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	<title>Fangt uns doch &#187; Kinofilm 2005</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Kinofilm 2005</title>
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		<title>Lachen macht milde</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 17:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ich mag Bubers &#8222;Erzählungen der Chassidim&#8220;, sie  sind mir aber oft genug schwer zugänglich, manche gehen mir beim wiederholten Lesen auf.  Diesen Vorgang selber kommentiert die folgende Geschichte. (Maggid = Maggid von Mesritsch = Rabbi Bär)
Das Sündenregister
Der Raw von Kolbischow weilte einst in Mesritsch und sah, wie ein alter Mann zum Maggid kam und ihn [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=438&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;" lang="de-DE"><img class="alignright" src="http://www.raabenstark.info/mediac/400_0/media/Tibet$20-$20lachen.jpg" alt="" width="299" height="308" />Ich mag Bubers &#8222;Erzählungen der Chassidim&#8220;, sie  sind mir aber oft genug schwer zugänglich, manche gehen mir beim wiederholten Lesen auf.  Diesen Vorgang selber kommentiert die folgende Geschichte. (Maggid = Maggid von Mesritsch = Rabbi Bär)</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;padding-left:30px;" lang="de-DE">Das Sündenregister</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;padding-left:30px;" lang="de-DE">Der Raw von Kolbischow weilte einst in Mesritsch und sah, wie ein alter Mann zum Maggid kam <span id="more-438"></span>und ihn bat, ihm eine Sündenbuße aufzuerlegen. „Geh heim“, sagte der Maggid, „schreib alle deine Sünden auf ein Blatt und bringe es mir.“ Als der Mann es ihm brachte, warf er nur einen Blick darauf, dann sagte er: „Geh nun wieder heim, es ist gut.“ Später aber sah der Raw, wie der Rabbi Bär das Blatt las und bei jeder Zeile laut auflachte. Das verdross ihn: Wie kann man über Sünden lachen! Jahrelang konnte er die Erinnerung nicht überwinden, bis er einmal diesen Spruch des Baal-schemtow anführen hörte: „Es ist bekannt, dass niemand eine Sünde begeht, es sei denn der Geist der Narrheit ist in ihn gefahren. Was tut aber der Weise, wenn ein Narr zu ihm kommt? Er lacht über all seine Narrheiten, und wie er lacht, kommt der Hauch der Mildigkeit über die Welt, die Strenge schmilzt, und was lastete, wird leicht.“ Der Raw besann sich. „Nun verstehe ich das Lachen des heiligen Maggids“, sprach er in seiner Seele.  (208)</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;" lang="de-DE"><img class="alignright" src="http://www.raabenstark.info/mediac/400_0/media/Sonnenstern.gif" alt="" width="150" height="153" />Die Sophie-Scholl Kammerspiele haben teil an diesen Einsichten. Das geheime Kabarett im Gefängnis in „Die letzten fünf Tage“ und Alex Schmorells Hitlerkomik in „Sophie Scholl. Die letzten Tage“ sind ein wichtiger Punkt, den diese Filme nicht auslassen, weil er für die Weisheit der Weiße Rose Leute spricht.</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;" lang="de-DE">Im Katholizismus spricht man davon, dass jemand Sühne für Andere tut. Das kann drastische und recht materialistische Formen annehmen, die ich ungläubig ignorieren würde, wären sie nicht von einer echten Kämpferin gegen Hitlers Machtübernahme bezeugt, Therese Neumann. Im Haus der sog. „Resl von Konnersreuth“ hätte es nach Suff gestunken, während sie Abbitte für einen sterbenden Alkoholiker geleistet hätte. Beim Tod der betreffenden Person sei dieser Gestank auf einen Schlag weggewesen. (Man darf mich, wenn ich solche <img class="alignright" src="http://www.lexi-tv.de/pix/Begriffstextbild/2786_2034_Haupt.jpg" alt="" width="265" height="213" />Geschichten ernstnehme, einen unaufgeklärten Menschen schimpfen. Ich würde dagegen halten, die Wissenschaft solle sich nicht so haben. Wenn die gesamte Physik nur über wenige Prozente der Materie im Weltraum reden kann, selbst wenn sie über das gesamte uns bekannte Weltall mit Galaxien und schwarzen Löchern spricht, warum dann annehmen, wir hätten die Gesetze von Geruch und Versöhnung verstanden?)</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;" lang="de-DE">Die klassisch katholische Deutung von Mystikerinnen wie der Therese von Konnersreuth ist die vom Sühneleiden. Sie lieben Jesus, der den Tod nicht scheute, so sehr, dass sie mit ihm am Unglück und an der Bosheit in der Welt leiden. Ich hoffe und vermute, sie erfuhren als weise Menschen auch das Lachen, von dem die chassidische Geschichte schreibt. Und wer tut das bei einer so skurilen Geschichte wie der von Resl von Konnersreuth nicht, wenn er gezwungen ist, sie empirisch ernst zu nehmen.</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;" lang="de-DE">Wenn ich nicht am Samstag so ausgiebig mit Achim und den vielen jüngeren Kindern gelacht hätte, würd&#8217; ich heute vielleicht nicht sagen, dass das Lachen zu den Werkzeugen gehört, mit deren Hilfe man den Himmel auf die Erde holen kann. Felix culpa.</p>
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		<title>Jenseits von Eden wird geraucht</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/03/06/jenseits-von-eden-wird-geraucht/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/03/06/jenseits-von-eden-wird-geraucht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2007 13:14:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alexander Schmorell]]></category>
		<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenbei]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Aspekt, den ich zum Theaterstück beiseite gelassen habe. So gut wie alle Weißen Rose Mitglieder, die am Ende hingerichtet wurden, waren Raucher (bei Willi Graf und Professor Huber bin ich nicht so sicher). Auch Sophie &#8211; in einer Zeit, in der es noch verhältnismäßig ungewöhnlich war, dass Frauen rauchten. (Der Kinofilm würdigt ja die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=232&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.planet-wissen.de/pics/IEPics/portrait_weisserose_probs.jpg" align="right" height="213" width="183" />Ein Aspekt, den ich zum Theaterstück beiseite gelassen habe. So gut wie alle Weißen Rose Mitglieder, die am Ende hingerichtet wurden, waren Raucher (bei Willi Graf und Professor Huber bin ich nicht so sicher). Auch Sophie &#8211; in einer Zeit, in der es noch verhältnismäßig ungewöhnlich war, dass Frauen rauchten. (Der Kinofilm würdigt ja die Abschiedszigarette vor der Hinrichtung am 22. Februar (der Blog hat den Todestag verschlafen, tja.))<span id="more-232"></span></p>
<p>Sophie erfüllt es mit einem gewissen Stolz, dass ihr der Vater das Rauchen nicht verboten hat. Manchmal ist es ihr ein Widerstandszeichen gegen das Gleichmacherische des Systems, wenn sie im RAD mit einer Freundin draußen im Geheimen eine Zigarette raucht. Ansonsten macht sie davon kein großes Aufheben, kaum anzunehmen, dass man sich als Studentin das Kettenrauchen hätte leisten können. Von den männlichen Weiße Rose Mitgliedern wird berichtet, dass sie oft ein Pfeife im Mund hatten ohne zu rauchen &#8211; so quasi als Statussymbol.</p>
<p><img src="http://www.planet-wissen.de/pics/IEPics/portrait_weisserose_schm.jpg" align="left" height="213" width="183" />Der Kick zur aktuellen Debatte: Wo hat haben sie alle geraucht? Zuhaus? In Cafés und Gastwirtschaften? Nur im Freien? Hätte sie in Gastwirtschaften und Cafés geraucht, würde es ihr in Italien, Frankreich, England und manch anderen Nachbarländern heute schlecht ergehen. Dort herrscht Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden &#8211; zum Nichtraucherschutz. Als selber Nichtraucher empfände ich solche Gesetze auch für Deutschland ziemlich angenehm. Was sagt ein Raucher zu dieser ganzen Sache? Zudem noch einer, der nicht viel später als die Weiße Rose Leute geboren wurde? Die Welt fasst <a href="http://www.welt.de/politik/article733942/Bekenntnisse_des_Rauchers_Martin_Walser.html">Martin Walsers Thesen</a> so zusammen</p>
<blockquote><p>Die Menschheit ist aus dem Paradies vertrieben, und für fast alles, was schön ist, muss man auf dieser Welt zahlen – und sei&#8217;s mit dem Leben.</p></blockquote>
<p>In seinen <a href="http://www.welt.de/politik/article733942/Bekenntnisse_des_Rauchers_Martin_Walser.html">Tagebucheinträgen</a> heißt es wörtlich:</p>
<blockquote><p><strong>1959. </strong>Die    Todesnachricht trifft ein, wir machen die Zigarette, die wir gerade rauchen,    zu früh aus. Sie schmeckt nicht mehr. Wenn wir aber gerade nicht rauchen,    wenn die Nachricht eintrifft, zünden wir uns rasch eine Zigarette an und    bemerken gar nicht, dass sie uns nicht schmeckt.</p>
<p><strong>1994. </strong>   Kafka hat, glaube ich, einmal geschrieben, wir seien aus Ungeduld und    Nachlässigkeit aus dem Paradies vertrieben worden, und aus Ungeduld und    Nachlässigkeit kehrten wir nicht ins Paradies zurück. Ebendarum rauchen wir.</p></blockquote>
<p>Etwas mit Unzufriedenheit mit der Welt wie sie das, das könnte auch das Rauchen der Widerstandskämpfer gewesen sein, so wie die Lock des Lukas des Lokomotivführers. Einfach Dampf ablassen muss jeder mal. Walser deutet aber auch an, dass wir im Paradies nicht rauchen würden, nicht einmal daran denken &#8211; wir wären schließlich nicht ungeduldig und nachlässig.</p>
<p>Zurück zur Politik: Interessant ist, dass heutzusage selbst liberale Stimmen, also solche, die am liebsten nicht staatlich eingreifen, sich in die Fürsprecher für ein Rauchverbot einreihen, etwa der Kommentator in der <a href="http://www.welt.de/politik/article734674/Wir_muessen_endlich_rauchfrei_werden.html">Welt</a> und <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/24.02.2007/3102641.asp"><span class="s">Clemens Wergin</span> im Tagesspiegel</a>, dessen <a href="http://blog.tagesspiegel.de/flatworld/">Blog flatworld</a> ich diese Links verdanke.</p>
<p>Wie solche Entscheidungen zustande kommen hat freilich seine eigene Logik: Als ob man wissenschaftlich vor 30 Jahren nicht schon genauso weit gewesen wäre. Wenn das Rauchen damals nicht schon die Gesundheitskassen übermäßig belastet hätte, würde mich das sehr wundern. Liegt es daran, dass inzwischen die Zigarettenindustrie ausgewandert ist? &#8211; Und sollte man in Deutschland zahm bleiben: Rauchen etwa zu viele von unseren Parlamentarien? Es soll mir jemand schlau werden aus der Politik.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/232/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/232/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=232&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wem könnte unser Stück gefallen?</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/11/14/wem-konnte-unser-stuck-gefallen/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Nov 2006 22:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Für wen, für welche Zuschauer spielen wir Theater?
Ich denke mir mal, wir spielen für 4 Gruppen
(1) Erstens für die, die den Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ gesehen haben. Die sich begeistert haben für das, was Sophie Scholl tat und sagte, und die staunend zuschauten, wie Sophie sicher war, dass der Tod das kleinere [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=107&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://fangtunsdoch.files.wordpress.com/2006/11/dsc08952.jpg" title="gesamt"><img src="http://fangtunsdoch.files.wordpress.com/2006/11/dsc08952.jpg?w=326&#038;h=245" alt="gesamt" align="left" height="245" width="326" /></a>Für wen, für welche Zuschauer spielen wir Theater?</p>
<p>Ich denke mir mal, wir spielen für 4 Gruppen</p>
<p>(1) Erstens für die, die den Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ gesehen haben. Die sich begeistert haben für das, was Sophie Scholl tat und sagte, und die staunend zuschauten, wie Sophie sicher war, dass der Tod das kleinere Übel ist. Für andere Fans der Weißen Rose, die den Film nicht kennen oder nicht so viel darin entdeckt haben, natürlich auch.</p>
<p>(2) Für Fans der KJT: <span id="more-107"></span>die uns schon immer gerne haben spielen sehen, die gern die Singgruppe hören und sich auf Jugendgottesdienste freuen. Die irgendetwas vom Thannhausener Teil des Weltjugendtages mitbekommen haben, als wir 33 Senegalesen zu Gast hatten. Natürlich auch für die, die selber mal im KJT-Theater mitspielen wollen, aber für dieses Mal zu jung waren oder aus anderen Gründen nicht können. Natürlich auch für die Fans einzelner Schauspieler, Komponisten, Sänger u.ä.</p>
<p>(3) Für Leute, die eine Ahnung und Hoffnung haben, dass ihr eigenes Leben etwas Besonderes werden kann. Dass sie sehen, wie es mit Hans und Sophie Scholl unter schwierigen Umständen mit einem gewöhnlichen Leben anfing, und dass es gut wurde, dass sie am Ende das Ihre fangen, das es ihnen auch wert war, das Leben zu riskieren. Die eine Ahnung haben, dass auf diesem Weg die frohe Botschaft des Jesus von Nazareth auch bei ihnen eine wichtige Rolle spielen könnte.</p>
<p>(4) Für Leute die unbefangen sind, gern ein Theaterstück sehen und sich mit Spaß auf so etwas einlassen. Die einen mehr emotional, die anderen mehr intellektuell – nur ein Zugang allein genügt nicht. Denen es nichts ausmacht, dass die Handlung nicht spannend im gewöhnlichen Sinne ist und die Freude am Selber-Interpretieren haben, wenn die Deutung nicht gleich auf der Hand liegt. Die ein bisschen über Ungenauigkeiten und Schlamperein hinwegsehen können.</p>
<p>Ich hoffe, lieber Leser, Sie oder du gehören zu einer dieser Gruppen. Wenn nicht, und Sie/du konnten doch etwas mit dem Stück oder der Werbung dafür anfangen, bin ich besonders gespannt auf einen Kommentar.</p>
<p>Es bleibt die Frage: Ist unser Stück für Kinder geeignet? Holger fragte mich, ob er mit seinem neuneinhalbjährigen Sohn hingehen kann. Ich schrieb ihm zurück:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal" style="line-height:12pt;"><span style="font-size:10pt;font-family:Helv;color:black;">Ich denke, wir bringen nichts auf die Bühne, das unter den Jugendschutz fallen würde. Außerdem ist unser Stück recht abwechslungsreich (Bühne, Kostüme, viel Musik, keine langen Monologe).</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:12pt;"><span style="font-size:10pt;font-family:Helv;color:black;">Andererseits ist es wahrscheinlich, dass er irgendwann den eigentlichen Handlungsfaden verliert und ebenso könnte das einigen Erwachsenen passieren. &#8211; Aber die können wenigstens wissen: erster Akt normale Handlung. zweiter Akt: versetzt die Leute in den Krieg, da kippt die Handlung oft in eine Traumebene. Im dritten Akt geht es die ganze Zeit darum eine Entscheidung zu treffen, da ist space-t das ganze nochmal ab, ich versuche das Innere des Menschen darzustellen.</span><span style="font-size:10pt;font-family:Helv;color:black;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:12pt;"><span style="font-size:10pt;font-family:Helv;color:black;">Fazit: Wenn dein Sohn richtig Lust auf Theater hat und du vorher mit ihm darüber sprichst, dann kann er Freude an dem Stück haben. Aber ich empfehle es im Allgemeinen nicht für Kinder.</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal" style="line-height:12pt;">Diese Antwort ändert nichts daran, dass es mich unendlich freuen würde, wenn wir wenigstens ein Kind mit unserem Stück begeistern könnten. (Es war so toll, dass es beim &#8222;Bauern in der Kutte&#8220; vor 5 Jahren bei so vielen Kindern klappte. Und das war eigentlich ein Erwachsenenstück.)</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:12pt;">Wenn jemand wissen will, welche Szenen so nacheinader folgen (und es vielleicht mit Kindern durchgehen will), empfehle ich den Blogeintrag <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/11/14/szene-fur-szene/">Szene für Szene</a>.</p>
<blockquote></blockquote>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/107/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=107&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Verriss: Holzschnitt, Legendenbildung, Schnulz</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Oct 2006 19:10:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn unser Theaterstück in der Berliner Morgenpost einen Verriss bekäme, wäre das für uns als Gelegenheits-Amateurbühne schmeichelnd, für einen Kinofilm ist es das freilich nicht. Rothemunds Film bekam in dieser Zeitung während der Berlinade zwar noch vorsichtiges Lob, als der zweite Kritiker der Berliner Morgenpost den Film aber im Kino sah, fühlte sich Elmar Krekeler [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=32&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wenn unser Theaterstück in der <a href="http://www.morgenpost.de/content/2005/02/24/film/737011.html">Berliner Morgenpost</a> einen Verriss bekäme, wäre das für uns als Gelegenheits-Amateurbühne schmeichelnd, für einen Kinofilm ist es das freilich nicht. Rothemunds Film bekam in dieser Zeitung während der Berlinade zwar noch vorsichtiges Lob, als der zweite Kritiker der Berliner Morgenpost den Film aber im Kino sah, fühlte sich Elmar Krekeler gezwungen, von einer &#8222;geradezu holzschnittartigen, angestaubten Dramaturgie, der jedes Überraschungsmoment fehlt&#8220; zu sprechen. Das ist ein Todesurteil. (Ein anderes als das im Film gezeigte.-) Es kommt noch schlimmer. Der Film sei wie ein kitschiges Heiligenbildchen der Sophie Scholl als Schmerzensmama (Pieta) des kranken Deutschland. Ich zitiere:</p>
<blockquote><p><span>Und damit wir auch merken, was für eine Heilige diese Sophie Scholl doch ist, häufen sich gegen Ende die Pietá-Bilder, muß Sophie immer in den Himmel gucken, muß sie immer mehr beten (nichts &#8211; vielleicht abgesehen vom Geschlechtsakt &#8211; wirkt, weil es da nicht hingehört, auf der Leinwand derart unecht, so derart ausgestellt wie das Beten). Und als ob für die Jeanne-d&#8217;Arc-Legenden-Bildung von Sophie Scholl damit noch nicht genug getan wäre, lassen Reinhold Heil und Johnny Klimek darüber derartig schluchzende Streicherhymnen singen, daß man für Momente bedauert, im Kino keine Altarkerzen abbrennen zu dürfen.</span></p></blockquote>
<p>Todlangweilig, an der Wirklichkeit vorbei, rührselige Musik &#8211; wenn es mir nicht gut geht, gehen da so manche Befürchtungen in einem herum, wie da mal auch unser Theater herüberkommen wird.</p>
<p><span>Wenn es mir dann besser geht, denk ich mir: die Geschmäcker sind verschieden, vielleicht hab ich auch einfach das Glück, ein bisschen mehr zu sehen: ein Holzschnitt kann sehr fein ausgearbeitet sein, wenn das Leben auf die Bühne soll, muss man sich auch an schwierigen Dingen probieren (z.B. Beten darstellen) und die Schwierigkeiten dabei als Herausforderungen sehen, und selbst wenn unsere Musik dem ein oder anderen Zuschauer hymnisch schluchzend vorkommt &#8211; wir würden uns freuen, wenn im Publikum Kerzen oder Sternwerfer angezündet würden.</span></p>
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		<title>Die Texte von vor 60 Jahren sprechbar machen</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/09/27/sprache-im-sophie-scholl-film-und-im-theater/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Sep 2006 06:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf heisse.de schreibt Rüdiger Suchsland zum Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

[…] immerhin kommt es zu der erstaunlichen Erfahrung, dass man sogar eine Art Suspense empfindet, eine Spannung, eher Anspannung, dass man fast beginnt, darauf zu hoffen und zu glauben, dass Sophie Scholl vielleicht doch noch davonkommen könnte. Die eigentliche große Leistung des Films [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=7&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><span class="dunkelgrau-12-16">Auf heisse.de schreibt </span><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19547/1.html" target="_blank">Rüdiger Suchsland zum Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“</a><span class="dunkelgrau-12-16"></span></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">[…] immerhin kommt es zu der erstaunlichen Erfahrung, dass man sogar eine Art Suspense empfindet, eine Spannung, eher Anspannung, dass man fast beginnt, darauf zu hoffen und zu glauben, dass Sophie Scholl vielleicht doch noch davonkommen könnte. Die eigentliche große Leistung des Films ist dieses Drehbuch. […]<span class="dunkelgrau-12-16"></span></p>
<p class="fliess">Noch wichtiger ist nämlich eine zweite Wirkung dieses Drehbuchs: die Sprache. Durchweg ist sie idealisiert, dominiert ein hoher Ton. Wenn manche Kritiker über den Film bemerken, hier werde Pathos vermieden, dann irren sie. Vermieden wird Sentimentalität &#8211; und noch nicht einmal die ganz. &#8222;Die Sonne scheint noch&#8220;, sind die letzten Worte Sophie Scholls im Film. Stattdessen geht es um &#8222;Freiheit und Ehre &#8230; ein neues geistiges Europa &#8230; Sitte, Moral und Gott&#8220; gegen &#8222;die falsche Weltanschauung&#8220;.</p>
<p class="fliess">Man kennt solche Worte gar nicht mehr, man kennt noch weniger Menschen, die so sprechen &#8211; so fern und fremd wirkt das alles manchmal. Aber gerade das ist gut. Denn die Fremdheit liegt nicht etwa primär in der Unzeitgemäßheit einer Weltanschauung, die Thomas Assheuer in der &#8222;Zeit&#8220; treffend als &#8222;eine Form politischer Theologie&#8220; charakterisiert, sondern in der Unbedingtheit mit der Politik als Ernstfall und existentieller Lebensbereich begriffen wird. Indem uns der Film darauf stößt, wie fern eine wie Sophie Scholl uns ist, erinnert er uns daran, wie nahe sie uns sein könnte. Ein Redefilm, der seinen Stoff immer wieder ins Abstrakte hebt, der sperrig ist, nicht vermenschelnd.</p>
<p class="fliess">&#8222;Die kritische Frage nach dem Zusammenhang von Politik und Ästhetik&#8220;, die Barbara Schweizerhof beherzt und trotzig (und dann doch nicht gerade im Übermaß begründet) jetzt in der &#8222;taz&#8220; dem Lob der Kollegen nachwirft, lässt sich ganz einfach so beantworten: Manchmal muss es eben Pathos sein. Und gegen den Pathos des Widerstands gegen Tyrannei ist ganz und gar nichts einzuwenden. Unerträglich die Vorstellung, man würde uns eine Sophie Scholl zumuten, die irgendwie &#8222;heutig&#8220; und &#8222;zeitgemäß&#8220; wäre, cool und vorlaut. Indem die Sophie Scholl dieses Films spricht wie die Figuren bei Schiller &#8211; &#8222;ein harter Geist, ein weiches Herz&#8220; -, voller brennender Leidenschaft für ihre Gedanken und die Freiheit, sie zu denken, für die Wahrheit und die Freiheit, an ihr festzuhalten, indem sie auch inhaltlich ganz ungebrochen und ohne geringste Einschränkungen Idealismus pur an den Tag legt und ihre Ausführungen mit einem Lutherschen &#8222;Ich kann nicht anders.&#8220; bekräftigt, macht die Figur bewusst, was den heutigen politischen Diskursen fehlt. Ein Heldendrama, das daran erinnert, dass es in der Politik um Leben und Tod geht, gehen muss, gehen kann, und dass die Tatsache, dass sich die Dinge heute vor allem um Visa, Diäten und Rentenkürzungen drehen, nicht nur einen Gewinn bedeutet.</p>
</blockquote>
<p>Die Behauptung ist also, dass eine Sprache &#8222;wie Schiller&#8220; einfach angemessen für das Thema ist. Ich behaupte ja nicht,  dass die Sprache unseres Theaterstückes so gut ist wie die oben gerühmte. Interessanterweise aber war meine Methode nicht groß anders als die des <span><span class="zitat-autor">Drehbuchautors Fred Breinersdorfer. Suchsland zitiert, was </span></span><span><span class="zitat-autor">Breinersdorfer</span></span><span><span class="zitat-autor"> über seine Verfahrensweise sagt </span></span></p>
<blockquote><p><span>&#8230; Die Dialoge sind aus verschiedenen Quellen zusammengesetzt: Die Protokolle, Briefe und Aufzeichnungen von Sophie Scholl &#8211; ihre individuelle Schreibsprache. Zitate von ihrer Schwester Inge, Zitate aus den Flugblättern. Da ging es dann zunächst einmal darum, diese Texte überhaupt sprechbar zu machen. </span><br />
<span></span></p></blockquote>
<p><span>Ich hoffe ja doch, man merkt in &#8222;Fangt uns doch&#8220; den Unterschied zwischen der Sprache Goethes und dem Rest. Extra pathetisch werden wir meines Erachtens selten. Beim Lernen merkt ihr hoffentlich, wo es nicht sprechbar ist, damit wir es noch ändern können. Sagt Suchsland, die Sprache des Films (und damit die der Tagebücher)  sei ein gutes Modell für eine heutige Sprache &#8211; oder sagt er, der Film spreche nur eine Sprache für außergewöhnliche Politiker und übermenschliche Helden?<span class="zitat-autor"></span></span></p>
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		<title>Kommt man an die Gestalten von damals heran?</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/09/27/kommt-man-an-die-gestalten-von-damals-heran/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Sep 2006 06:47:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Beitrag zum Film &#8222;Sophie Scholl &#8211; Die letzten Tage&#8220; schreibt Thomas Assheuer von der Zeit zunächst 
Sophie Scholl ist in Julia Jentsch so unabweisbar gegenwärtig, als käme sie aus der heutigen Zeit und als sei sie eine von uns.
Er lobt die schauspielerische Leistung, die den Zuschauer mitreißt, ergänzt dann aber
Man nimmt diesem Film [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=8&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>In einem Beitrag zum Film &#8222;Sophie Scholl &#8211; Die letzten Tage&#8220; schreibt <span class="byline"><a href="http://www.zeit.de/2005/09/Sophie_Scholl?page=all">Thomas Assheuer</a> von der Zeit zunächst </span></p>
<blockquote><p>Sophie Scholl ist in Julia Jentsch so unabweisbar gegenwärtig, als käme sie aus der heutigen Zeit und als sei sie eine von uns.</p></blockquote>
<p>Er lobt die schauspielerische Leistung, die den Zuschauer mitreißt, ergänzt dann aber</p>
<blockquote><p>Man nimmt diesem Film nichts von seiner Eindringlichkeit, wenn man feststellt, dass sein Versuch, Sophie Scholl zu unserer Zeitgenossin zu machen, die historische Wahrheit nur streift. Denn in Wirklichkeit ist uns diese junge Frau nicht nah, sondern fern und fremd. Erst recht das verschlungene Universum ihres religiösen Empfindens bleibt unserem Weltbild unverständlich. Rothemund scheint dies zu spüren und vertraut deshalb ganz auf nachholende Einfühlung und die Macht der Empathie.</p></blockquote>
<p>Es regt mich auf, wenn jemand betont, dass uns das Weltbild der Widerstandskämpfer fremd bleibt. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder es stimmt oder Assauer soll sagen, wo der Fehler liegt.</p>
<p>Außerdem: Ist es nicht unendlich viel, wenn die historische Wahrheit in einem Film gestriffen wird? Ich würde ja gern wissen, was an dem Film gelogen ist. Sophie ist vielen Leuten in München, etwa Annelies Graf, nicht groß aufgefallen. Julia Jentsch spielt keine Frau, die prinzipiell groß auffällt. Der Glanz und die Empathie für Sophie Scholl kommen vom Ende, von den Taten, vom Sicherstehen im Prozess, davon, dass sie im Nachkriegsdeutschland hoch geschätzt wird.</p>
<p>Vor allem regt mich das Zitat auf, weil es so tut, als wären die Verständnishorizonte unter Zeitgenossen so ähnlich: wir verstehen uns ja alle aber jemand von damals kann man nicht mehr verstehen. Es gibt (in gutem Sinne) elitäre Leute auch heute, man versteht sie auch erstmal nicht: aber man hat doch eine Chance. Und die Verstehenschance für Sophie Scholl ist ziemlich groß, denn man kennt viele privaten Aufzeichnungen von ihr.</p>
<p>Was sind die Dinge im Leben der Sophie Scholl, an denen der Film vorbeigeht? Mir ist nicht klar, ob Assauer kritisiert, dass der Film die öffentliche, politische Dimension ihres Widerstandes ausklammert. Aber Assauer behauptet, dass der Zuschauer heute eigentlich mit Sophies religiösem Weltbild nichts anfangen kann. Ich zitiere wieder</p>
<blockquote><p>Gewiss war Sophie Scholl keine dezidierte Intellektuelle, jedenfalls nicht in dem Maß wie die anderen Mitglieder der Weißen Rose, die noch immer in ihrem Schatten stehen. Doch wer ihr religiöses, durch Pascal- und Augustinus-Lektüren sowie vom katholischen »Hochlandkreis« beeinflusstes Weltbild ausblendet oder wer sie gar zu einer seelenverwandten Zeitgenossin erklärt, der verleiht ihrem Widerstand gegen die »Herrschaft der brutalen Gewalt« etwas Privates und Zufälliges.</p>
<p>In Wirklichkeit handelte Sophie als christliche Universalistin. Sie missbilligte jede Form von Gewalt und stellte die biblische Wahrheit höher als die machtvergötzende »Wahrheit« germanischer Götter. Gott sei für alle Menschen »herabgestiegen« und nicht nur für die Starken. Einmal streitet sie sich in ihren Briefen mit ihrem Freund Fritz Hartnagel über dessen Militärdienst. Als Soldat müsse er unterschiedlichen Herren und unterschiedlichen »Wahrheiten« dienen. Doch als Christin lehne sie dies ab – kein Mensch und keine irdische Macht dürften sich an die Stelle des Absoluten setzen.</p></blockquote>
<p>Zugegeben, es ist sehr selten die Sprache von heute, dass man einem Menschen oder einer höheren Macht dient. (Beim Worten wie Gottesdienst oder Wehrdienst assoziiert man kaum, dass da jemand ist, dem man dadurch dient, dass man dabei ist.) Aber ich glaube, der ärgerlichste Punkt, wenn uns Sophie Scholl Weltbild nicht nahe kommt, ist, dass man den Tod nicht sehen will. Und der ist den Menschen heute und damals fremd gewesen. Freilich nicht Augustinus, Pascal, Carl Muth. Ohne dass ich ein besserer Zeitgenosse wäre, fasziniert mich das.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kostüme und Musik als Zugangserleichterung</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/09/26/kostume-und-musik-als-zugangserleichterung/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/09/26/kostume-und-musik-als-zugangserleichterung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2006 19:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kinofilm 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Kostüme]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[ In Kinofenster schreibt Claudia Hennen zum Kinofilm &#8222;Sophie Scholl &#8211; Die letzten Tage&#8220;:
Bewusst wurden jedoch aufdringliche Zeitbezüge vermieden und Uniformen,          Hakenkreuze und andere Insignien des Nationalsozialismus weit gehend ausgeblendet.          Die Kostüme entsprechen zwar der Mode der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=9&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> In Kinofenster schreibt <a href="http://www.kinofenster.de/ausgaben/kf0502/film1.htm">Claudia Hennen</a> zum Kinofilm &#8222;Sophie Scholl &#8211; Die letzten Tage&#8220;:</p>
<blockquote><p>Bewusst wurden jedoch aufdringliche Zeitbezüge vermieden und Uniformen,          Hakenkreuze und andere Insignien des Nationalsozialismus weit gehend ausgeblendet.          Die Kostüme entsprechen zwar der Mode der 1940er-Jahre, wirken jedoch          seltsam zeitlos. Insgesamt entsteht eine Atmosphäre, in der Handlung          und Dialoge an Aktualität gewinnen, denn Rothemund versteht seinen          Film nicht als reinen Geschichtsfilm, sondern in erster Linie politisch.          Anachronistisch ist auch der Soundtrack: Reinhold Heil und Johnny Klimeks          elektronische Klangcollagen im Stil der österreichischen Kultband          „Kruder &amp; Dorfmeister“ wurden handlungstragenden Momenten –          etwa dem Auswerfen der Flugblätter oder der Fahrt zum Prozess –          unterlegt. Besonders ein jüngeres Publikum dürfte auf diese          Weise einen leichteren Zugang finden und sich gut mit Sophie Scholls Haltung          identifizieren können. Nicht zuletzt ist es der herausragenden schauspielerischen          Leistung von Julia Jentsch zu verdanken, dass die Frage nach dem politischen          Engagement einer Generation und der Zivilcourage jedes Einzelnen beindruckend          an Aktualität gewinnt.</p></blockquote>
<p>Ich bemerke Nähe und Ferne zur Konzeption unseres Theaters. Es geht sowohl um Politik als auch um innere Haltung. Von einem Theater muss man nicht verlangen, dass auf der Bühne oder in den Gewändern Historisches exakt imitiert wird. Im Gegenteil, wenn von Anfang jeder sehen kann, dass man das nicht will,  dann ist der Zuschauer gezwungen, in Gewand und Kulisse eine Extra-Idee vermuten. (Die könnte ich freilich heute noch nicht formulieren. Wenn es am Ende bei unseren Aufführungen keine gäbe, wäre das schade.)</p>
<p>Auch Musik greift auf unserer Bühne anders ins Stück ein als das in einem Film passiert. Sie ist mit Text unterlegt, kommentiert, treibt teilweise auch die Handlung voran. Wie dem Film gibt sie dem Stück eine gewisse Stimmung, die sie für gewisse Gruppen anziehend macht. Ich bin leider in Fragen des Musikstils nicht so richtig gut drauf. Kennt jemand <span>„Kruder &amp; Dorfmeister“? </span>Schreibt mir jemand die Kultband, an die die Musik in unserem Stück erinnert? Wie würdet ihr die Stimmung beschreiben,  die unsere Songs unabhängig vom Text haben?</p>
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