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	<title>Fangt uns doch &#187; Theodor Haecker</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Theodor Haecker</title>
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		<title>Hitler als Antichrist?</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 11:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
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		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Dezember 1942, es geht ums Grundsätzliche.  Ich zitiere eine Zankel-Rezension von Jakob Knab:
An einem Sonntag im Advent 1942 trafen sich einige Freunde der »Weissen Rose« mit dem katholischen Kulturphilosophen Theodor Haecker. [...]. Hier meine Darstellung dieser Schlüsselszene: Die Frage kam auf die »Heraufkunft des Antichrist«. Haecker, darauf vorbereitet, las zunächst die entsprechende Bibelstelle (2 [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=291&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.remnantnewspaper.com/images/antichrist.jpg" align="right" height="255" width="250" />Dezember 1942, es geht ums Grundsätzliche.  Ich zitiere eine Zankel-Rezension von <a href="http://www.amazon.de/Flugbl%C3%A4ttern-gegen-Hitler-S%C3%B6nke-Zankel/dp/customer-reviews/3412200387/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&amp;showViewpoints=1&amp;customer-reviews.start=1&amp;qid=1203437923&amp;sr=8-1#customerReviews">Jakob Knab</a>:</p>
<blockquote><p>An einem Sonntag im Advent 1942 trafen sich einige Freunde der »Weissen Rose« mit dem katholischen Kulturphilosophen Theodor Haecker. [...]. Hier meine Darstellung dieser Schlüsselszene: Die Frage kam auf die »Heraufkunft des Antichrist«. Haecker, darauf vorbereitet, las zunächst die entsprechende Bibelstelle (2 Thess 2, 1 &#8211; 12)  vor und gab dann eine Deutung im Sinne des englischen Theologen John Henry Newman (1801 &#8211; 1890),  indem er seine eigene Übersetzung von Newmans Oxforder Predigt »Die Zeiten des Antichrist« vortrug. Hans Scholl protestierte gegen diese religiös-eschatologische Deutung: »Der Antichrist kommt nicht erst, er ist schon da!« <span id="more-291"></span>Die Frontfamulatur und die Erfahrungen an der Ostfront hatten Scholl radikalisiert. Im vierten Flugblatt hatte er Hitler noch als »Dämon« und als »Boten des Antichrist« attackiert, nun nannte er Hitler den »Antichrist«. Es wurde ein religiöser und politischer Konflikt zwischen Scholl und Haecker ausgetragen. [...]  Zankel [vertritt] diese falsche These: »Scholls Denken war für Haecker viel zu weltlich, zu bürgerlich-liberal« (S. 268) Richtig ist: Haecker war besorgt angesichts von Scholls religiöser Schwärmerei.</p></blockquote>
<p>Aus heutiger Sicht war Hitler nicht der Antichrist, Haecker hat recht behalten. Herr Knab wies mich auf Newmans Text <a href="http://www.newmanreader.org/works/arguments/antichrist/lecture1.html">hier</a>,  die erste von vier Vorlesungen über die patristische Idee des Antichristen. Newman die Schriftzeugnisse vom Ende der Welt aus der Sicht der christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte. Die Grundaussage von &#8222;The Times of Antichrist&#8220;: man kann nie wissen, wann es ist &#8211; aber der Antichrist, wahrscheinlich ein männlicher Tyrann, wird dreieinhalb Jahre  (bzw. 42 Monate) herrschen. Vorher wird das Evangelium auf der ganzen Welt verkündet (ob das geschehen ist oder nicht, kein Kommentar) außerdem kommt &#8222;a time of unexampled trouble&#8220;; eine Zeit beispielloser Schwierigkeiten &#8211; eine solche gab es nach Newman noch nicht. Dann kommt wieder Christus, endgültig.</p>
<p><img src="http://www.eekman.com/virtual_gallery/media/sculptures/small/originals/antiochus_original_small.jpg" align="right" height="310" width="216" />Andererseits gab es viele Vorläufer des Antichrist, allen voran Antiochus zur Zeit der Makabäer (ein paar hundert Jahre vor Christus),  &#8222;the apostate emperor Julian&#8220; (ca. 300-400 n.Chr.) und &#8222;the false prophet Mahomet&#8220; (ca. 600 n.Chr.:  der Prophet des Islam), und es gibt Schriftzeugnisse, dass es mehrere Antichristen gibt, die patristischen Schriftsteller sprechen vom &#8222;Schatten des Antichristen&#8220;.</p>
<p>Am Ende seines Aufsatzes gibt Newman Warnungen, was zu seiner Zeit, dem ausgehenden 19. Jahrhundert der unexplained trouble sein könnte, der bei mangelnder Wachsamkeit den Antichristen heraufbeschwören könnte: es ohne Religion tun wollen, die Idee, dass eine Nation nichts mit Religion zu tun hat, dass sie nur eine Sache des individuellen Gewissens sei. In den Einzelheiten würde ich Newmans Argumentation heute recht kritisch sehen, zum Beispiel sein Plädoyer für öffentliche Eide: &#8222;for example, an attempt to get rid of oaths, under a pretence that they are too sacred for affairs of common life, instead of providing that they be taken more reverently and more suitably?&#8220; &#8211; eine Praxis, von der Jesus schlichtweg abrät (laienhafte Bemerkung, ich kenne die theologische Diskussion dazu nicht). Auch prinzipiell ist inzwischen parlamentarische Demokratie und die Trennung von Kirche und Staat die anerkannte evangelische und katholische Position. Wenn Newman klagt, dass man der Kirche ihre Macht nehmen will, ist mir nicht so ganz wohl. Wie ein Literat beschreibt Newman die Verführungen des Satan:</p>
<blockquote><p>Far be it from us to be seduced with the fair promises in which Satan           is sure to hide his poison! Do you think he is so unskilful in his           craft, as to ask you openly and plainly to join him in his warfare           against the Truth? No; he offers you baits to tempt you. He promises           you civil liberty; he promises you equality; he promises you trade and           wealth; he promises you a remission of taxes; he promises you reform.           This is the way in which he conceals from you the kind of work to           which he is putting you; he tempts you to rail against your rulers and           superiors; he does so himself, and induces you to imitate him; or he           promises you illumination, {61}—he offers you knowledge, science,           philosophy, enlargement of mind. He scoffs at times gone by; he scoffs           at every institution which reveres them. He prompts you what to say,           and then listens to you, and praises you, and encourages you. He bids           you mount aloft. He shows you how to become as gods. Then he laughs           and jokes with you, and gets intimate with you; he takes your hand,           and gets his fingers between yours, and grasps them, and then you are           his.</p></blockquote>
<p>Mit der Psychologie und dem entscheidenden Punkt, wie Gott sein zu wollen, hat Newman etwas getroffen. Das Thema, wann der Antichrist kommt, hat er an dieser Stelle hinter sich gelassen und zu predigen begonnen &#8230; man möge sein Kommen durch Taten verhindern. (Zu Hitlers Religiosität vgl. <a href="http://www.dradio.de/dlf/senduhttp://fangtunsdoch.wordpress.com/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=291ngen/politischeliteratur/753336/">hier</a>.)</p>
<p>Eine kleine esotherische Deutung, inwiefern Hans Scholl Recht hatte (weiß nicht, ob ich an sowas glauben soll, aber es ist eine schöne Geschichte): Im 42. Monat (3,5 Jahre) nach Kriegsbeginn fiel die Macht des Sohnes des Verderbens, als Stalingrad verlorenging. Gleichzeitig erschien dem deutschen Volk wieder die Tat des Christus, dass da drei Menschen ihre Freunde mehr liebten als das eigene Leben und ihre Tat wurde wirksam, so dass in Deutschland lange Frieden herrschte.</p>
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		<title>Verpatzter Studienanfang und intellektuelles Feeling</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/10/18/verpatzter-studienanfang-und-intellektuelles-feeling/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 10:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carl Muth]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Typisch für Weiße Rose Filme und Theaterstücke ist die Willkommens- und 21.Geburtstagsparty für Sophie Scholl, als sie im Mai 1942 in München ein Studium beginnt. Interessant, auf einem neuen Hörbuch zu hören, dass das heißersehnte Studium für Sophie wohl mindestens in der ersten Zeit eine herbe Enttäuschung war. Dass sie gerade mal in die Vorlesungen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=269&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://www.auditorium-maximum.de/images/HB060WR_Cover-gross.GIF" align="right" height="222" width="241" />Typisch für Weiße Rose Filme und Theaterstücke ist die Willkommens- und 21.Geburtstagsparty für Sophie Scholl, als sie im Mai 1942 in München ein Studium beginnt. Interessant, auf einem <a href="http://www.auditorium-maximum.de/Shop/IndexDirekt_HB060-WR.html">neuen Hörbuch</a> zu hören, dass das heißersehnte Studium für Sophie wohl mindestens in der ersten Zeit eine herbe Enttäuschung war. Dass sie gerade mal in die Vorlesungen ging, aber nicht viel für die Uni unternahm. Von der Studentin ist nicht überliefert, dass sie eine biologische Tätigkeit faszinierte – so wie sie als Schülerin einmal das Sezieren eines Fisches im Tagebuch schildert. Erst im zweiten Semester, gleichzeitig mit wildesten Plänen für Flugblattaktionen, klingt es durch ihre Briefe durch, dass sie ein philosophisches Uni-Buch fasziniert: Leibnizens Theodizée. <span id="more-269"></span></p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.auditorium-maximum.de/images/BarEll04.JPG" align="right" height="232" width="192" />Von einem Hörbuch „Harter Geist und weiches Herz. Das intellektuelle Umfeld der Weißen Rose“ erwartete ich eigentlich nicht, dass es nicht die Geschichte des Freundschaftsbundes erzählt. Sondern ich erwarte, dass experimentell ausprobiert wird, was bei den gelesenen Autoren, gesehenen Künstlern, gehörten Zeitgenossen intellektuell mitzunehmen war – so dass man es heute selber so mitnehmen kann. (Etwas ähnliches wie das Theaterstück schreiben.) Dass so ein Hörbuch das Feeling der Arbeit an der Theodizee durch wohlausgewogene Zitate Leibnizens und den Freunden bekannten Deutern, Haecker und Kurt Huber, deutlich macht. Wohl ein übertriebener Anspruch und zudem einer, der dem Ideal der Geschichtswissenschaften, die nach Objektivität streben, kaum entspricht.</p>
<p class="MsoNormal">Interessanterweise wird Barbara Ellermeier (Foto oben), die Hörbuchautorin und gelernte Historikerin, meinem Anspruch gerade da gerecht, wo es um eine historische Schrift geht: Alfred von Martins Buch über „Burkhardt und Nietzsche“. Mit Spaß und präzisen Zitaten wird hier aufgezeigt, dass und wie in einem Buch voller Zitate längst verstorbener Menschen tatsächlich über aktuelle Politik geredet wird.</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://stud3.tuwien.ac.at/~e0226446/HP/images/namederrose.jpg" align="right" height="229" width="230" />Theodor Haecker über ein paar sarkastische Stelle einzuführen, hat etwas für sich. Es gewinnt einen für den Mann. Auch mir ist Haeckers Sprache und mancher seiner Gedanken schwer zugänglich. Die inhaltlichen Dinge werden leider nur zusammengefasst und statt weiterer Zitate wird zweimal geschildert, welch eindrückliche Erscheinung Haecker war. (Diese Schilderungen kannte ich halt leider schon.) Wenn man Umberto Ecos „Im Namen der Rose“ jüngst als Hörbuch hörte, könnte man meinen, diese ganzen apokalyptischen Vorstellungen, dass man eine Person mit dem Bösen und Antichristen identifiziere, seien einfach Esoterik – bestenfalls Esoterik für Intellektuelle. Aber die Rede davon war Inhalt der ersten Flugblätter und diese Sprache ist die Haeckers! Ich weigere mich zu behaupten, dass der große Haecker mit seiner Apokalyptik Unrecht hatte oder dass Schurik Schmorell und Hans Scholl das nur unbedacht nachgeplappert hätten oder dass es für heute keine Relevanz hat – nur weil ich es nicht verstehe. Das Hörbuch lässt das Thema beiseite, o.k. zur Verfügung standen 150 Minuten, dabei ist ein ein Augenmerk gerichtet auf einprägsame Wiederholungen der wichtigsten Inhalte und eine eingebundene Geschichte der weißen Rose, da kann man nicht tiefer bohren. Als Einführung ist es beachtenswert, zudem finden sich einige noch nicht gesehene Fotos im Booklet.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Was fehlt ist die Darstellung des intellektuellen Umfeldes ist der Stumpfsinn der Intellektuellen der Nazizeit und das Fachidiotentum, das es zu allen Zeiten gibt. Prinzipiell eine gute Wahl, dies im Buch nicht zu sehr zu betonen. Man kennt die Sprachaufnahmen aus der Hitlerzeit nur zu gut. Ich hätte Haeckers Entlarvung der Stimme des Radio-Ansagers trotzdem in ein Hörbuch mit aufgenommen.</p>
<p class="MsoNormal">Was weiter fehlt ist eine Stichprobe der schönen Literatur oder der Poesie, die damals begeisterte. Auch ein riskantes Unterfangen, vielleicht bräuchte ein angemessenes Zitat zu viel der geplanten Zeit. (Mich aber haben Bernanos und Dostojewski begeistert, zu Thomas Mann, Claudel oder Goethe hätte man widersprüchliche Meinungen im Freundeskreis aufzeigen können.)</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.rieck-buch.de/shop/images/rieck1.jpg" align="right" height="212" width="211" />Fast schon zuletzt gesagt: auf diesen zwei CDs sind immer wieder liebenswerte Entdeckungen zu finden. Ein Beispiel (und selbst für mich ein bisschen neu) ist die Beschreibung der Versandt-Buchhandlung Rieck in Aulendorf, die erst zur Nazizeit aufmachte (und noch heute existiert, siehe <a href="http://www.rieck-buch.de/shop/index.php">hier</a>). Wunderbar, dass ein Mensch so genau wissen kann, was er will, und es dann einfach nach Plan tut. Dass Schriftsteller so sind ist viel leichter verständlich, aber so sind auch gewerbetreibende Leute. Die Intelligenz, die man sucht. In diesem Sinne auch der Verlagsmannschaft von auditorium-maximum, die es sich zum Ziel gemacht hat, Philosophiebücher einen harten Geist (Bestellungen kann man <a href="http://www.auditorium-maximum.de/Home/index.html">hier</a> vornehmen, herzliche Postkarten gibt es gratis dazu. Dass es jemand Geschmack für ein intensives philosophisches (und doch praxisrelevantes) Studium gibt, ist zu wünschen.)</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">P.S.: Auch den besten Detektiven passieren Fehler. Natürlich war Carl Muth in die Geschichte mit den Flugblättern am Ende eingeweiht. Der Mann ist als Schriftleiter, der u.a. die Sprache eines Max Scheler verbessert hat, ein Meister der Sprache und so einer sollte Texter und Personen, denen er begegnete, am Stil wiedererkennen. (Wenn schon der Schüler Hans Hirzel, der ein, zweimal den Hans Scholl getroffen, den Stil der Flugblätter erkennt.) Dass Muth am Tag der Verhaftung der Geschwister Scholl tatsächlich einen Flugblattentwurf in der Schreibtischschublade hatte, weiß ich aus privater Korrespondenz.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/269/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/269/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=269&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Seinen Willen tun</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Aug 2007 12:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Waren die Weiße Rose Leute und ihre Mentoren Anhänger der Aufklärung, der Autonomie und der Mündigkeit des Menschen? In Peter Bieris Nachtzug nach Lissabon (siehe auch letzter Eintrag) gibt es Stellen, an der Christentum und Autonomie als unüberbrückbare Gegensätze erscheinen. Zum Beispiel, als Eça von seinem Freund Amadeu de Prado im Widerstand gegen die Salazar-Diktatur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=262&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/43.jpg" align="right" height="400" width="319" />Waren die Weiße Rose Leute und ihre Mentoren Anhänger der Aufklärung, der Autonomie und der Mündigkeit des Menschen? In Peter Bieris <em>Nachtzug nach Lissabon</em> (siehe auch letzter Eintrag) gibt es Stellen, an der Christentum und Autonomie als unüberbrückbare Gegensätze erscheinen. Zum Beispiel, als Eça von seinem Freund Amadeu de Prado im Widerstand gegen die Salazar-Diktatur erzählt:</p>
<blockquote><p>Auch bei Abschieden und Entschuldigungen gebe es eine Frage der Würde, fügte [João Eça] hinzu. Amadeu habe manchmal darüber gesprochen. Besonders habe ihn der Unterschied beschäftigt zwischen einem Verzeihen, das dem anderen die Würde lasse, und einem, das sie ihm nehme. <em>Es darf kein Verzeihen sein, das Unterwerfung verlangt, habe er gesagt. Also nicht so wie in der Bibel, wo du dich als Knecht von Gott und Jesus verstehen musst. Als Knecht! So steht es da! (419)</em><span id="more-262"></span></p></blockquote>
<p><img src="http://fangtunsdoch.wordpress.com/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=262" align="right" /><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/51.jpg" align="left" height="400" width="314" />Salazar, der portugiesische Diktator (+1968), war Katholik &#8211; und die kath. Bischöfe waren zwischen den Kriegen noch oft einer Monarchie oft mehr zugeneigt als einer Demokratie.  Man rief in den Kirchen und öffentlichen kirchlichen Einrichtungen, etwa in Amadeu-s kirchlicher Schule, kaum zum Widerstand auf; es gab schließlich einen grausamen Geheimdienst mit Foltergefängnissen.</p>
<p>In Nazi-Deutschland und im späteren Ostblock war die Logik eine andere. Zwar gab es Duldung und Kollaboration, weit verbreitet auch unter Protestanten und katholischen Bischöfen. Aber wenigstens unter den Katholiken der zweiten Garde: Priestern, Publizisten, Verbänden gab es genug Knatsch mit dem System. Irgendwie war Kirche damals Ort der Freiheit und der Autonomie.  Das wirft auch ein besseres Licht auf den, dem sich die Kirche verpflichtet fühlt. Theodor Haecker, der nicht mehr öffentlich auftreten durfte, schreibt am 13. April 1940 in seine Tage- und Nachtbücher:</p>
<blockquote><p>Seinen Willen zu tun, bereitet Genugtuung und eine Freude eigener Art. Es wird gesagt: &#8222;Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.&#8220; Es gehört zur Seligkeit, seinen eigenen Willen zu tun, autonom zu sein. Es ist eine selige Einigkeit zwischen dem Willen Gottes und dem eigenen Wollen des Geschöpfes, des in Christus adoptierten Menschen. Die Freiheit wird nicht verletzt. Zum Wesen der Freiheit gehört, den eigenen Willen zu tun.</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/72.jpg" align="left" height="400" width="316" />Würde Haecker leugnen, dass man sich als Knecht Gottes verstehen soll? Er würde es nicht. Die Geschichte hört sich bei ihm so an:</p>
<blockquote><p>Das sollten die zwei Jahrtausende Christentum nun endlich gelehrt haben, dass keiner durch Gewalt irgendwelcher Art zum Christen gemacht werden darf. Das will Gott nicht, wenn er auch will, dass zuweilen einer das Reich Gottes mit Gewalt an sich reißt. Im ersten Fall wird die Freiheit eines Menschen vergewaltigt, im zweiten exaltiert, magnifiziert einer seine eigene Freiheit.</p>
<p>Um die Freiheit handelt es sich! Im Modus der Freiheit hat Gott den Menschen überhaupt erschaffen, um wie viel mehr den Christen, den homo spiritualis. Wie zart behandelt Gott in seinen Heiligen, Er der Allmächtige, ihren freien Willen! Bis er sie zu der unerklärlichen Vereinigung mit Ihm geführt hat. Und er kann sie erst führen, wenn sie ihm eben – ehren Willen ganz geschenkt haben. Gott will den Willen des Menschen. (23. Juni 1940)</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/80.jpg" align="left" height="400" width="312" />Dagegen noch einmal Amadeu de Prado aus Bieris Buch. Ich zitiere aus seiner frühreife Abiturrede, die von den versammelten Patres im Lissabonner Lyceo als gotteslästerlich empfunden wird:</p>
<blockquote><p>Die Poesie des göttlichen Worts, sie ist so überwältigend, dass sie alles zum Verstummen bringt und jeder Widerspruch zum jämmerlichen Kläffen wird. Deshalb kann man die Bibel nicht einfach weglegen, sondern muss sie wegwerfen, wenn man genug hat von ihren Zumutungen und der Knechtschaft, die sie über uns verhängt. Es spricht aus ihr ein lebensferner, freudloser Gott, der den gewaltigen Umfang eines menschlichen Lebens &#8211; den grossen Kreis, den es zu beschreiben vermag, wenn man ihm die Freiheit lässt- einengen will auf den einzigen, ausdehnungslosen Punkt des Gehorsams. Gramgebeugt und sündenbeladen, ausgedörrt von Unterwerfung und der Würdelosigkeit der Beichte, mit dem Aschenkreuz auf der Stirn sollen wir dem Grab entgegengehen, in der tausendfach widerlegten Hoffnung auf ein besseres Leben an Seiner Seite. Doch wie könnte es besser sein an der Seite von Einem, der uns vorher aller Freuden und Freiheiten beraubt hatte?</p></blockquote>
<blockquote><p>Und doch sind sie von betörender Schönheit, die Worte, die von Ihm kommen und zu Ihm gehen. Wie habe ich sie als Messdiener geliebt! Wie haben sie mich trunken gemacht im Schein der Altarkerzen! Wie klar, wie sonnenklar schien es, dass diese Worte das Mass aller Dinge waren!</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/127.jpg" align="left" height="481" width="336" />Rebellion, die wie eine Stichflamme in mir hochschoss, als ich das erstemal diese beiden Worte hörte: <em>sacrificium intellectus [das Opfer des Verstandes]</em>.</p>
<blockquote><p>Wie sollen wir glücklich sein ohne Neugierde, ohne Fragen, Zweifel und Argumente? Ohne Freude am Denken? Die beiden Worte, die wie ein Hieb mit dem Schwert sind, das uns enthauptet, sie bedeuten nichts weniger als die Forderung, unser Fühlen und Tun gegen unser Denken zu leben, sie sind die Aufforderung zu einer umfassenden Gespaltenheit, der Befehl, gerade das zu opfern, was der Kern eines jeden Glücks ist: die innere Einheit und Stimmigkeit unseres Lebens. Der Sklave auf der Galeere, er ist gekettet, aber er kann denken, was er will. Doch was Er, unser Gott, von uns verlangt, ist, dass wir unsere Versklavung eigenhändig in unsere tiefsten Tiefen hineintreiben und es auch noch freiwillig und mit Freuden tun. Kann es eine grössere Verhöhnung geben?</p></blockquote>
<p>Willensübergabe und Übergabe der eigenen Vernunft an Gott als Versklavung, gegen die man Widerstand leisten sollte, oder als kreatives Tun des Heiligen, das jemand, der Widerstandscharakter haben will, gerade entwickeln soll?</p>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/125.jpg" align="right" height="481" width="385" />Die Dialektik des gläubigen Menschen (M.)  geht vielleicht so. Aus irgendeinem Grunde ist der Gläubige Gott (oder einem Menschen) gegenüber sehr dankbar. Dies hat zur Folge, dass man Gott auch etwas geben will. Du überlegst dir kurz, was das sein könnte. Alles Einzelne, was dir einfällt ist ziemlich lächerlich. Deshalb bleibt: das Ganze, das eigene Leben &#8211; soweit sind sich alle Widerständler mit den christlichen einig. Wenn es nicht das Leben ist, ist &#8222;die Erstgeburt&#8220;, das Beste, was man hat, Empfindung, Willen und Vernunft. Es ist mit diesen dreien so ähnlich wie mit dem Leben geben. Man gibt sie nur, wenn es wirklich sein muss. Wann muss es sein? Nicht oder nur ganz selten, wenn es jemand anderer meint. Sondern wenn man autonom zu diesem Entschluss kommt. Und dass man in gewissen Situationen so entscheiden kann, ist wieder ein Geschenk.</p>
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		<title>Apokalyptisches Weltbild</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/06/27/apokalyptisches-weltbild/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 12:38:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bedeutung Weiße Rose]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Dokumentiere hier kurz einen Briefwechsel, den ich mit einem Aufsatzautor und Multiplikator zur Weißen Rose hatte. Es geht um den Stil der Weiße Rose Flugblätter, insbesondere der ersten vier Flugblätter, die für akademische Leser geschrieben waren. Im vierten Flugblatt heißt es beispielsweise:

Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge. Wenn er Frieden sagt, meint [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=252&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Dokumentiere hier kurz einen Briefwechsel, den ich mit einem Aufsatzautor und Multiplikator zur Weißen Rose hatte. Es geht um den Stil der Weiße Rose Flugblätter, insbesondere der ersten vier Flugblätter, die für akademische Leser geschrieben waren. Im <a href="http://weisse-rose-stiftung.de/fkt_standard.php?aktion=ls&amp;ma=cs&amp;c_id=mamura&amp;id=09186353&amp;topic=033&amp;page=1&amp;mod=2&amp;lang=de">vierten Flugblatt</a> heißt es beispielsweise:</p>
<p><img src="http://weisse-rose.source4u.de/imgs/headnew.gif" alt="" width="700" height="150" align="middle" /></p>
<blockquote><p>Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge. Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan. Sein Mund ist der stinkende Rachen der Hölle<span id="more-252"></span>, und seine Macht ist im Grunde verworfen. Wohl muss man mit rationalen Mitteln den Kampf wider den nationalsozialistischen Terrorstaat führen; wer aber heute noch an der realen Existenz der dämonischen Mächte zweifelt, hat den metaphysischen Hintergrund dieses Krieges bei weitem nicht begriffen. Hinter dem Konkreten, hinter dem sinnlich Wahrnehmbaren, hinter allen sachlichen, logischen Überlegungen steht das Irrationale, d. i. der Kampf wider den Dämon, wider den Boten des Antichrists.</p></blockquote>
<p>In fast derselben Sprachform wird im vierten Flugblatt auch der romantische Dichter Novalis erwähnt. Diese apokalyptische Sprache ist ursprünglich eine jüdische, dort um die Zeit Jesu entwickelt, in der Bibel finden sich Zeugnisse im Buch Daniel und der geheimen Offenbarung des Johannes (Apokalypse). Es ist eine Zeit der großen Not.</p>
<p>Ich schrieb am 26.1.2007:</p>
<blockquote><p><img src="http://www.lochstein.de/hrp/themen/koerper/koerper7.JPG" alt="" width="202" height="247" align="right" />Ich weiß [...], dass der Stil der Flugblätter der des Theodor Haecker ist, so sehr, dass man sich wundern muss, dass ihm nach der Festnahme der ersten drei Weiße Rose Mitglieder nicht mehr passiert ist. Selber ist aber mir &#8211; so wie allen Film-, Theater-, Rezensions- und Buchautoren zum Thema, die ich kenne &#8211; <em>das apokalyptische Zeitverständnis Haeckers und der Flugblätter</em> recht fremd. Mag es auf die damalige Zeit gepasst haben, auf die heutige passt es nicht. Wenigstens sehe ich nicht, wie es passen könnte.</p></blockquote>
<p>Aus der Antwort von Herrn K., noch am selben Tag:</p>
<blockquote><p>In meiner Bücherei finden sich sehr viele Bücher von Autoren, die seinerzeit vom Freundeskreis der Weissen Rose gelesen wurde. Der heutigen Zeit ist dieser <em>christliche Existenzialismus und Personalismus</em> weitgehend fremd. [...]</p>
<p>Apokalypse: In vielen Büchern über die Weiße Rose wird das vierte Flugblatt einfach übergangen. Heute ist das nietzscheanische Zeitbild angesagt.</p></blockquote>
<p>Ich zitiere wieder aus meiner Antwort (12.3.2007), schreibe etwas unscharf, weil die Hauptautoren des christlichen Personalismus wohl Henry Kardinal Newman und die Franzosen Claudel, Marcel, Bernanos, evtl. auch <a href="http://www.maritain.de/leben.htm">Maritain</a> sind, die ich gar nicht erwähne. Bernanos hat etwas, ist aber ein wenig krass zu lesen. An Claudel komme ich nicht ran, kommt mir so unsinnig pathetisch aufgeladen vor, so, wie mir als Mittelstüfler Schiller vorkam. Der Christ Kierkegaard und der vom Christentum entfremdete Heidegger sind die Urväter des Existentialismus überhaupt: Sartre und Camus stehen für die nicht christliche Variante des Existentialismus um die Mitte des letzten Jahrhunderts. Existentialismus heißt sicherlich, dass man sich mit dem eigenen Sterben-müssen konfrontiert.</p>
<blockquote><p><img src="http://www.klosterkirche.de/zeiten/ende-kirchenjahr/img/totentanz.jpg" alt="" width="408" height="236" align="right" />Der christliche Personalismus und Existentialismus: Kierkegaard kenn ich ein wenig und bin ziemlich fasziniert. Heidegger kenn ich auch ein wenig, mehr durch Erklärungen als dass ich Sein und Zeit wirklich verstünde, er lässt den zweiten Sprung von der Moral in den Glauben weg.</p>
<p>Apokalypse: Meint ihr, nur die Afrikaner, denen ihr Ackerland ausdorrt, müssen die Folgen des Klimawandels spüren. Nein, ihr werdet alle daran zugrunde gehen, wenn ihr nicht umkehrt. &#8211; so würde ich das Evangelium vom letzten Sonntag unabgemildert lesen. [Ich beziehe mich auf <a href="http://www.bibel-online.net/buch/42.lukas/13.html">Lukas 13,1-5</a>. Jesus spricht, nimmt Bezug auf Arbeitsunfälle und unmenschliche Taten seiner Zeit, wehrt sich dagegen, dass dabei jemand wegen seiner Sünde bestraft wird, prophezeit aber seinen Zuhörern ein böses Ende, wenn sie sich nicht ändern. Eine Deutung auch <a href="http://www.lochstein.de/hrp/themen/koerper/koerper7.JPG">hier</a>.]</p>
<p>Aber man ist selber halt so in seinem Trott drinne (und so werden die gewöhnlichen Leute zur Nazizeit auch gesagt haben.) Oder: wir versuchen ein paar kleine Sachen jetzt wenigstens in der Fastenzeit&#8230;<br />
&#8211; Aber das ist irgendwie, das Maximum an Apokalypse, das ich verstehen kann. Mit nietzeanische Zeitbild meinen Sie, man sieht die Welt heute als Wiederkehr des immer Gleichen? Oder als rein irdischer Kampf um die Macht?</p></blockquote>
<p><img src="http://www.bassdruck.de/Pixs/mix/c.jpg" alt="" width="252" height="159" align="right" />Was ist das Gegenbild zur apokalyptischen Weltanschauung, die mit dämonischen Mächten kämpft und auf den Weltenrichter hofft? Herr K., 13.3 schickt mir ein Zitat des Theologen Johann Baptist Metz:</p>
<blockquote><p>„Das nietzscheanische Zeitbild der ewigen Wiederkehr des Gleichen sitzt ganz tief, und es zeigt sich in den Fluchtversuchen, in denen der Mensch heute Identität, die ihm ja nicht mehr vergönnt zu sein scheint, sucht, in Vorstellungen von Seelenwanderung, Reinkarnation usw. Ich meine, es gehört ungeheuer viel intellektuelle Zivilcourage dazu, eine Zeit mit Finale einzuklagen, eine Zeitvorstellung, die über das Wissen darum, daß das individuelle Leben kurz ist, hinausgeht.“</p></blockquote>
<p>Der Apokalyptiker nimmt den Tod ernst, andere Lebenseinstellungen mögen den Tod ernst nehmen, die heute weit verbreitete nietzesche aber wohl nicht. Der Punkt ist, dass sie auch (oder gerade unter) Christen verbreitet sein soll. Natürlich kenne ich sie von innen her. Dennoch kontere ich am 16.3.2007. Eigentlich nehmen wir es nicht ernst, dass alles immer wieder das gleiche ist, so leben wir nicht:</p>
<blockquote><p>Der Punkt ist doch, dass Handlungen ganz anders strukturiert sind als sonstige Naturprozesse, da gibt es Ziele.<br />
Die Frage ist, ist die ganze Welt eher nach dem Modell einer Handlung gestrickt oder nach dem eines determinierten Ablaufes.</p>
<p>Die Menschen heute und früher kennen beides [Zielfixierung und nietzschesche Wiederholschleife], und ich glaube schon, dass jedem das Handlungmodell zunächst mal näher ist.<br />
Dieses Handlungsmodell muss man aber nicht gleich apokyptisch lesen. (Soviel Exegese kenne ich ja nicht, aber Jesus hatte doch wahrscheinlich auch eine Phase seines Auftretens, in der er nicht von Endkampf und Endgericht redete.)</p></blockquote>
<p>Klappt so ein alternative Modell zu Nietzsche, ohne dass man Jesus, den Weltenrichter, sehr bald erwartet (bzw. an der Welt verzweifelt)? Galliläischer Frühling?</p>
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		<title>Wären die Scholls zum G8 Gipfel gegangen?</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/05/25/waren-die-scholls-zum-g8-gipfel-gegangen/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2007 21:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Inge Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Otl Aicher]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Inge Scholl, Fritz Hartnagel und Otl Aicher engagierten sich nach dem Krieg sehr in der Friedensbewegung: gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands, gegen die Stationierung von Atomwaffensprengköpfen, dass heute immer noch Ostermärsche stattfinden ist ein Überbleibsel dieser Bewegung.
Großes Aufbegehren des Volkes in internationalen Dingen gab es zuletzt beim Begin des Irakkrieges, und nun wieder, wenn die Großen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=247&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.epo.de/images/stories/specials/3.preis_05_web400.jpg" align="right" height="202" width="297" />Inge Scholl, Fritz Hartnagel und Otl Aicher engagierten sich nach dem Krieg sehr in der Friedensbewegung: gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands, gegen die Stationierung von Atomwaffensprengköpfen, dass heute immer noch Ostermärsche stattfinden ist ein Überbleibsel dieser Bewegung.</p>
<p><img src="http://www.cartoon-competition.org/uploads/pics/ct3a.jpg" align="left" height="378" width="293" />Großes Aufbegehren des Volkes in internationalen Dingen gab es zuletzt beim Begin des Irakkrieges, und nun wieder, wenn die Großen Acht (G8, die aber tatsächlich nicht mehr die größten 8 Volkswirtschaften der Welt sind) sich im Ostseebad Heiligendamm nahe Rostock treffen. Worum geht es den Globalisierungskritikern, die dort auftreten? Als allgemeine Antwort auf diese Frage verweise ich auf zwei Blogs, <a href="http://g8-blog.blogspot.com/">einen mehr inhaltlichen</a> und <a href="http://www.weltweite-aktion-gegen-armut.de/standpunkte_forderungspapier.html">einen mehr praktischen mit Grönemayer auf der Frontpage</a>.</p>
<p>Mich interessiert der Skandal der Armut.<span id="more-247"></span></p>
<blockquote><p><img src="http://www.cceia.org/people/data/:v_get/120059/thomas_pogge.html/_res/id=sa_Picture" align="right" height="140" width="110" />Unsere Weltordnung spiegelt [...] die Verhandlungsmacht der verschiedenen Staaten und Firmen wieder. Sie berücksichtigt die Interessen derer, die wirtschaftliche oder militärische Macht kontrollieren. Die Menschen im ärmsten Viertel verfügen über ein halbes Prozent des globalen Sozialprodukts, haben kein ernst zu nehmendes Gewaltpotential, sind meist durch frühkindliche Unterernährung auf Lebenszeit geistig und körperlich geschwächt und oft nicht einmal im Lesen und Schreiben ausgebildet. Die Interessen dieser Menschen werden einfach ignoriert und ihr Elend fortgesetzt. Moralisch jedoch zählen die Interessen eines jeden Menschen gleich. So abstrakt, als philosophisches Postulat, wird man mir das gern zugeben. Aber die politischen Folgen dieses Zugeständnisses sind revolutionär. Wenn die Weltgesellschaft wirklich moralisch verpflichtet ist, sich eine Ordnung zu geben, die die Interessen aller gleichermaßen berücksichtigt, dann ist die bestehende Ordnung ein Massenmord. 200 Millionen Armutstode seit Ende des Kalten Krieges, von denen die meisten durch institutionelle Reformen leicht hätten vermieden werden können.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.frankfurter-hefte.de/gespraech/gespraech_07_08b_01.html"><img src="http://www.epo.de/images/stories/specials/2.preis_05_web400.jpg" align="left" height="272" width="370" />Ich zitierte</a> Thomas Pogge (Foto), Professor an der California University, der pünktlich zum deutschen G8-Gipfel eine Universitätstour durch Deutschland macht. Ich habe ihn <a href="http://www.hfph.mwn.de/hochschule/presse/pogge/document_view">am Mittwoch</a> gehört. Er sprach da nicht von Massenmord, er nimmt das Wort auch im oben zitierten Interview zurück</p>
<blockquote><p>es fehlt ja die Absicht, diese Menschen umzubringen &#8211; ihr Tod ist bloß Nebeneffekt unserer Politik. Wir wollen bei uns Arbeitsplätze bewahren, unseren Anteil am globalen Wirtschaftswachstum so groß wie möglich haben. [...] Trotz gutem Weltwirtschaftswachstum ist, laut Weltbank, die Zahl der Armen in den 13 Jahren seit Ende des Kalten Krieges nicht zurückgegangen. Das ist nicht gewollt. Aber man weiß es, und nimmt es in Kauf.</p></blockquote>
<p>Aber er sagt, dass man mit Klugheitüberlegungen Afrika gegenüber nicht weiter kommt. Wir haben nichts davon, wenn es Afrika besser geht. Einzige Ausnahme: Wir brauchen Afrikas Bodenschätze, ohne sie ginge es Europa schlecht. Also tut man nichts dagegen, dass in diesen Ländern so korrupte Strukturen herrschen, dass man sich diese Rohstoffe billig sichern kann.</p>
<p><img src="http://www.cartoon-competition.org/uploads/pics/1135_MILLENNIUM_DEVELOPMENT_01.jpg" align="middle" height="358" width="500" /></p>
<p>Pogge vertritt (gegen wichtige Globalisierungs-kritiker wie Sacks), dass man mit Klugheitsüberlegungen weder dafür argumentieren kann, sich in Afrika zu engagieren, noch dass sich ein Engagement aus Klugheitsüberlegungen positiv für die Menschen dort auswirken könnte. Das einzige, was helfen kann, ist dass wir uns aus moralischen Gründen engagieren: weil so und so viele Leute verhungern und weil eigentlich jeder Mensch gleich ist. Nicht nur &#8222;eigentlich&#8220; gleich: Jeder Mensch hat die gleichen Grundrechte und -pflichten. (Ich glaube, so jemand wie den Thomas Pogge hätten die Weiße Rose Leute geschätzt: sie haben letztlich nicht deshalb das Lebensrisiko auf sich genommen, weil es klug gewesen wäre, hätte Hitler den Krieg aufgehört. Sondern aus moralischen Gründen, weil es Unrecht war.) Ich weise aber darauf hin, dass eine solche These überhaupt nicht selbstverständlich ist: Dr Nüsslein, MdB hat uns gegenüber wiederholt vertreten, dass man mit Moral nicht für Entwicklungspolitik argumentieren dürfe.</p>
<p><img src="http://www.cartoon-competition.org/uploads/pics/ct1.jpg" align="right" height="243" width="385" />Aber wenn Pogge recht hat, dann ist das Anlass zur Meditation: Man sollte sich also regelmäßig das Menschenrecht auf Nahrung klar machen, was man dafür nicht zulassen will, wem man deswegen keine Ruhe lassen sollte &#8230; zuallererst sich selber (&#8230; die Milleniumsziele sind eine Lüge, die Halbierung der Armut gegenüber 1990 ist faktisch eine Reduzierung um 19 % usw./ und überhaupt: Warum hat Roosewelt 1944 nicht gesagt, wir versuchen zu erreichen, dass es bis 1971 nur noch halb so viele KZs gibt?)</p>
<p>Theodor Haecker sagt im <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/inhalt/">Motto zu unserem Theaterstück</a>, dass es lang braucht, vom darüber Nachdenken dazu zu kommen, dass man weiß, was man tun soll. Bin noch mitten in dieser Phase. Und dann braucht es nochmal lang, bis man es endlich tut. Der Punkt an seinem Zitat ist aber: es ist das &#8222;Unwiderrufliche&#8220;: natürlich ist es das Unwiderrufliche, dass es nicht geht, dass über eine halbe Milliarde Menschen hungert. (Handlungsvorschläge in Pogges Buch, das im Dezember auf Deutsch erscheinen wird: <a href="http://www.cceia.org/resources/journal/19_1/symposium/5109.html">World Poverty and Human Rights</a>)</p>
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		<title>Widerstandscharakter II, Rupert Mayer</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2007 16:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Akt des kirchlichen Widerstands jähre sich jüngst zum 70. Male. Die päpstliche Encyclica &#8222;Mit brennender Sorge&#8220; die in geheimer Mission im deutschen Reich verbreitet worden war und nicht nur einigen Druckereien das Ende bereitete. Siehe DLF-Bericht. Hauptsächlicher Verfasser war der Münchner Kardinal Michael Faulhaber, der darin manch kritisches Wort gegen das NS-Regime fand.
Ein Widerstandscharakter [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=237&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://cache.eb.com/eb/image?id=11940&amp;rendTypeId=4" style="width:276px;height:272px;" align="right" />Ein Akt des kirchlichen Widerstands jähre sich jüngst zum 70. Male. Die päpstliche <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/601993/">Encyclica &#8222;Mit brennender Sorge&#8220;</a> die in geheimer Mission im deutschen Reich verbreitet worden war und nicht nur einigen Druckereien das Ende bereitete. Siehe<a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/601993/"> DLF-Bericht</a>. Hauptsächlicher Verfasser war der Münchner Kardinal Michael Faulhaber, der darin manch kritisches Wort gegen das NS-Regime fand.</p>
<p class="MsoNormal">Ein Widerstandscharakter war der Münchner Kardinal freilich nicht. Er war ein verblendeter Fan der Monarchie und empfand ihre schnelle Entthronung 1918 in München als das einschneidende Ereignis seines Lebens. Er vertraute auf Hitler als den wieder gekommenen Monarchen wegen eines guten Gesprächs, das er 1936 mit ihm hatte. Alles was ihm nicht gefiel, kreidete er Hitlers Untergebenen an. (Als Mahnung für alle (zum Beispiel mich), die Demokratie für die beste Staatsform ansehen: Auch daraus keinen Absolutismus machen.)</p>
<p><span id="more-237"></span></p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.erzbistum-muenchen.de/archiv/iMA014/iMA01478001.JPG" align="right" height="288" width="190" />Anders <a href="http://http://de.wikipedia.org/wiki/Rupert_Mayer">Pater Rupert Mayer S.J.</a>, zeitweise von Faulhaber mit Predigtverbot belegt &#8211; hoch geachtet in München wegen seiner beispielhaften Sozialarbeit, Verwundeter des ersten Weltkrieges. Wie die Weiße Rose Flugblätter sieht er die jetzige Zeit von einem größeren Horizont her. Nicht von dem der Nachfahren, das nützt schließlich jemand, der damals lebte, nichts mehr, sondern vom Ende der Welt her. Das folgende Zitat ist meiner Erinnerung nach eine Predigtmitschrift:</p>
<p style="margin-left:40px;" class="MsoNormal">Dass der Heiland kommt zum Weltgericht, das ist sicher. Es stimmt schon ernst, wenn man daran denkt, dass es dieses Gericht gibt und dass alle Menschen darin gerichtet werden und dass alle Welt davon weiß. Da wird alles aufgedeckt, wovon jetzt niemand eine Ahnung hat.</p>
<p style="margin-left:40px;" class="MsoNormal">Da denkt sich vielleicht mancher: Das ist furchtbar. Es ist mir leid genug, dass ich früher ein leichtsinniges Leben geführt habe; das glaubte ich lägst begraben, und nun wird es noch einmal an das Licht gestellt zu meiner Beschämung.</p>
<p style="margin-left:40px;" class="MsoNormal">Nein, das ist nicht so. Da wird alles vergoldet und verklärt. Was dem Menschen zur Beschämung gereicht, das sind ungebüßte und ungesühnte Verbrechen. Was gesühnt ist, ist deshalb so schön, weil darin die Güte Gottes wunderbar zum Ausdruck kommt, zur Verherrlichung Gottes, wie sie wunderbarer nicht gedacht werden kann.</p>
<p style="margin-left:40px;" class="MsoNormal">Für uns ist es eine ernste Mahnung, gewissenhaft unsere Pflichten zu erfüllen, nicht nur nach außen, sondern der Gesinnung nach. Das Äußere kann stimmen, aber Gott sieht auf das Herz allein.</p>
<p class="MsoNormal"> Von der Pflicht zu reden, das ist Kantsche, neuzeitliche, aufklärerische Rede. Es geht nicht darum, das Herkömmliche und das, was man so allgemein für das Gute hält, zu tun, sondern das, was einem die Vernunft gebietet: das ist die Pflicht. (Darauf verwies ja auch mein <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/03/19/widerstandscharakter/">Zitat von Simone Weil</a>.)</p>
<p class="MsoNormal">Eine Wucht bleibt so ein Satz wie: &#8222;Dass der Heiland kommt zum Weltgericht, das ist sicher.&#8220;</p>
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		<title>Hitler Lacher</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2007 22:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe keine besondere Lust, in den neuen Hitler Film &#8222;Mein Führer&#8220; zu gehen, ich war ja nicht einmal in &#8222;Der Untergang&#8220;. Wenn Hitler, wie in &#8222;Mein Führer&#8220; dargestellt, eine lächerliche Gestalt war, steigert das ein wenig die Peinlichkeit, mit der man ihm nachgelaufen ist &#8211; aber selbst wenn er nicht lächerlich war, an der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=182&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.dradio.de/images/36262/landscape/" align="left" height="196" width="262" />Ich habe keine besondere Lust, in den neuen <a href="http://www.dradio.de/aktuell/581065/">Hitler Film &#8222;Mein Führer&#8220;</a> zu gehen, ich war ja nicht einmal in &#8222;Der Untergang&#8220;. Wenn Hitler, wie in &#8222;Mein Führer&#8220; dargestellt, eine lächerliche Gestalt war, steigert das ein wenig die Peinlichkeit, mit der man ihm nachgelaufen ist &#8211; aber selbst wenn er nicht lächerlich war, <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/10/12/die-menschliche-stimme/#more-34">an der Sprache hätte man ihn entlarven können</a>, von Theodor Haecker, der das als Hitlers Zeitgenosse tat, schrieb ich bereits.</p>
<p>Im Stück ist Hitler meist so etwas wie eine dunkle Wolke im Hintergrund, nur einmal ist er so richtig Thema: Im Lied nach der Pause, dem Lied von der Axt im Walde oder  „Hackt er wieder“, keine Veräppelung, keine Verherrlichung, eher bedrückend gestimmt. So eindrücklich wie dieser Song war, so intensiv wie es von sehr vielen empfunden wurde; manche nannten es ihr Lieblingslied.- Es stimmt nicht alles an unserer Umsetzung durch den Chor: Die Geste entspricht nicht dem Hacken eines Beiles. Und es ist irgendwie trotz allem verharmlosend und verspielt, von Hitler als einem Waldarbeiter zu reden.</p>
<p>Und wieder würde ich sagen: Die Peinlichkeit, dass man ihm nachlief, kann man zurückspiegeln auf Deutschland. So leicht ließ es sich verführen. So leicht lässt es sich vielleicht heute noch verführen. Wenn auch die Hitler-Masche wohl nichts mehr bewirken kann, so gäbe (gibt?) es da wohl andere Verführungstrategien . Nicht nur Deutschland, nicht nur die Welt überhaupt, wohl auch ich würde mich vielleicht hoffnungslos verführen lassen, hätte da nur jemand die rechte Masche. bittejaimvaterunsergegensoetwas.</p>
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		<title>Gegenwelt in Armut und Brüderlichkeit</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/11/21/armut-und-bruderlichkeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Nov 2006 19:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Muth]]></category>
		<category><![CDATA[Inge Jens]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Inge Jens berichtet vom Herbst 1941, als Hans Scholl seinen künftigen Mentoren Muth und Haecker begegnete.
Zwei katholische Publizisten in deren Werk die Vorstellung von einer Gemeinschaft der Armen, der Erniedrigten und Beleidigten sichtbar wird, deren Glaubensgemeinschaft die Gegenwelt zum Reich des Bösen, der Zwangsherrschaft der Nationalsozialisten bildet.
Gleich weit entfernt von religiöser Schwärmerei und dogmatischer Enge [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=58&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.feelsophie.de/weltundgegenwelt/src/chagall_rote_daecher_small.jpg" align="right" height="255" width="297" />Inge Jens berichtet vom Herbst 1941, als Hans Scholl seinen künftigen Mentoren Muth und Haecker begegnete.</p>
<blockquote><p>Zwei katholische Publizisten in deren Werk die Vorstellung von einer Gemeinschaft der Armen, der Erniedrigten und Beleidigten sichtbar wird, deren Glaubensgemeinschaft die Gegenwelt zum Reich des Bösen, der Zwangsherrschaft der Nationalsozialisten bildet.<br />
Gleich weit entfernt von religiöser Schwärmerei und dogmatischer Enge suchten Muth und Haecker das jesuanische Ideal eines durch Armut und Brüderlichkeit bestimmten Lebens im Dienst am Nächsten, wie es<span>  </span>- auch er Dostojewskij verpflichtet! – der Renouveau Catholique von Bloy bis Bernanos in der Literatur entworfen hatte, für die politische Realität, das Leben unter dem Nationalsozialismus, wirksam zu machen und christliche Kultur – Muths altes, in seiner Zeitschrift „Hochland“ vertretenes Programm – zur Welt hin zu öffnen. <span id="more-58"></span>Im Zeichen der christlichen Soziallehre sollten die Lebensanweisungen von Bibel, Theologie, Philosophie und Literatur der Herausbildung einer menschlichen Gemeinschaft dienen, die auf der gerechten Teilhabe aller an den Gütern dieser Welt beruhte – einer idealen Sozietät, die mit der bestehenden Herrschaft des Antichrists konfrontiert wurde.</p>
<p>Carl Muth wurde für Hans Scholl und über ihn hinaus für den Kreis der „Weißen Rose“ nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil er es verstand, die religiös-literarische Unterweisung auf die – eschatologisch gedeutete – Gegenwart: die sicher erwartete Niederlage der Deutschen und die sich aus dieser „rettenden Katastrophe“ ergebenden Konsequenzen, zu beziehen. Ohne die Begegnung mit den Mentoren aus dem Münchner „Hochland“-Kreis – das scheint mir sicher – hätten die Flugblätter des Sommers 1942 nicht entworfen werden können.<em> Über die ‚Weiße Rose’</em> in Die neue Rundschau  95.I. 1984, 193-21.</p></blockquote>
<p>Mit dem apokalyptischen Blick auf die Zeit, der tatsächlich die Flugblätter bestimmt, kann ich für heute wenig anfangen.  Sprich, die Teufel im Theaterstück werden dieser Dimension nicht gerecht. Ich fühle mich nicht imstande das, was schiefläuft, heute so einfach an einer Person und dieser oder jener Institution festmachen. Dennoch fasziniert mich die Idee einer Gegengesellschaft in Armut und Brüderlichkeit.</p>
<p>Hintergrund zu all diesem findet sich in den Anmerkungen von Inge Jens zu den Briefen und Aufzeichnungen von Hans und Sophie Scholl, 318-320 und 353-354. Auf Seite 328 ein Zitat aus einem Brief an Otl Aicher vom 18.2.1942, der Muth ein Exemplar des Windlicht, einer kleinen Zeitschrift des Freundeskreises geschickt hatte:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">In der verflossenen Woche übergab ich ihm [d.h. Hans Scholl] das Exemplar des &#8216;Windlicht&#8217;, das Sie mir zu schicken die Liebenswürdigkeit hatten. Mehreres darin war mir bereits bekannt. Ich bin erstaunt, wie Sie, mein lieber junger Freund, das alles leisten können in einer Umgebung, die doch alles andere als geistig ist. Mit der Armutsfrage haben Sie in ein Wespennest gestochen, und so dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie nächstens von ergänzenden und widersprechenden Repliken umschwirrt werden. Diese Auseinandersetzungen sind gut, besonders, wenn sie dahin führen, dass alle Beteiligten daraus den Gewinn ziehen, die Frage mehr und mehr und sogar ausschließlich im Lichte des Evangeliums zu sehen.</p>
</blockquote>
<p>Warum ist Armut ein Wespennest? &#8211; Weil sie für gewöhnlich den Charakter verdirbt. Anders, wenn man sie freiwillig annimmt. Aber dann ist es keine Armut. (So jedenfalls die deutsche Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau über ihre Armut in Pakistan. So arm wie die Leute dort kann sie gar nicht werden, schon wegen ihrer Bildung und ihrer Herkunft.)</p>
<p>Armut im Sinn des Evangeliums?</p>
<p><img src="http://www.kenners-landlust.de/bilder/feldlilie3.jpg" align="right" height="86" width="127" />Ich rate, was Muth damit meinen könnte. Arm sein heißt sich von Gott beschenken lassen? Sich wie die Lilie auf dem Feld fühlen, oder nur sie voller Freude betrachten (Ich sah heuer welche auf den Öko-Feldern und weil man sie mir zeigte.) Nicht darauf kucken, was man nicht hat und was man noch haben könnte, sondern stauen über alles was ist. Nicht über die (angeblich) schlimmen Zeiten klagen, sich selber nicht schlecht reden, keine Angst vor der eigenen Zukunft haben, sondern glücklich sein über die guten Zeiten (zu denen ich fast immer irgendwie Zugang habe), glücklich sein über das, was man kann und ist. (Viele Leute, Pfleger und Bewohner in Ursberg können das, wenn man sie so ankuckt, ohne jede Schwierigkeit.) Entdecken, dass das, was man kann und ist, nicht extra viel ist, und doch dabei glücklich sein, weil Gott ja das Gute schenkt und nicht ich es machen muss.</p>
<p>Ich vermute, dass ich höchstens ein Zwiebelchen der Antwort erfasst habe. Aber immerhin. (Aus Zwiebelchen wachsen Blumen, zum Zwiebelchen vgl. aber vor allem jene <a href="http://www.nirakara.de/zwiebel.htm">Sage aus Dostojewski &#8222;Die Brüder Karamasow&#8220;</a>.)</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/58/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=58&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die menschliche Stimme</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/10/12/die-menschliche-stimme/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Oct 2006 16:31:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Regisseure mahnen im Amateurtheater öfter, laut und deutlich zu sprechen. Wir wollen aber nicht vergessen, dass in der menschlichen Stimme noch viel mehr Möglichkeiten liegen, die ein Schauspieler zum Ausdruck bringen kann. Auf die negativen weist heute jeder Dokumentarstreifen aus der Nazi-Zeit hin. (Zuletzt lief ja manches zu den Nürnberger Prozessen.)  Jede Stimme kann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=34&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Regisseure mahnen im Amateurtheater öfter, laut und deutlich zu sprechen. Wir wollen aber nicht vergessen, dass in der menschlichen Stimme noch viel mehr Möglichkeiten liegen, die ein Schauspieler zum Ausdruck bringen kann. Auf die negativen weist heute jeder Dokumentarstreifen aus der Nazi-Zeit hin. (Zuletzt lief ja manches zu den Nürnberger Prozessen.)  Jede Stimme kann verführen, eine ganze Generation kann davon geblendet sein &#8211; und später denkst du: Wie konnten die Leute so doof sein, auf solche Stimmen hereinzufallen. (Angefangen bei &#8222;Knusper knusper kneischen&#8220; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )<br />
Alle Achtung vor jemand, der das Falsche in den Stimmen zu Kriegszeiten hören konnte. Theodor Haecker, der im Freundeskreis um die Weiße Rose manchen mehrere Vorträge hielt und den Krieg nicht überlebte (+ 1945 in Urstersbach!) schreibt 1939 in sein Tagebuch:</p>
<blockquote><p><span>Ich erschrecke in diesen Tagen über die Fähigkeit der menschlichen Stimme, abgesehen von dem, was sie sagt, allein durch sich selbst, nicht bloß individuell, sondern typisch, repräsentativ, die geistige Ausgestorbenheit eines ganzen Volkes zu verraten, zu ver<em>laut</em>baren, zu proklamieren. Die Stimme des „Ansagers“! (Tage- und Nachtbücher, Eintrag [7])<br />
</span></p></blockquote>
<p><span id="more-34"></span>Gemeint ist wohl der &#8222;Ansager&#8220; im Radio. Radio war schließlich damals das neue Massenmedium, das sich die Nazis zu ihren Zwecken zunutze machten.</p>
<p>Als Gegengift ein Gedicht einer Nichtarierin, in dem sich die deutsche Stimme und Sprache feiert. <span>Khalida hafiz Jehan, geboren in Bangladesch, schrieb es 1980, während sie in Halle Medizin studierte.</span></p>
<blockquote>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">&nbsp;</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">unerfüllbare hoffnungen hegt die stimme</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">sie will</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">vor gottes antlitz singen wenn</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">die welt erlischt, der nachtigall</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">antwort geben</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">in heißer nacht</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">freundrufe zuschicken</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">den grabbewohnern unter sternenlosem himmel</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">&nbsp;</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">sie will gehört werden</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">auch wenn sie schweigt</p>
<p class="MsoBodyText" style="margin-bottom:14pt;">&nbsp;</p>
</blockquote>
<p><span>Den Fund verdanke ich Hilde Domin, deren Gedichte ja auch wunderbar klingen, wenn man sie laut spricht. Etwa <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lyrikkalender/548174/">heute im Deutschlandfunk (DLF)</a> oder das berühmte Gedicht <a href="http://www.sk-kultur.de/poetmail/970617.htm">&#8222;Abel steh auf&#8220;.</a> </span></p>
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