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	<title>Fangt uns doch &#187; Blaise Pascal</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Blaise Pascal</title>
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		<title>Pascals Maschine</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Aug 2007 18:22:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Blaise Pascal]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Zeiten, in denen man Klarheit bracht, empfehle ich, (wenn man nicht in eine Kathedrale gehen kann) sich Blaice Pascals (1623-62) Aufzeichnungen zu verlinken (oder die Pensées im Orignial nachzulesen). Mit klare Worte meine ich eindeutige Worte, so wie in den Märchen, aber doch Theorie. Zum Beispiel:
Die Menschen beschäftigen sich damit, einem Ball und einem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=263&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.faz.net/m/%7B9A1D79EE-080F-4C13-9296-024D8AEC4F63%7DPicture.jpg" align="right" height="149" width="123" />Für Zeiten, in denen man Klarheit bracht, empfehle ich, (wenn man nicht in eine Kathedrale gehen kann) sich <a href="http://www.blaise-pascal.de/pascal_texte.php?suche=&amp;lpos=1">Blaice Pascals (1623-62) Aufzeichnungen zu verlinken</a> (oder die Pensées im Orignial nachzulesen). Mit klare Worte meine ich eindeutige Worte, so wie in den Märchen, aber doch Theorie. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Die Menschen beschäftigen sich damit, einem Ball und einem Hasen nachzujagen. Das ist selbst das Vergnügen der Könige. (Pensées, 40)</p></blockquote>
<p><img src="http://www.zahlenjagd.at/pascalin.gif" align="right" height="260" width="319" />Der Ball und der Hase, dem Pascal drei Jahre nachjagte, war eine Rechenmaschine, ein früher Vorläufer der heutigen Computer (siehe Bild). Eine große Erfindung. Descartes dachte damals, alles außer dem menschlichen Geist sei Maschine, sogar der menschliche Körper und die Tiere. Der erste Rechenmaschinenbauer Pascal reflektierte über unser Verhältnis zur Maschine<span id="more-263"></span>, es könnte auch nach Darwin geschrieben sein:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Denn man darf sich nicht täuschen: wir sind ebenso sehr Maschine wie Geist, deshalb ist das Mittel zu überzeugen nicht allein der Beweis. Wie wenig bewiesene Dinge gibt es. Die Beweise überzeugen nur die Vernunft; die Gewohnheit macht unsere Beweise stärker und deutlicher, sie richtet die Maschine aus, die den Geist, ohne das er es merkt, mit sich zieht. Wer hat bewiesen, dass morgen Tag sein wird und dass wir sterben werden, und was wäre handgreiflicher? Folglich ist es die Gewohnheit, die uns zum Glauben bringt, sie macht so viele zu Christen, sie macht zu Türken, Heiden, sie macht die Berufe, zu Soldaten usw. (Der Glaube, den man in der Taufe empfing, macht mehr zu Christen als zu Heiden.) Also muss man, wenn der Geist einmal einsah, wo die Wahrheit ist, auf die Gewohnheit zurückgehen, um uns von dem Glauben, der uns ständig entschlüpft, färben und grundieren zu lassen, denn es ist fast unmöglich, die Beweise immer gegenwärtig zu haben. Man muss einen leichteren Glauben haben, und das ist der, der in die Gewohnheit einging, der uns ohne Zwang, ohne Kunst, ohne Gründe glauben lässt und unsere ganze Vernunft unter diesen Glauben beugt, so dass sich unsere Seele völlig natürlich darin verfängt. Es genügt nicht, wenn man nur gläubig ist durch die Kraft der Überzeugung, und wenn die Maschine geneigt bleibt, das Gegenteil zu glauben. Folglich muss man beide Hälften glauben machen: den Geist durch die Gründe, die man nur einmal im Leben eingesehen zu haben braucht, und die Maschine durch die Gewohnheit und dadurch, dass man sie hindert, sich dem Gegenteil zuzuwenden. Inclina cor meum, Deus [Psalm 69, 36]</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal"> <img src="http://www.faz.net/m/%7B0822F056-40EB-474A-840D-2D8D232CE9D8%7DPicture.jpg" alt="neues Fenster im Kölner Dom" align="middle" height="618" width="875" /></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Die Vernunft handelt langsam, sie braucht soviel Gesichtspunkte, soviel Grundsätze, die immer gegenwärtig sein müssten, so dass sie, da sie nicht immer alle Grundsätze gegenwärtig hat, müde wird oder sich verirrt. Das Gefühl handelt anders: es handelt im Augenblick und ist immer bereit zu handeln. Folglich muss man den Glauben im Gefühl verankern, sonst wird er immer schwankend sein. (Pensées, 252)</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal"> Man kennt das. Ich interessiere mich unter anderm deshalb nicht für Autos, weil ich sie kaum auseinanderkenne. Und deshalb glaube ich auch nicht an Autos. Das schlimme an der monotoner Fabrikarbeit ist, dass einem das Stumpfe zur Gewohnheit wird. Das Schlimme am tätigen Soldatendienst ist, dass man zum Krieger wird: beide Schollgeschwister klagten über die &#8222;Kriegsmaschine&#8220;.</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.faz.net/m/%7B3A47C1FE-2388-4EC2-9282-635A87AEC8B6%7DPicture.jpg" align="middle" height="585" width="874" /></p>
<p class="MsoNormal">Dann aber auch andersherum. Ans Musikmachen muss man sich gewöhnen, man muss üben. Zum Muslimsein gehört die Übung, mehrmals am Tag Richtung Mekka zu beten. Etwas Ähnliches &#8211; etwas flexibler gestaltbar &#8211; gehört zum Christsein. Auch viele andere Gewohnheiten, für viele Leute auch die, sich ab und zu im himmlischen Licht eines Doms zu finden. Aber über allem der aufgeklärte menschliche Geist, der mindestens einmal die Sache ernsthaft durchgegangen ist.</p>
<p class="MsoNormal">(Peter Bieri hat sich nicht zufällig den Pseudonym Vornamen Pascal zugelegt. Die fiktiven Aufzeichnungen des Amedeu Prados im <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/08/16/das-leben-als-zugfahren-bieri-eich/#more-261">Nachtzug nach Lissabon</a> ähneln in ihrer Skizzenartigkeit denen des Blaice Pascal. Außerdem hat auch Bieri seinen Helden die Sache mit der Gott gut durchdenken lassen: Prado faszinieren die Kathedralen, aber der biblische Gott steht zu sehr auf der Seite der Grausamkeit.)</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/263/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=263&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Pascal – Totenmaske, Naturwissenschaft, Glaube</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/10/04/pascal-%e2%80%93-totenmaske-naturwissenschaft-glaube/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Oct 2006 20:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blaise Pascal]]></category>

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		<description><![CDATA[„Das Herz hat seine Gründe“, so der Titel eines meiner Lieblingsbuches (Buch des Jahres 2004), das Zitat stammt von Blaise Pascal.
Wir arbeiten für unser Stück an einer Büste von Blaise Pascal, mein Gesicht kommt seiner Totenmaske tatsächlich vom Alter her am ähnlichsten. Vom Aussehen, das möge jeder selbst beurteilen. Pascal, sein Leben lang von schwacher [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=22&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal">„Das Herz hat seine Gründe“, so der Titel eines meiner <a href="http://www.dradio.de/dlr/sendungen/buchtipp/227674/" title="Ruth Pfau DLF Lesetipp">Lieblingsbuches</a> (Buch des Jahres 2004), das Zitat stammt von Blaise Pascal.</p>
<p><img src="http://www.virtusens.de/blaise_pascal/grafik/totenmaske_kl.gif" alt="Totenmaske" align="left" height="150" width="116" />Wir arbeiten für unser Stück an einer Büste von Blaise Pascal, mein Gesicht kommt seiner Totenmaske tatsächlich vom Alter her am ähnlichsten. Vom Aussehen, das möge jeder selbst beurteilen. Pascal, sein Leben lang von schwacher Gesundheit, „starb am 19. August 1662, er wurde 39 Jahre und 2 Monate alt. Als sein Körper geöffnet wurde, sah man, daß Magen und Leber zusammengeschrumpft, das Gedärm war verfault und im Gehirn fand sich Blutgerinnsel. Trotzdem zeigt seine Totenmaske ein Lächeln, das beweist, daß Blaise Pascal von einem Frieden wußte, dem seine Krankheit und sein Tod nichts anhaben konnte.&#8220; (Zitat aus einer <a href="http://www.ursula-hellmann.de/texte/blaise_pascal_total.html">Radiosendung</a>.)</p>
<p class="MsoNormal">Was haben Carl Muth und der Weiße-Rose-Kreis an diesem Denker des 17. Jahrhunderts geschätzt? (Pascals naturwissenschaftliche und mathematische Entdeckungen sind längst Standart und inzwischen sehr verfeinert, Newton war wohl ein noch genialerer mathematisch-physikalischer Entdecker.)</p>
<p class="MsoNormal">Ich vermute, dass wenigstens ein faszinierender Punkt an Pascal ist es, dass er das Problem von Glauben und Naturwissenschaft ernst genommen hat. Man sagt in kirchlichen Kreisen gerne so: Da gibt es eine naturwissenschaftliche Entdeckung, sie könnte wahr sein, aber unser religiöses Wissen ist doch viel grundlegender und existentiell gewisser, im Zweifelsfall hat die religiöse Tradition recht.</p>
<p class="MsoNormal">Pascal dachte mehr, wie ein heutiger wissenschaftlich gebildeter (oder wissenschafts-„gläubiger“) Mensch denkt. Da gibt ein naturwissenschaftliches Phänomen. Welche Auswirkungen hat das auf meine Weltanschauung? Was ist an meiner Religion falsch, weil es nicht mit der Wissenschaft zusammenpasst?</p>
<p class="MsoNormal">Da war also im 17. Jahrhundert die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht. Man könnte sagen, das ist eine Frage der Perspektive, wenn man die Erde als Mittelpunkt denkt, werden die Rechnungen komplizierter, aber prinzipiell passt beides. Biologisch versteht man den Menschen am besten als das ausdifferenzierteste Lebewesen, dem entsprechen die theologischen Grundtexte: Als letztes Lebewesen wird er in der 7-Tage Geschichte auf die Erde gesetzt, Gott hat es beliebt, in Jesus menschliche Gestalt anzunehmen, und er hat den Plan, alle Menschen mit Hilfe der Jünger Jesu zu einer gewaltlosen Gesellschaft zusammenzuführen (und erst sollte es je mit den Menschen so weit sein, könnte vielleicht auch die übrige Natur nachziehen).</p>
<p class="MsoNormal">Ganz anders als diese schöne beruhigende Reaktion ist die Reaktion des Blaise Pascal:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Ich schaue die grauenvollen Räume des Universums, die mich einschließen und ich finde mich an eine Ecke dieses weiten Weltenraumes gefesselt, ohne daß ich wüßte, weshalb ich nun hier und nicht etwa dort bin, noch <span> </span>weshalb ich die wenige Zeit, die mir zum Leben gegeben ist, jetzt erhielt und an keinem anderen Zeitpunkt der Ewigkeit, die vor mir war oder die nach mir sein wird. Ringsum sehe ich nichts als Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom, wie einen Schatten umschließen, der nur einen Augenblick dauert, ohne Wiederkehr. Alles, was ich weiß, ist, daß ich bald sterben werde. Aber, was der Tod selbst ist, das weiß ich am wenigsten. (Aus der <a href="http://www.ursula-hellmann.de/texte/blaise_pascal_total.html">Radiosendung</a> wie oben.)</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Der Mann sagt nicht nur, dass die Wissenschaft recht hat, sondern auch, dass das Weltbild ins Schwanken bringt. Auf diese Weise sprechen noch heute viele Wissenschaftler, die zu Atheisten geworden sind.</p>
<p class="MsoNormal">Bei all seiner Klarsicht kämpfte Pascal um seinen Glauben. Daher die Rede, dass nicht nur das logische Denken Gründe vorbringt, sondern auch „das Herz“ (<a href="http://www.zum.de/Faecher/kR/BW/krbs/lpalt/pascal02.htm">vgl Schaubild</a>). Vor allem der Gedanke, dass der Mensch so verloren im Weltall stehen kann, und dennoch eine gewisse Zentralstellung im Universum hat: er als einziger erkennt sein Elend und seine Verlorenheit (vgl <em><a href="http://www.blaise-pascal.de/pascal_texte.php?suche=&amp;lpos=4">Pensée Nr.114</a>)</em> –ich kenne Pascal leider zu wenig, als dass ich wüsste, wie er genau argumentiert.<span></span></p>
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		<title>In Zeiten umherirren, die nicht die unsrigen sind</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Oct 2006 18:41:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blaise Pascal]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mathematiker, Rechenmaschinenbauer, Theoretiker des Roulette, Planer eines öffentlichen Nahverkehrssystems (mit Kutschen durch Paris) usw. Blaise Pascal (1623- 1662) schrieb die folgende berühmte Meditation (Pensée Nr.47):

Wir halten uns nie an die Gegenwart. Wir rufen uns die Vergangenheit zurück; wir greifen der Zukunft vor, als käme sie zu langsam und als wollten wir ihr Eintreten beschleunigen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=21&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://www.virtusens.de/blaise_pascal/grafik/portrait-gemalt_kl.gif" align="left" height="151" width="110" />Der Mathematiker, Rechenmaschinenbauer, Theoretiker des Roulette, Planer eines öffentlichen Nahverkehrssystems (mit Kutschen durch Paris) usw. Blaise Pascal (1623- 1662) schrieb die folgende berühmte Meditation (<em><a href="http://www.blaise-pascal.de/pascal_texte.php?suche=&amp;lpos=2" title="Pascal Pensée 47">Pensée Nr.47</a>):</em></p>
<blockquote>
<p class="suchtext">Wir halten uns nie an die Gegenwart. Wir rufen uns die Vergangenheit zurück; wir greifen der Zukunft vor, als käme sie zu langsam und als wollten wir ihr Eintreten beschleunigen, oder wir rufen uns die Vergangenheit zurück, als wollten wir sie festhalten, da sie zu schnell vorübereilte, wir sind so unklug, dass wir in Zeiten umherirren, die nicht die unsrigen sind, und nicht an die einzige denken, die uns gehört, und wir sind so eitel, dass wir an jene denken, die nichts sind, und uns unüberlegt der einzigen entziehen, die weiterbesteht. Das kommt daher, weil die Gegenwart uns meistens weh tut. Wir verbergen sie unserem Blick, weil sie uns betrübt, und wenn sie uns angenehm ist, bedauern wir, sie entschwinden zu sehen. Wir bemühen uns, sie durch die Zukunft abzusichern, und meinen die Dinge zu ordnen, die nicht in unserer Macht stehen, und das für eine Zeit, die zu erreichen für uns ganz ungewiss ist.</p>
<p class="suchtext">Jeder prüfe seine Gedanken. Er wird finden, dass sie ganz mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt sind. Wir denken fast überhaupt nicht an die Gegenwart, und wenn wir an sie denken, so nur, um aus ihr die Einsicht zu gewinnen, mit der wir über die Zukunft verfügen wollen. Die Gegenwart ist niemals unser Ziel.</p>
<p class="suchtext">Die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel; allein die Zukunft ist unser Ziel. Deshalb leben wir nie, sondern hoffen auf das Leben, und da wir uns ständig bereit halten, glücklich zu werden, ist es unausbleiblich, dass wir es niemals sind.</p>
</blockquote>
<p>Der Text soll zunächst für sich stehen. Wem er gefallen hat, der möge erstmal dabei bleiben und nicht meine leicht hingeschriebenen Kommentare lesen.</p>
<p>Schauspieler leben in einem mehrfachen Sinn nicht in der Gegenwart. Sie leben im Stück eines anderen, in einer anderen Zeit, mit anderen Plänen. Und dazu kommt noch alles, wovon Pascal schreibt.</p>
<p>Was ist unsere Rettung (als Schauspieler in einem historischen Stück), wenn wir nicht dem Urteil verfallen wollen, der Gegenwart (und damit der einzigen Chance, glücklich zu werden) zu entfliehen? Es ist vielleicht richtig, mit vollem Einsatz auf der Bühne zu sein – aber das ist nicht alles.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/21/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/21/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/21/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/21/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/21/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/21/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=21&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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