkte Erkenntnis des Menschen: Man erlebt das Leben wie einen Film, fasziniert von dem, was da vorne läuft, hat man längst vergessen, dass es nicht die Wirklichkeit ist, dass man ja eigentlich einen Bewegungsspielraum hätte, dass man auf der Leinwand nur Abbilder von Abbildern sieht. <span id="more-246"></span></p>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/magenta/02.jpg" align="right" height="407" width="271" />Wer wirkliche Erziehung genießt, der hat unter Schmerzen gelernt, dass er sich vom starren Blick auf die Leinwand lösen kann, dass er nicht die Wirklichkeit sieht, sondern die Projektion einer Filmrolle oder einer DVD. Seltsamer Zustand, den man so erreicht hat: Vorne auf der Leinwand läuft das interessantere Programm, aber eigentlich weiß man, es ist nicht echt. Ob man auch noch glauben soll, dass es außerhalb der Höhle die wirklichen Dinge gibt, und dass man eigentlich mit ihnen umgehen könnte? Dass es dort eine Sonne gibt, deren Licht die Grelle des Projektors noch weit übertrifft! (Das ist Platons Mythos, der die Frage beantwortet: &#8222;Was ist der Mensch?&#8220;, siehe Eintrag <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/01/04/was-ist-der-mensch/">hier</a>.)</p>
<p>Ich zitiere einen Tagebucheintrag, also einen Entwurf und eine Selbstanalyse, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist:</p>
<blockquote><p>Triebkräfte</p>
<p>Die Gedanken sind wechselhaft, gehorchen den Leidenschaften, den Launen, der Müdigkeit. Die Tätigkeit muss beständig sein, jeden Tag, viele Stunden am Tag. Man braucht also Antriebe für die Tätigkeit, die sich den Gedanken entziehen, also den Verhältnissen; absolute Antriebe; Götzen.</p>
<p>Die am wenigsten schlechten Götzen suchen.</p>
<p>Wenn keine Götzen da sind, muss man sich oft, jeden oder fast jeden Tag, ins Leere hinein abmühen. Ohne übernatürliches Brot ist das unmögliche.</p>
<p>Der Götzendienst ist also in der Höhle eine Lebensnotwenigkeit. Selbst bei den besten ist es unvermeidlich, dass er dem Verstand und der Güte enge Grenzen setzt.</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/magenta/d09.jpg" align="middle" height="429" width="600" /></p>
<p>Wieder ein Eintrag, der sehr an Sophie Scholl erinnert: der Kampf gegen die eigene Stumpfheit, das Hadern mit den Kompromissen, eine große Entschlusskraft und der Verweis auf das übernatürliche Brot. Aber ganz ungeachtet dessen, er ist einfach gut beobachtet (und hilft mir vielleicht erklären, warum ich mich so auf den Gottesdienst am Sonntag freue).</p>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/magenta/a01.jpg" align="middle" height="336" width="606" /><br />
P.S.: Die Bilder von <a href="http://www.dieter-mammel.de/work_paintings.php?cat=w">Dieter Mammel</a>, die ich in diesem Eintrag zeige, haben etwas Verstörendes ebenso wie Weils Texte.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/246/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/246/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/246/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/246/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/246/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/246/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=246&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Mit dem Leben spielen</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2007 19:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>
		<category><![CDATA[Selber Spielen]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Leben spielen &#8211; das tut nicht nur der, der Russisch Roulette spielt, der Soldat und der Widerständler gegen eine Diktatur. Es tun auch Theaterspieler und überhaupt Leute, die mit der Freude eines Spiels an alles herangehen, was sie tun. Zum Beispiel die genauen Beobachterinnen der Natur. War sehr happy, als ich zwei Jahre [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=240&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.anniedillard.com/pilgrim-french.jpg" align="right" height="230" width="144" />Mit dem Leben spielen &#8211; das tut nicht nur der, der Russisch Roulette spielt, der Soldat und der Widerständler gegen eine Diktatur. Es tun auch Theaterspieler und überhaupt Leute, die mit der Freude eines Spiels an alles herangehen, was sie tun. Zum Beispiel die genauen Beobachterinnen der Natur. War sehr happy, als ich zwei Jahre nach der Lektüre von &#8222;Der freie Fall der Spottdrossel&#8220; einen Vogel sah, der irgendwo bei mir den Wohnblock herunterfiel und erst kurz vor dem Boden die Flügel aufspannte, um dann sanft zu landen. Vielleicht (nur) eine beinahe mißglückte Flugübung eines Jungvogels, der gerade aus dem Nest geworfen wird. <a href="http://www.anniedillard.com/curriculum-vitae.html">Annie Dillard</a>, die Autorin des Buches, damals noch keine 30 Jahre, hat in ihrer TBC-Rekonvaleszenz ein Jahr zum Spielen geschenkt bekommen, sie spielt Beobachterin der Natur. (Es scheint, dass diese Krankheit auch mit ihrem Leben gespielt hat.) Zitiere einen Text zum Abgrund des Spielens (aus &#8222;Der freie Fall der Spottdrossel&#8220;, S. 290), der Text erinnert mich an Sophie Scholls Tagebücher: <span id="more-240"></span></p>
<blockquote><p>Thomas Merton schrieb: „Es besteht immer eine Versuchung, mit dem kontemplativen Leben zu spielen, indem man nette kleine Standbilder baut.&#8220; Es besteht immer eine kolosale Versuchung, mit dem Leben überhaupt zu spielen, indem man nette kleine Freundschaften schließt, nette kleine Mahlzeiten kocht und Reisen macht, endlose nette Jahre lang. Es ist so realistisch, so augenscheinlich moralisch, einfach von den fluß- und winddurchströmten Spalten zurückzutreten und, durchaus zu Recht, zu sagen: Ich habe diese Gnade nicht verdient, und bis zum Ende seiner Tag an der Grenze zum Zorn dahinzuschmollen. Ich denke nicht daran, es so zu machen. Dazu ist die Welt, wo man hinschaut, zu wild, zu gefährlich und bitter, extravagant und bunt. Wir machen Heu, wo wir Juchhe machen sollten. Wir wecken Tomaten ein, wo wir Radau machen und Lazarus auferwecken sollten.</p></blockquote>
<p class="MsoNormal">Würde „häähh“ statt „Heu“ schreiben, kenne das englische Original nicht. Radau machen – das hieße hier: die Tomaten auf irgendjemand oder irgendetwas werfen, statt sie einzuwecken. „Ich habe diese Gnade nicht verdient“ – das ist König Ahas Antwort auf des Propheten Aufforderung, er solle sich von Gott ein Zeichen wünschen, ganz egal was, Gott werde es ihm erfüllen. Ahas macht lieben einen Pakt mit den Supermächten der Erde, als dass er sich für den Gott seines kleinen Volkes interessiert. „Man soll doch nicht Gott versuchen“ sagt er. Das passt noch mal zum Text: er baut sich Standbilder, wie sie die Weltmächte haben, Idole, Statuen. Dass unsereins Lazarus auferwecken soll, den seit drei Tagen toten Freund, das ist der Hammer. So wie <a href="http://www.gruenhelme.de/index.php?s=articles/aktuelles&amp;n=315">Hilde Domins</a></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">Ich setzte den Fuß</span></em></p>
<p><em>in die Luft</em></p>
<p><em>und sie trug.</em></p></blockquote>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"> </span></em><br />
Für alles sich gehen lassen sei die Welt<em><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"> „</span></em>wo man hinschaut, zu wild, zu gefährlich und bitter, extravagant und bunt“. Auch eine <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/?s=Dillard">Redewendung zum Auswendiglernen</a>. – Das ändert alles nichts daran, dass es heute Abend halt mal „eine nette kleine Mahlzeit“ gibt.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/240/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=240&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Jenseits von Eden wird geraucht</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/03/06/jenseits-von-eden-wird-geraucht/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2007 13:14:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alexander Schmorell]]></category>
		<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenbei]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Aspekt, den ich zum Theaterstück beiseite gelassen habe. So gut wie alle Weißen Rose Mitglieder, die am Ende hingerichtet wurden, waren Raucher (bei Willi Graf und Professor Huber bin ich nicht so sicher). Auch Sophie &#8211; in einer Zeit, in der es noch verhältnismäßig ungewöhnlich war, dass Frauen rauchten. (Der Kinofilm würdigt ja die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=232&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.planet-wissen.de/pics/IEPics/portrait_weisserose_probs.jpg" align="right" height="213" width="183" />Ein Aspekt, den ich zum Theaterstück beiseite gelassen habe. So gut wie alle Weißen Rose Mitglieder, die am Ende hingerichtet wurden, waren Raucher (bei Willi Graf und Professor Huber bin ich nicht so sicher). Auch Sophie &#8211; in einer Zeit, in der es noch verhältnismäßig ungewöhnlich war, dass Frauen rauchten. (Der Kinofilm würdigt ja die Abschiedszigarette vor der Hinrichtung am 22. Februar (der Blog hat den Todestag verschlafen, tja.))<span id="more-232"></span></p>
<p>Sophie erfüllt es mit einem gewissen Stolz, dass ihr der Vater das Rauchen nicht verboten hat. Manchmal ist es ihr ein Widerstandszeichen gegen das Gleichmacherische des Systems, wenn sie im RAD mit einer Freundin draußen im Geheimen eine Zigarette raucht. Ansonsten macht sie davon kein großes Aufheben, kaum anzunehmen, dass man sich als Studentin das Kettenrauchen hätte leisten können. Von den männlichen Weiße Rose Mitgliedern wird berichtet, dass sie oft ein Pfeife im Mund hatten ohne zu rauchen &#8211; so quasi als Statussymbol.</p>
<p><img src="http://www.planet-wissen.de/pics/IEPics/portrait_weisserose_schm.jpg" align="left" height="213" width="183" />Der Kick zur aktuellen Debatte: Wo hat haben sie alle geraucht? Zuhaus? In Cafés und Gastwirtschaften? Nur im Freien? Hätte sie in Gastwirtschaften und Cafés geraucht, würde es ihr in Italien, Frankreich, England und manch anderen Nachbarländern heute schlecht ergehen. Dort herrscht Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden &#8211; zum Nichtraucherschutz. Als selber Nichtraucher empfände ich solche Gesetze auch für Deutschland ziemlich angenehm. Was sagt ein Raucher zu dieser ganzen Sache? Zudem noch einer, der nicht viel später als die Weiße Rose Leute geboren wurde? Die Welt fasst <a href="http://www.welt.de/politik/article733942/Bekenntnisse_des_Rauchers_Martin_Walser.html">Martin Walsers Thesen</a> so zusammen</p>
<blockquote><p>Die Menschheit ist aus dem Paradies vertrieben, und für fast alles, was schön ist, muss man auf dieser Welt zahlen – und sei&#8217;s mit dem Leben.</p></blockquote>
<p>In seinen <a href="http://www.welt.de/politik/article733942/Bekenntnisse_des_Rauchers_Martin_Walser.html">Tagebucheinträgen</a> heißt es wörtlich:</p>
<blockquote><p><strong>1959. </strong>Die    Todesnachricht trifft ein, wir machen die Zigarette, die wir gerade rauchen,    zu früh aus. Sie schmeckt nicht mehr. Wenn wir aber gerade nicht rauchen,    wenn die Nachricht eintrifft, zünden wir uns rasch eine Zigarette an und    bemerken gar nicht, dass sie uns nicht schmeckt.</p>
<p><strong>1994. </strong>   Kafka hat, glaube ich, einmal geschrieben, wir seien aus Ungeduld und    Nachlässigkeit aus dem Paradies vertrieben worden, und aus Ungeduld und    Nachlässigkeit kehrten wir nicht ins Paradies zurück. Ebendarum rauchen wir.</p></blockquote>
<p>Etwas mit Unzufriedenheit mit der Welt wie sie das, das könnte auch das Rauchen der Widerstandskämpfer gewesen sein, so wie die Lock des Lukas des Lokomotivführers. Einfach Dampf ablassen muss jeder mal. Walser deutet aber auch an, dass wir im Paradies nicht rauchen würden, nicht einmal daran denken &#8211; wir wären schließlich nicht ungeduldig und nachlässig.</p>
<p>Zurück zur Politik: Interessant ist, dass heutzusage selbst liberale Stimmen, also solche, die am liebsten nicht staatlich eingreifen, sich in die Fürsprecher für ein Rauchverbot einreihen, etwa der Kommentator in der <a href="http://www.welt.de/politik/article734674/Wir_muessen_endlich_rauchfrei_werden.html">Welt</a> und <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/24.02.2007/3102641.asp"><span class="s">Clemens Wergin</span> im Tagesspiegel</a>, dessen <a href="http://blog.tagesspiegel.de/flatworld/">Blog flatworld</a> ich diese Links verdanke.</p>
<p>Wie solche Entscheidungen zustande kommen hat freilich seine eigene Logik: Als ob man wissenschaftlich vor 30 Jahren nicht schon genauso weit gewesen wäre. Wenn das Rauchen damals nicht schon die Gesundheitskassen übermäßig belastet hätte, würde mich das sehr wundern. Liegt es daran, dass inzwischen die Zigarettenindustrie ausgewandert ist? &#8211; Und sollte man in Deutschland zahm bleiben: Rauchen etwa zu viele von unseren Parlamentarien? Es soll mir jemand schlau werden aus der Politik.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=232&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Sophie selbstkritisch</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/01/18/sophie-selbstkritisch/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/01/18/sophie-selbstkritisch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Jan 2007 16:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Las gerade mal wieder Armin Zieglers Charakterisierung der Sophie Scholl. Er zitiert, dass Susanne Hirzel 1946 über Sophie schrieb:

[...] Es waren nicht viele Menschen, die ihr wirklich nahe standen. Bei allen galt sie als Ausnahme. Niemand konnte sie hassen oder ihr Vorwürfe machen, und doch war sie nie ‚populär‘. Sie galt als eingebildet, überheblich, stolz. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=185&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://cally.blogspirit.com/images/medium_sophie-scholl.2.jpg" align="right" height="263" width="176" />Las gerade mal wieder <a href="http://www.weisse-rose-lebensbilder.de/5.html">Armin Zieglers Charakterisierung der Sophie Scholl</a>. Er zitiert, dass Susanne Hirzel 1946 über Sophie schrieb:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">[...] <span style="color:black;">Es waren nicht viele Menschen, die ihr wirklich nahe standen. Bei allen galt sie als Ausnahme. Niemand konnte sie hassen oder ihr Vorwürfe machen, und doch war sie nie ‚populär‘. Sie galt als eingebildet, überheblich, stolz. Ich glaube aber, dass hier nur der Neid und die Sehnsucht der anderen Menschen spricht, die spüren, dass sie in einem fernen Weltraum lebt und viel viel Kraft in sich hatte. </span>[...]<span style="color:black;"> Sie half in der Selbstverständlichkeit, wo man sie bat. Aber die große Aktivität, das zupackende Interesse für die Menschen hatte sie nicht;</span>[...]</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Ich betone mit der Auswahl dieses Zitats die Dinge, die man nicht unbedingt hinschreiben müsste, wenn sie nicht stimmten: Einzelgängerin, wirkt überheblich, lebt in ihrer eigenen Welt, nicht groß im Zupacken. Daneben positiv eine große innere Kraft. Soweit die Außenbeobachtung. Jetzt ein Zitat aus einem Brief vom 22.5.1940 an Fritz Hartnagel, wie Sophie solche Dinge von innen sieht:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Wie könnte man da von einem Schicksal erwarten, dass es einer gerechten Sache den Sieg gebe, da sich kaum einer findet, der sich ungeteilt einer gerechten Sache opfert.</p>
<p class="MsoNormal">Ich muss hier an eine Geschichte des Alten Testaments denken, wo Mose [den ganzen Tag] zu jeder Stunde seine Arme zum Gebet erhob um von Gott den Sieg zu erbitten. Und sobald er einmal seine Arme senkte, wandte sich die Gunst von seinem kämpfenden Volke ab. Ob es wohl auch heute noch Menschen gibt, die nicht müde werden, ihr ganzes Denken und Wollen auf eines ungeteilt zu richten?</p>
<p class="MsoNormal">[...] Ich kenne kaum eine Stunde, in der nicht einer meiner Gedanken abschweift. Und nur in einem einzigen Bruchteil meiner Handlungen tue ich, was ich für richtig halte. Oft graut mir vor diesen Handlungen, die über mir zusammenwachsen wie dunkle Berge, so dass ich mir nichts anderes wünsche als Nichtsein, oder als nur eine Ackerkrume zu sein, oder ein Stücklein einer Baumrinde. Aber schon dieser oft überwältigende Wunsch ist wieder schlecht, denn er entspringt ja nur der Müdigkeit. […] Ich bitte dich nur, halte mich nicht für gut, da ich schlecht bin. […] Ich erkenne, wie ich bin, und bin zu müde, zu faul, zu schlecht, dies zu ändern.</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Es spricht für einen Menschen, dass die Außenbetrachtung der weniger hervorzuhebenden Seiten mit der Innenbetrachtung so halbwegs übereinstimmen.</p>
<ul>
<li>Ihre Trägheit im äußerlichen Tun,</li>
<li>ihr einzelgängerischer Anspruch, dass die Gedanken nicht abschweifen dürfen.</li>
<li>Wer lebt schon in der Welt von Moses und nimmt ihn sich eindeutig zum Vorbild?</li>
<li>(Suse und Sophie stimmen überein, dass Sophie nicht überheblich sein will.)</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">Die große Kraft, von der Susanne Hirzel schreibt, ist wohl nicht ganz gelogen. Recht vielen Leuten, die ich treffe, traue ich zu, dass sie „viel viel Kraft in sich“ haben.</p>
<p class="MsoNormal">Ich wehre mich dagegen, solche kritischen Selbstbespiegelungen wie oben, die in Sophies späteren Tagebuch-Meditiationstexten Gott gegenüber noch extremer werden, als skrupulant zu klassifizieren.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/185/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=185&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Beten &#8211; Wie Kieselsteine werfen oder Lachen</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/11/27/beten-wie-kieselsteine-werfen-oder-lachen/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/11/27/beten-wie-kieselsteine-werfen-oder-lachen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Nov 2006 17:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Titel]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass jemand betet, ist ein wichtiges Motiv im Stück. Zum Teil wird das in einer bildlichen oder märchenhaften Sprache erzählt. Statt direkt zu beten verwandelt sich Carl Muth in Mose, den Repräsentant Israels. Statt dass er etwas spricht, hebt er einen Stab, der einst zauberhaft das rote Meer öffnete und zufluten ließ &#8211; und bald [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=124&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.greenpeace.org/raw/image_full/international/photosvideos/photos/camel-owner-baoyin-culu-says-p.jpg" align="left" height="195" width="277" />Dass jemand betet, ist ein wichtiges Motiv im Stück. Zum Teil wird das in einer bildlichen oder märchenhaften Sprache erzählt. Statt direkt zu beten verwandelt sich Carl Muth in Mose, den Repräsentant Israels. Statt dass er etwas spricht, hebt er <a href="http://www.fontaene.de/archiv/nr-26/Topkapi_04.htm">einen Stab</a>, der einst zauberhaft das rote Meer öffnete und zufluten ließ &#8211; und bald darauf in der Wüste das lebenswichtige Wasser aus dem Felsen sprudeln ließ.</p>
<p>Auf ein bekanntes Märchen spielt R.S. Thomas in seinem <a href="http://underthegreenhill.blogspot.com/2006/07/land-meets-sea-meets-sky-prayers-like.html">Gedicht &#8222;Folk Tale&#8220;</a> an. (In Klammern einige Übersetzungen aus dem Englischen)</p>
<blockquote><p>Prayers like gravel <em>(Kieselsteine)</em><br />
flung at the sky&#8217;s<br />
window, hoping to attract<br />
the loved one&#8217;s<br />
attention.</p>
<p>But without<br />
visible plaits <em>(Zöpfe)</em> to let<br />
down for the believer<br />
to climb up,<br />
to what purpose open<br />
that far casement <em>(Fensterflügel)</em>?</p>
<p>I would<br />
have refrained long since<br />
but that peering once <em>(dieses eine Mal beim Spähen)</em><br />
through my locked fingers<br />
I thought that I detected<br />
the movement of a curtain <em>(Vorhang)</em>.</p></blockquote>
<p>Erraten welches Märchen gemeint ist?</p>
<p><span id="more-124"></span>Ich denke <a href="http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/rapunzel.htm">Rapunzel</a>. Ihr erinnert euch &#8222;Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter&#8220;. Ein &#8222;Fangt uns doch&#8220;-Märchen. (Schon Rapunzels Vater legt es darauf an, dass er beim Feldsalat klauen erwischt wird. Rapunzel selber singt (unbewusst) deshalb, damit sie ein(en) Bräutigam fängt.) Rapunzels Haar ist der einzige Weg, wie jemand auf den hohen tür- und treppenlosen Turm gelangen kann, in dem das Mädchen eingesperrt ist.  Aber wenn der Prinz aus dem Gedicht betet (bzw. Kieselsteine zum Turmfester, zur Angebeteten bzw. zum Angebeteten hochwirft), dann kommen keine Zöpfe herunter zum Herabsteigen, der Turm scheint hermetisch abgeriegelt zu sein.</p>
<blockquote><p><font face="Verdana, Arial, Helvetica, Geneva, sans-serif" size="-1">Nach ein paar Jahren trug es sich zu, daß der Sohn des Königs durch den Wald ritt und an dem Turm vorüberkam. Da hörte er einen Gesang, der war so lieblich, daß er stillhielt und horchte. Das war Rapunzel, die in ihrer Einsamkeit sich die Zeit damit vertrieb, ihre süße Stimme erschallen zu lassen. Der Königssohn wollte zu ihr hinaufsteigen und suchte nach einer Türe des Turms: aber es war keine zu finden.  </font></p></blockquote>
<p>Von oben ertönt ein Gesang, von oben blendet es. Aber da ist kein Weg nach oben. Gestern nicht, heute nicht, vielleicht nie. Warum trotzdem Kieselsteine hochwerfen? Weil sich dieses eine Mal, als ich mich einmal traute, durch die Ritzen der Finger direkt auf die Sonne zu sehen &#8211; vielleicht, ganz sicher bin ich nicht &#8211; weil sich da vielleicht einmal der Vorhang bewegt hat.</p>
<p>Sophie im Stück steht in der Kammer des Todes, muss Abschied nehmen von allen Freunden. Gleichzeitig steht sie unter &#8222;sky&#8217;s window&#8220;, dem blauen Himmel. Und dann fängt sie an, Kieselsteine zu werfen, einen nach dem Anderen, monoton, aber stetig, ihr habt den Ton gesprochen und gehört. &#8222;Hilf mir&#8220;, Du, keine Ahnung wer du da bist hinter dem Himmelsfenster, wenn du dem Augustinus geholfen hast, dem Jesus von Nazareth, dann hilf auch mir.</p>
<p>Das muss nicht aus großer Not gesprochen sein: Du, dessen wunderschönen Himmel ich fast jede Nacht sehen kann und  schon oft gesehen habe, ich möchte es glauben können, dass man mit dir auch sprechen kann. Mehr Worte fallen nicht.</p>
<p>Ein anderes verstecktes Wort im Theaterstück ist eine Art Anleitung zum Beten. Die Leute, die beten, werden im Schlusslied angesprochen als &#8222;die morgens und abends über sich selber lachen&#8220;. Für den Philosophen, Metaphysiker, aber eigentlich auch für jeden Wissenschaftler gehört es zum Beruf, die Welt unter dem &#8222;view from nowhere&#8220; oder eben der Gottesperspektive zu betrachten. Dabei denkt man nicht an irgendeinen Gott, sondern daran, dass man von seiner eigenen Perspektive abstrahiert und einen allgemeinen Standpunkt einnimmt. (Einen allgemeinen Standpunkt einnehmen, das tut eigentlich jeder die ganze Zeit. Z.B. wenn man einkaufen geht, hat sich Verkäufer und Käufer schon auf einen allgemeinen Preis geeinigt, usw.). Hat man dann den allgemeinen Standpunkt eingenommen, verzettelt man sich in Einzelheiten und versucht, das Richtige herauszubekommen, zu tun, zu erwarten&#8230; Aber das alles ist nicht wirklich allgemein, nur so ein bisschen, es ist eine Kleinigkeit, &#8222;ein Stück deiner Schöpfung&#8220;, worüber man, sobald man die Existenz Gottes ernst nimmt, herzhaft lachen kann. Sobald du weißt, dass er es ist, der die Macht hat, wirklich die Macht, kann man sich herzlich freuen. Manchmal kommen einem die Tränen (wenn ich denke, dass ich in einem Theaterstück davon erzählen darf), manchmal ist es einfach nur schön (dass ich heute morgen ohne die Finger vors Gesicht zu halten in die Sonne schauen kann). Es ist ein wunderschönes Lachen. Darüber, dass es alles eine Kleinigkeit ist. Und darüber, dass es schön und gut ist, weil es geliebt wird und freundlich angekuckt wird, was ich tue. Das Lied macht den Vorschlag, man könnte doch mindestens am Morgen und einmal am Abend dieses Lachen üben.</p>
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