Halfpipe Bühne

10. Juni 2009

Ich dachte an die Ringe des Saturn, als ich die Bühne in der Inszenierung von Franz Kafka „Der Prozess“ in den Münchner Kammerspielen sah. Innen drehte sich der unbewohnbare Planet. Vieles spricht dafür, dass es sich um ein Auge handelt bei dieser Bühne. Auf jeden Fall gab es doch da tatsächlich Ähnlichkeiten zur „Fangt uns doch“ Bühne. Was passiert da technisch? Zitiere den Standart (Wien. Ronald Pohl):

Regisseur/Ausstatter Andreas Kriegenburg hat auf die Münchner Bühne ein Gipsauge gestellt. In dessen ovaler Mitte, sozusagen im Durchstichsloch eines Träumers, rotiert ein Hubpodest, das immer wieder gemächlich in die Vertikale kippt, um schließlich als Kletterwand den Schrecken einer hölzernen Eiger-Nordwand zu verbreiten. Read the rest of this entry »

SchönMalen

17. März 2009

Sonntags bei Gerhard Richter, Abstrakte Malerei, im Haus der Kunst. Der Mann will tatsächlich Schönes schaffen, das sieht man an jedem Bild, man ist nicht in die Nacht des Todes und der Depression getaucht wie bei so viel anderer Kunst der letzten Jahrzehnte. Und Richter will ethische Impulse setzen. Zudem klagt er, wie weit der Weg vom Sehen zum Begreifen ist. Das ist alles der alte Platon, an dem ich auch so hänge (einschließlich dem Bekenntnis, dass er sich als Künstler dem Schein widmet – mit der Besonderheit, dass Richter das Begreifen, also die Schau der Ideen, sehr schätzt.) Wir haben bei „Fangt uns doch“ versucht, das Schöne darzustellen, Read the rest of this entry »

Die letzten Tage in Köln beim evangelischen Kirchentag den Erlassjahr-Stand mit betreut, zuvor recht mit Rostock und dem (Wetter für’s) KJT-Festival mitgefiebert.
Im nachhinein bemerke ich bei mir einen gewissen Widerstand, „das Evangelische“, evangelische Spiritualität an mich heranzulassen. Ich wollte irgendwie nicht glauben, dass da etwas „lebendig und kräftig und schärfer“ ist. Entsprechend meine Einstellung zum Kirchentagsmotto und zum Logo. Derweil hat der Kirchentag am Mittwoch mit etwas total Begeisterndem angefangen. Der Beleuchtung einer Rheinbrücke, über der untertags einfach nur so teilweise eine orange Plane gebreitet ist. Read the rest of this entry »

Building wie Bildung
Exkurs, weil das halt wieder ein bischen Regiearbeit war, drei vom Regieteam und fast das ganze Bühnenteam waren schließlich dabei …
Meine Nachreflexion zum Misereor-Abend und -Gottesdienst „Bilding for alle“. Mit dem Abend war ich recht zufrieden (mit einer Ausnahme um 0:45 Uhr, aber auch die Geschichte endete ja gut). Die vier Türme, die ich ja erst am Morgen sah, waren einfach toll. Read the rest of this entry »

Im Zentrum der Hauptstadt

6. Februar 2007

ehem_karmelitenkirche.jpgIch fand doch tatsächlich im www kein Foto der Karmelitenkirche München (die freilich inzwischen schon seit kurz nach dem II. Weltkrieg nicht mehr als Kirche genutzt wird). Aber weil wir in diesem Haus Theater gespielt haben, gibt es hier eines. Vorne der Eingang ist mit unseren Plakaten geschmückt.

Dazu unser Lichtplan, Martin schreibt „Wir hatten insgesamt knapp über 16 kW Lichtleistung installiert.“ Einer der Punkte, wo viele einfach gestaunt haben. Read the rest of this entry »

Dafür, wie wir das Innere des Menschen als Maschine darstellten, haben wir manches Lob bekommen. Dank der Münchner Aufführungen gibt es jetzt Photos, die diese Maschine von oben zeigen. Read the rest of this entry »

Michelangelo Buonarotti

23. Januar 2007

„Er will Bildhauer werden“ erzählt Carl Muth von Otl Aicher. Für Alexander Schmorell, der ebenso Bildhauer-Berufswünsche hegte, war der Zeitgenosse Rodin das Vorbild. Kenne mich in dieser Kunst wenig aus, aber ist nicht der große Bildhauer Michelangelo Buonarotti (1475 – 1564), seine Moses-Statue, seinen David, seine Pieta. (Mich faszinierte der Wagenlenker, als ich ihn in Delphi sah, den Namen seines Meisters, Sotades, kennt kaum jemand.) Und da Otl Aicher gern mit großen Geistern zu verkehrte, war er schon der Typ, der, wenn er schon Bildhauer werden wollte, dann auch ein neuer Michelangelo werden will. Read the rest of this entry »

Die Bilder, die einst unter diesem Beitrag zu sehen waren, sind jetzt alle gesammelt auf der Seite mit den Aufführungsfotos. Hier bleibt eines und das große Lob des Chefregisseurs Georg zum Schlussliedfoto (Sein braver Bruder hat hier wieder mal wie wild rumgepastet, getan am 5.12. 2006.)

„Danke an Euch alle, ihr habt es grossartig gemacht!“

Kommentare zur Uraufführung

20. November 2006

Hand greift

Hast du, lieber Zuschauer, die weiße Rose gefangen? – ich wünsch dir, du hast sie noch nicht…

Den schönsten Kommentar bekam ich schon, bevor das Stück auf der Bühne war. Ich kannte meinen Großvater väterlicherseits nicht, er ist Jahre vor meiner Geburt gestorben, bis über die 70 Jahre hinaus war er in der Schmiede tätig gewesen. Nach dem Krieg war er als Nicht-Parteimitglied ein Jahr Bürgermeister in Thannhausen gewesen. Mein Vater sagte mir, als er das Stück gelesen hatte: „Dein Großvater wäre stolz auf dich.“ Ich habe bei den lebenden Schwestern meines Vaters nachgefragt, ob das stimme. Sie sagten: Ja, dein Großvater war ein politischer Mensch.

Die folgenden Kommentare sind für Leute, die unser Stück gehört und gesehen haben, wer es nicht kennt, lese z.B. zunächst hier den Inhalt des Stückes.

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Hier nun also die ersten 5 Fotos von den beiden ersten Aufführungen.

Eine herzliche Einladung noch an alle zu den kommenden beiden Aufführungen.

Ein Foto vom „Wutlied“

Ein Foto beim „Lied von der Freundschaft“

Hausbesetzung bei Pfarrer Weiss

Ein Foto beim Lied: „Hackt er wieder“

Das Licht des Bewusstseins geht langsam auf

Nun die Fotos vom Probenwochende (4./5.11.2006)

Allen ist die Freude noch nicht anzumerken, aber das wird schon noch.

Anspannung ist gut – ich denke sie loest sich dann auch noch

Bei einer Theaterprobe kann es auch mal langweilig sein – Sehr gut, wenn man dies auch spielen kann!

Oh, Oh, wer zulange dableibt wird gefesselt – die Teufel verstehen ihr Handwerk (noch)

so ein eigenes Zimmer ist schon schoen – und wenn dann auch noch das Fenster geputzt wird. Besonders die Sauberkeit der Scheiben beeindruckt mich!

Bei ungebetenem Besuch wird es dann etwas ernster.

Durch diese Mauer ist kein durchkommen – doch geistig kann man einander verbunden sein und aneinander denken. Liebe Zuschauer freut euch auf die Gesangssoli!

Was nicht alles auf der Maschine transportiert wird – (Unabhängig vom Schreiber kamen meine Mitregisseure auf die Idee „brains in a vat“ auf die Bühne zu bringen – das ist aus dem philosophischen Gruselkabinett, oder auch aus den Matrix-Filmen bekannt.)

Da ist es also das Innere – maschinenhaft bei der Arbeit. Und es wird aufgepasst, dass alles so laeuft wie geplant.

Manches bedarf noch der Koordination – doch es ist schoen zu sehen wie alle dabei sind!

Die Welt, sowie die Schoepfung harrt weiter der Erloesung. Gut, dass es Hoffnungszeichen gibt!