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	<title>Fangt uns doch &#187; Bildende Kunst</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Bildende Kunst</title>
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		<title>Logik der Träume</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 19:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Teufel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer denkt logisch im Traum? Und doch ist diese Logik Inspirationsquelle, für Israels Sohn Josef im fernen Ägypten, für den blinden Homer. Ein paar bemerkenswerte Traumbeobachtungen stehen bei Sten Nadolny „Das Erzählen und die guten Absichten“ (Münchner Poetik-Vorlesungen von 1990). Eine davon, wie er sie anhand eines Beispieltraumes erzählt:
„Ich träumte kürzlich etwas Merkwürdiges. Rast machend [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=549&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.ondamaris.de/wp-content/uploads/2007/10/barlachengel02.jpg" alt="" width="287" height="381" />Wer denkt logisch im Traum? Und doch ist diese Logik Inspirationsquelle, für Israels Sohn Josef im fernen Ägypten, für den blinden Homer. Ein paar bemerkenswerte Traumbeobachtungen stehen bei Sten Nadolny „Das Erzählen und die guten Absichten“ (Münchner Poetik-Vorlesungen von 1990). Eine davon, wie er sie anhand eines Beispieltraumes erzählt:</p>
<p style="padding-left:30px;">„Ich träumte kürzlich etwas Merkwürdiges. Rast machend auf einer Bergwanderung saß ich am Wege und nahm einen Imbiß zu mir. Da kam Hitler, einen schweren Wagen schiebend, vorbei, hielt bei mir an und sagt: &#8216;Mich hungert, gib mir zu essen.&#8217; <span id="more-549"></span><img class="alignleft" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/74/BETTLER1.jpg/175px-BETTLER1.jpg" alt="" width="175" height="597" />Ich teilte meine Wegzehrung mit ihm. Nachdem er sich gesättigt , stand er auf und sprach: &#8216; Da ich nun mit dir gegessen habe, mußt du mir helfen, den Wagen hinaufzuschieben.&#8217; Ich konnte nicht anders, ich stemmte mich gegen den Wagen, und so stiegen wir langsam bergan, schoben die schwere Last vor uns her. Nach langer Arbeit erreichten wir den Gipfel. Oben aber öffnete sich unversehens ein steiler Abgrund. Es gelang nicht, den plötzlich wie aus sich selber herausrollenden Wagen zu halten, wir stürzten mit der Last in die grundlose, eisige Tiefe.“<br />
So träumte Ernst Barlach im Jahr 1938. Natürlich brauchen wir etwas Vertrauen, um den Sturz in den Abgrund nicht seinem wachen Bewußtsein zuzuschreiben – gerade weil er so gar nicht abwegig ist. Was mir aber sofort als unverkennbar traumhaft einleuchtet, ist der absurde und darum unausweichliche Befehl. Er erinnert an gewisse geheimnisvoll zwingende Argumentationen im Märchen: „Da ich nun mit dir gegessen habe, musst du mir helfen, den Wagen heraufzuschieben.“ Und der Träumende kann nicht anders, er gehorcht. (33-34)</p>
<p><a href="http://wege-zu-barlach.de/">Barlach</a> (+1870) starb noch im Jahr 1938. Sophie Scholl hat ja kurz vor ihren Tod auch <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/05/10/traumerische-bedeutung-von-taufe/">von einem Sturz in den Abgrund geträumt</a>, wobei es natürlich hier bitter böse ist, dass der Künstler erst Hitler gespeist und dann noch seinen Wagen mit hochgeschoben hat.  Nach dem Wiki-Artikel zu Barlach hat er dem System 1934 ein Huldigungsschreiben unterzeichnet, aber als entarteter Künstler recht zu leiden. Andererseits, Barlachs freundliche (evangeliumsgetreue) Gesten haben immerhin zur Folge, dass Hitler schon 1938 zu Tod kommt &#8211; wenn es nur so gewesen wäre. Vielleicht bedeutet der Traum, dass er auf dem Weg der Versöhnung ist, selbst mit dem, der ihn aus der Gesellschaft herauswarf, <a href="http://wege-zu-barlach.de/index.php?id=24">erdrosselte</a>, seine Werke zerstören ließ.</p>
<p>Barlach war übrigens auch Dramatiker (siehe obiger Link)</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/549/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/549/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/549/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/549/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/549/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/549/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/549/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/549/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/549/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/549/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=549&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Künstler sein</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2009/04/18/kunstler-sein/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 15:11:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Meditationen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kleiner Ostereintrag, ein Lieblingszitat. Lange war dieses Zitat von Vinzent van Gogh nicht im Internet (inzwischen in anderer Variation als mein Kalendereintrag im DLF, beachtenswerte Sendung von Angelika Obert , das Zitat ist aus einem Brief an einen Freund):
Christus allein unter den Philosophen hat als fundamentale Gewissheit das ewige Leben, die Nichtigkeit des Todes, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=476&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.schweizer-illustrierte.ch/ablage/bilder/living/reisen/2009/01/Van_Gogh1.jpg" alt="" width="700" height="557" />Kleiner Ostereintrag, ein Lieblingszitat. Lange war dieses Zitat von Vinzent van Gogh <span id="more-476"></span>nicht im Internet (inzwischen in anderer Variation als mein Kalendereintrag im <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/feiertag/773856/">DLF, beachtenswerte Sendung von Angelika Obert</a> , das Zitat ist aus einem Brief an einen Freund):</p>
<p style="padding-left:30px;">Christus allein unter den Philosophen hat als fundamentale Gewissheit das ewige Leben, die Nichtigkeit des Todes, die Notwendigkeit <img class="alignright" src="http://www.weltum.de/weltum/img/van_gogh_portraet_1889_sep_3.jpg" alt="" width="281" height="318" />und Berechtigung heiterer Gelassenheit und der Aufopferung bekräftigt. Er hat in heiterer Gelassenheit gelebt, als größter aller Künstler, Ton und Farbe verschmähend und in lebendigem Fleisch arbeitend. Dieser unerhörte und mit dem stumpfen Instrument unserer nervösen und abgestumpften Gehirne kaum fassbare Künstler schuf keine Statuen, keine Gemälde, keine Bücher. Er machte lebendige Menschen, Unsterbliche. Das ist etwas Ernstes, vor allem weil es die Wahrheit ist.</p>
<p>Noch einmal: &#8222;Er machte lebendige Menschen, Unsterbliche&#8220; &#8211; der Punkt, weshalb Paulus sagt, mit Jesus fängt eine neue Schöpfung an.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/476/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=476&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>SchönMalen</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2009/03/17/schonmalen/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 11:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntags bei Gerhard Richter, Abstrakte Malerei, im Haus der Kunst. Der Mann will tatsächlich Schönes schaffen, das sieht man an jedem Bild, man ist nicht in die Nacht des Todes und der Depression getaucht wie bei so viel anderer Kunst der letzten Jahrzehnte. Und Richter will ethische Impulse setzen. Zudem klagt er, wie weit der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=453&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.faz.net/m/%7BF0C6DEF2-F446-4944-AF92-DE1E2E81378A%7DPicture.jpg" alt="" width="283" height="183" />Sonntags bei <a href="http://www.gerhard-richter.com/">Gerhard Richter</a>, Abstrakte Malerei, im Haus der Kunst. Der Mann will tatsächlich Schönes schaffen, das sieht man an jedem Bild, man ist nicht in die Nacht des Todes und der Depression getaucht wie bei so viel anderer Kunst der letzten Jahrzehnte. Und Richter will ethische Impulse setzen. Zudem klagt er, wie weit der Weg vom Sehen zum Begreifen ist. Das ist alles der alte Platon, an dem ich auch so hänge (einschließlich dem Bekenntnis, dass er sich als Künstler dem Schein widmet &#8211; mit der Besonderheit, dass Richter das Begreifen, also die Schau der Ideen, sehr schätzt.) Wir haben bei &#8222;Fangt uns doch&#8220; versucht, das Schöne darzustellen, <span id="more-453"></span>durch die eingängigen Songs, durch die Bogen der Bühne, durch die Farben in der Kammer. Natürlich geht es um ein ethisches Thema, die wilden Tiere (Dämonen) sind los, und es gilt sie unter wagemutigem Einsatz zu fangen (vgl. Hans in der Kammer). Und das Motto von Theodor Häcker, wie lange der Weg vom Wahrnehmen zum Handeln ist, ist unserem Stück vorangestellt. Ich zitiere aus einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/150380/493/2798967/Sc-h-oenheit.html">Interview mit Gerhard Richter in der SZ</a> (Hervorhebungen von fangtunsdoch)</p>
<p>SZ: Herr Richter, ein Satz von Ihnen lässt mich nicht mehr los: &#8222;Alles sehen, nichts begreifen.&#8220; Das bringt die Blindheit in unserer hypervisuellen Gegenwart schon auf den Punkt . . .</p>
<p>Gerhard Richter: Er war ursprünglich eine Art Titel für mein erstes Glasscheibenobjekt. Denn das führte mir den Unterschied von Sehen und Begreifen sehr anschaulich vor. Damals fand ich den Satz fast etwas peinlich, ein wenig so, als hätte ich mich geoutet. Dabei trifft es ja ganz allgemein zu, dass <em>der Weg vom Sehen zum Begreifen ein sehr weiter ist</em>.</p>
<p>Diese Entfernung scheinen Sie vor allem mit Ihren gegenständlichen Gemälden zu durchmessen. Ist so Ihre typische Ästhetik des Diffusen entstanden, Szenen und Gestalten chimärenhaft zu malen, wie Schatten oder Träume?</p>
<p>Sie spielen auf den Schein an, den ich einmal als mein Lebensthema bezeichnet habe. Für jemanden, der Bilder herstellt, ist der Anschein, der Anblick tatsächlich das Wichtigste. Wir sehen den Schein der Wirklichkeit und erzeugen ihn dann künstlich, in Bildern.</p>
<p><img class="alignright" src="http://www.faz.net/m/%7B74A6E5D2-19C8-42A6-B374-70B9BBDC1A9B%7DPicture.jpg" alt="" width="489" height="319" />[...]</p>
<p>&#8222;Meine Bilder sind klüger als ich selbst&#8220;, meinten Sie einmal. Führte Ihr Unterbewusstsein Regie?</p>
<p>Das Unterbewusste &#8211; ja. Es ist gescheiter, stärker, sicherer im Erfassen als der Verstand.</p>
<p>Weshalb Sie sich von ihm lieber leiten lassen?</p>
<p>Ja doch, so weit das möglich ist. Und manchmal bin ich dann überrascht, wie richtig etwas war, das ich ganz intuitiv entschieden hatte. Das ist dann ein großes Geschenk.</p>
<p>Wann wissen Sie eigentlich, dass ein Bild gut ist?</p>
<p><em>Die Gretchenfrage. Aber eine wichtigere als die nach gut und schlecht gibt es nicht.</em> Also: Man wächst heran, lernt, eignet sich Vorbilder an und versucht zu verstehen, was an diesen eigentlich gut ist. Welche Qualität wir da schätzen, besonders, wenn sie auch noch die Jahrhunderte überdauert. Es ist eine Qualität, die Übereinstimmung schafft, die also einen sozialen und gesellschaftlichen Wert darstellt. Solche Kunstwerke besitzen wir ja.</p>
<p>Bitte ein Beispiel!</p>
<p>Es gibt so viele. All die wunderbaren Werke von den alten Griechen über Velásquez, Goya, Dürer, Friedrich, Manet, Cézanne, Pollock, Serra, und und und. Aber begründen, weshalb sie so gut sind, das kann ich nicht, das kann wahrscheinlich niemand. Als ich vor vielen Jahren Theodor Adornos &#8222;Ästhetische Theorie&#8220; las, wunderbar klug gedacht und geschrieben, war ich hinterher ein bisschen enttäuscht, weil selbst dieser große Denker keine Kriterien für gute oder schlechte Kunst bietet. Also, ich denke, dass das grundsätzlich unmöglich ist, und dass es gut ist, dass wir es nicht erklären kön-nen. Aber allein schon, dass wir an etwas teilhaben dürfen, das uns überragt, das ist doch ein Trost.</p>
<p>Soll ich eine Definition versuchen?</p>
<p>Nur zu!</p>
<p>Kunst, wenn sie gut ist, schafft einen Freiraum für die Imagination. Man findet ihn in Ihren Bildern. Sie besitzen eine Sphäre, die eigene Assoziationen und Vorstellungen herausfordert. Auch Emotionen.</p>
<p>Das haben Sie sehr gut gesagt, denn ohne Emotionen läuft ja gar nichts. Sie müssen nur gut verpackt werden, sonst haben wir so eine sentimentale Authentizität, die die Betrachter nur noch nervt.</p>
<p><img class="alignright" src="http://www.faz.net/m/%7B73AD1A5F-9AD3-4DFE-B773-467D687807E7%7DPicture.jpg" alt="" width="340" height="263" />[...]</p>
<p>lassen Sie uns über die Erotik in Ihrem Werk sprechen. Sie ist in manchen Akten, vor allem aber im sehr delikaten Raffinement der Malweise, gegenwärtig. Welche Rolle spielt sie in Ihrer Kunst?</p>
<p>Sie überraschen mich. Eigentlich keine. Erotische Bilder wollte ich noch nie machen.</p>
<p>Aha. Immerhin gibt es diese sehr direkten Akte aus den Jahren 67/68.</p>
<p>Ach so. Das waren die Jahre der sexuellen Befreiung. Oswalt Kolles Ära. Damals waren wir ja doch ziemlich prüde, im Vergleich zu heute &#8230;</p>
<p>Sie meinen die Allgegenwärtigkeit von Pornographie?</p>
<p>Das sind <em>die neuen Dämonen. Früher waren es die Raubtiere, dann die Nazis, heute ist es das Internet</em>.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/453/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/453/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/453/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/453/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/453/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/453/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/453/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/453/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/453/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/453/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=453&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Vor dem Aufwachen</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/11/10/vor-dem-aufwachen/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 10:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; Rot sehen &#8211; das gibt&#8217;s es bei Annie Dillard
Ich hatte mal einen Kater, eine alte Kämpfernatur, der oft mitten in der Nacht durch das offene Fenster neben meinem Bett sprang und auf meiner Brust landete. Ich wurde halb wach.  Er steckte mir seinen Schädel unter die Nase und schnurrte und stank nach Urin [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=366&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>&#8230; Rot sehen &#8211; das gibt&#8217;s es bei Annie Dillard</p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;font-style:normal;padding-left:30px;"><img class="alignright" src="http://p3.focus.de/img/gen/b/x/HBbxWbs2_Pxgen_r_467xA.jpg" alt="" width="367" height="248" />Ich hatte mal einen Kater, eine alte Kämpfernatur, der oft mitten in der Nacht durch das offene Fenster neben meinem Bett sprang und auf meiner Brust landete. Ich wurde halb wach.  Er steckte mir seinen Schädel unter die Nase und schnurrte und stank nach Urin und Blut. [...] Und manchmal wachte ich morgens im Hellen auf und sah, dass mein Körper über und über mit blutigen Pfotenspuren bedeckt war; ich sah aus, wie mit Rosen bemalt. <span id="more-366"></span></p>
<p style="margin-top:.18cm;margin-bottom:.18cm;padding-left:30px;">Es war heiß, so heiß, dass der Spiegel sich warm anfühlte. Benommen wusch ich mich vor dem Spiegel, und mein verdrehter Sommerschlaf hing noch an mir wie Seetang. Was für ein Blut war das, und was für Rosen? Es hätte die Rose der Vereinigung sein können, das Blut des Mordes, oder die Rose der nackten Schönheit und das Blut einer unsagbaren Opferung oder Geburt. Das Zeichen an meinem Körper hätte ein Erkennungszeichen sein können oder ein Schandfleck, der Schlüssel zum Himmelreich oder ein Kainszeichen. Ich war mir nie sicher, während ich mich wusch und das Blut verlief, blaß wurde und schließlich verschwand, ob ich gereinigt oder das Blutzeichen des Passahfestes ausgelöscht hatte. Wir erwachen, wenn wir überhaupt je erwachen, umgeben vom Geheimnis, Todesraunen, Schönheit, Gewalt &#8230; „Als ob wir einfach hier unten hingesetzt wären“ sagte neulich eine Frau zu mir, „und kein Mensch weiß warum.“ (Annie Dillard: Der freie Fall der Spottdrossel, S. 11)</p>
<p><img class="alignleft" src="http://p3.focus.de/img/gen/l/q/HBlqrFeD_Pxgen_r_311xA.jpg" alt="" width="377" height="488" />&#8222;Warum&#8220; braucht man in diesem Land (kurz vor dem Aufstehen) nicht zu fragen, fragt man auch nicht, alles was einströmt ist viel zu intensiv &#8211; zumindest zu anders. Vielleicht beschreibt man es am besten mit einer Farbe: gelb, himmelblau, grau, grün. Wenn es so intensiv ist wie beschrieben, ist es rot: das Blut klebt einem als Gotteslästerer, Ehebrecher und Mörder an den Händen und gleichzeitig bist du damit weiß gewaschen, in der Versammlung um das rettende Tier, gleichzeitig erfährst du Glück und wird darin ein neuer Mensch geboren. Der Punkt ist vielleicht: nimm das nicht unwichtig, was dir da als Farbe erscheint (an manchen Tagen vielleicht eine ganz andere Farbe) &#8211; aber steh trotzdem auf, es das Traumreich ist nicht deine Heimat.</p>
<p>Dasselbe Zitat ohne meine (nichtrote) Auslassung <a href="http://intelligam.blogspot.com/2005/02/wenn-berhaupt-je-dann-so-annie-dillard.html">hier</a>, die Fortsetzung gibt es leider nur im Buch, bald aber wird das Thema gewechselt. (das englische Original und eine Diskussion, ob man so ein Erlebnis von jemand anderem in Ich-Form berichten kann <a href="http://faultline.org/index.php/site/comments/dillards_cat/">hier</a>.)</p>
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		<title>Colori in Babenhausen</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/11/10/colori-in-babenhausen/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 09:20:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere Bühnen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorletzten Sonntag in Babenhausen im Theater bei der Schmiere: Musical &#8222;Colori&#8220;.  Sehr faszinierend, schauspielerisch, sprachlich, faszinierend der ein und der andere Song, voller überraschender Ideen &#8211; ich bin Fan. Dennoch, was ich so Ideen habe zu einem Musical über Farben, ist irgendwie ganz anders. Insbesondere denke ich an Kandinsky, etwa seine Komposition IX:


Kandinskys Schrift &#8222;Über [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=362&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Vorletzten Sonntag in Babenhausen im Theater bei der Schmiere: Musical &#8222;Colori&#8220;.  Sehr faszinierend, schauspielerisch, sprachlich, faszinierend der ein und der andere Song, voller überraschender Ideen &#8211; ich bin Fan. Dennoch, was ich so Ideen habe zu einem Musical über Farben, ist irgendwie ganz anders. Insbesondere denke ich an Kandinsky, etwa seine Komposition IX:</p>
<p><a href="http://www.glyphs.com/art/kandinsky/comp9640.jpg"><img class="alignright" src="http://lh6.ggpht.com/_Dhr2SPP3FyA/R-D3TxzeIyI/AAAAAAAAAW8/RaURXRNNsaU/Kandinsky,+Wassily+(1936)+Composition+IX.jpg" alt="" width="1199" height="697" /><br />
</a></p>
<p><span id="more-362"></span>Kandinskys Schrift &#8222;Über das Geistige in der Kunst&#8220; habe ich leider nicht gelesen, ich weiß nur, dass dort die Wirkungen der Farben kommentiert werden, jüngst las ich sogar noch, dass Kandinsky selber Synästhet war und Farben hörte. Im Folgenden meine Assoziationen:</p>
<p>Rot: Erdbeeren, alles, was Anie Dillerts von ihrer Katze erzählt (siehe <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/11/10/vor-dem-aufwachen/">nächster Eintrag</a>), insbesondere Opfer und Opfern und Befreien.</p>
<p>Weiß: alle Farben aufeinander (tatsächlich, wie im Spiel strahlend und rein &#8222;so weiß, dass es kein Walker machen kann&#8220;)</p>
<p>Braun: verfaulendes Laub, matschiger Boden (o.k., der braune Stiefel ist nicht zu umgehen &#8211; Erdfarbe war ein richtig guter Punkt, warum vertieft ihr das nicht?)</p>
<p>Grün: Leben in seiner Fülle, Frühling (ich habe die einzelnen Szenen der grünen Woche nicht so recht kapiert, wenigstens nicht, wenn sie mehr sollten als hintereinandergereihte Sketsche und Satiren)</p>
<p>Gelb: Sonne, Licht, für mich ist Feuer gelb, nicht rot, Honig(süß)</p>
<p>Grau: die grauen Zellen, Kiesel, Steine und Geröll, Kargkeit, Macht.</p>
<p>Himmelblau: o.k., liege da ähnlich wie die Inszenierung, Trivialität und Transzendenz</p>
<p>Blau: warum hatte die blaue Blume nur so kurzen Raum? &#8211; Warum denke ich immer, dass Blues nichts mit Trübsal zu tun hat?</p>
<p>Warum dieses riesengroße Anrennen gegen Poesie &#8211; und das in einem Theater und Musical? Die viel zu billig veräppelten Märchen, von denen das Musical doch lebt! Seit wann ist Teufels Großmutter böse?</p>
<p>Vor allem: Warum nicht die ganzen Farben in ein Bild zusammenhängen? (hier noch Komposition V)</p>
<p><a href="http://www.glyphs.com/art/kandinsky/comp5640.jpg"><img class="aligncenter" src="http://i180.photobucket.com/albums/x247/soundandfuryandpeace/kandinsky.jpg" alt="" width="600" height="381" /></a></p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/362/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/362/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/362/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/362/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/362/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/362/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/362/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/362/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/362/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/362/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=362&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Patrik Roth: Unbewusstes und rationale Arbeit</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/06/16/patrik-roth-unbewusstes-und-rationale-arbeit/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/06/16/patrik-roth-unbewusstes-und-rationale-arbeit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 14:38:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Den Mann, nenn mir, Muse, den es viel umhergetrieben hat. &#8222;- so göttlich inspiriert beginnt Homers Odyssee &#8230; und dann kommt alles in wohlgeordneten Versen, hinter denen, so sollte man meinen, gar nicht so wenig Handarbeit steckt.
Es hat mich immer fasziniert zu hören, dass es irgendwie gar nicht die Dichter sind, die ihre Werke schreiben. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=306&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" style="float:right;" src="http://home.arcor.de/fr22.f/galerie/am/chagall/Selbstportrait%20mit%20Muse%20(Traum),%201917-18.jpg" alt="" width="317" height="367" />&#8222;Den Mann, nenn mir, Muse, den es viel umhergetrieben hat. &#8222;- so göttlich inspiriert beginnt Homers Odyssee &#8230; und dann kommt alles in wohlgeordneten Versen, hinter denen, so sollte man meinen, gar nicht so wenig Handarbeit steckt.<br />
Es hat mich immer fasziniert zu hören, dass es irgendwie gar nicht die Dichter sind, die ihre Werke schreiben. Dazu <a href="www.patroth.info/vita/orf_katja_gasser_buchmesse_04.doc" target="_blank">Patrik Roth im Interview (2004)</a>:</p>
<p style="padding-left:30px;">[...] das erste Stadium, das allerwichtigste überhaupt <span id="more-306"></span><!--more--><!--more-->– ich hab’s in den Frankfurter Poetik-Vorlesungen beschrieben –  ist dieses Sich-Einlassen auf das Unbewusste: Was geht denn in mir vor? Was spricht denn in dir? Was sind denn die großen Stimmen in deinen Träumen? Und was bedeutet es für dich &#8211; jetzt? So, das sammle ich wie ein Wissenschafter, ganz akribisch, mit allem, was ich habe. Und dann, wenn ich es gesammelt habe, gehe ich daran und sehe mir das an und überlege mir, was sagt das jetzt, was bedeutet das, warum dieser Traum gerade jetzt, warum dieses Bild gerade jetzt aus Milliarden von Bildern, die möglich wären, dieses Bild jetzt und – das muss ich mir noch dazu sagen – mir, nicht einem anderen, sondern mir dieser Traum? Dann hab ich das Ich, das unbedingt will, zunächst einmal zurückgesetzt. <img class="alignright" style="float:right;" src="http://home.arcor.de/fr22.f/galerie/am/chagall/Szenenentwurf%20fuer%20das%20Finale%20des%20Balletts%20'Aleko',%201942.jpg" alt="" width="317" height="208" />Vielleicht will das Unbewusste im Moment gar kein Buch, vielleicht ist das Unbewusste im Moment vielleicht ausgepowert und muss erst einmal brachliegen und muss sich erst wieder einmal sammeln. Vielleicht sind die Bilder, die mir gezeigt werden aus dem Unbewussten, erst mal ein Sich-Sammeln, ein Kreisen, ein Umordnen, diese Bilder gibt es absolut. Wenn ich das sehe, dann muss ich, wenn ich klug bin, zurücktreten und sagen: Ich brauch noch einen Monat, das muss sich alles mal setzen. Zum Beispiel diese Extraversion jetzt, die durch diese Marktsituation, durch die Buchmesse gefordert wird, das wird heimgezahlt, wenn du mal schaust, was in deinen Träumen geschieht. Das ist der Seele völlig fremd, die interessiert sich einen Dreck dafür, das ist das kleine Ich, das da jetzt für den Verlag oder gar für das Buch was machen will, das ist der Seele völlig egal. Aber auf die muss ich mich wiederum einlassen, denn von der bin ich abhängig. <img class="alignright" style="float:right;" src="http://home.arcor.de/fr22.f/galerie/am/chagall/Selbstportrait%20mit%20einer%20Uhr,%20vor%20der%20Kreuzigung,%201947.jpg" alt="" width="317" height="399" />Abhängig insofern – ich gebe Ihnen ein Beispiel, auch wieder in den Poetik-Vorlesungen wird das beschrieben: als ich an ‚Corpus Christi’ zum Beispiel schrieb, war für mich die Schlüssel-Szene ein Traum: ich sehe im Traum das Bild einer Grabplatte im Grab – ich stehe in einem Grab – aber das Ich, das sieht, ist kein Mann, sondern ist eine Frau. Also das alles war mir im Traum bewusst. Mir war auch klar, dass es das Grab Christi war, alles das wusste ich, wie man das im Traum weiß, auch wenn man nur ein Detail sieht. Aber die Tatsache, dass eine Frau dieses Bild sah, das wollte ich zunächst verleugnen und sagte, nein, der Erzähler ist doch der Thomas, ich werde weiterarbeiten mit Thomas und verstehen Sie: es ging einfach nicht mehr, das Schreiben ging nicht mehr, ich habe es zwei/drei Wochen lang versucht. Und als ich mich dann wieder darauf einließ – auf die Frage, wer wäre es dann, wenn es eine Frau wäre – auf einmal ging alles wieder. Die Energie wird dir entzogen, du wirst letztlich nicht dagegen handeln können. Du wirst zwar manipulieren können und konstruieren können weiß der Teufel was – es wird immer konstruiert und manipuliert wirken auch auf die Leser, es wird wirken wie eine Maschine, die kann zwar vergnüglich sein, aber ist letztlich etwas Maschinelles. Das, was wirklich Tiefenwirkung hat, das kommt nicht von dir. Du bist das mouth-piece, du bist nichts anderes als das Werkzeug des Ausdrucks letztlich. Das heißt, das Unbewusste muss dann natürlich – und das ist die zweite hochwichtige Phase –  von einem hochrationalen Ich  geformt werden. <img class="alignright" style="float:right;" src="http://home.arcor.de/fr22.f/galerie/am/chagall/Ostern,%201968.jpg" alt="" width="320" height="321" />Du urteilst absolut über das, was da geschieht und du bist vielleicht völlig anderer Meinung und diese Meinung setzt sich gegen das, was aus dem Unbewussten kam und beginnt jetzt einen Dialog, ein hin und her. Aus diesen Phasen des Unbewussten –  das heißt, wo du genau auf Träume hörst und sie analysiertst, ihren Sinn suchst – und dem, was du dann daraus machst. Das heißt, du verwirklichst diese Träume ja, indem du ihnen in der Wirklichkeit antwortest. In diesem Sinne realisierst du sie, nicht nur kopfmäßig, sondern du arbeitest dann ja entsprechend. Dann hast du auf einmal einen Partner beim Schreiben und dann kann man davon auch nicht mehr sagen, dass man diese Bilder erfindet, denn es ist ganz umgekehrt, diese Bilder haben dich gefunden. Und du hast, wenn du Glück hast, irgendwann einmal kapiert, warum diese Bilder zu dir kommen und zu niemand anders und hast dich hoffentlich verantwortungsvoll und entsprechend verhalten, nämlich in deiner Arbeit als Schriftsteller, mit allem, was du an Talent hast, diese Erfahrung dann auch anderen zugänglich zu machen. Nicht in dem Sinne, dass sie jetzt so träumen oder so nachleben müssten, sondern dass sie quasi mit dir und durch dich eine ‚Passage’, einen Zugang gefunden haben zu ihrem eigenen Unbewussten und also den Mut finden, ihr Buch, ihr Kopfbuch zu beginnen. Das ist es.</p>
<p>P.S.: Man muss nicht Fan von Chagall sein um zu sehen, dass Inspiration ein Thema bei ihm ist, deshalb hier seine (sicherlich auch technisch anspruchsvollen) Bilder.</p>
<p>P.P.S.: Verbalinspiration (oder instruktionstheoretisches Verständnis von Offenbarung) ist eine Theorie, die es manchen Gläubigen und Theologen schwer macht, &#8222;Fehler&#8220; in der Bibel zu akzeptieren. Heutzutage sagt man meistens, dass die Offenbarung nicht der biblische Text ist, sondern das, was mit Israel und mit Jesus passierte (Gottes &#8222;Selbstoffenbarung&#8220;). Weil wir keine Texte in der Sprache Jesu (Aramäisch) haben, bleibt uns schon rein logisch kaum was anderes übrig. Anders beim Islam, der die Sprache seines Propheten sorgfältig tradiert hat.<br />
Könnte der Islam lernen, dass die sozialen und politischen Ratschläge, so förderlich und fortschrittlich sie in den ersten Jahrhunderten des Islam auch gewesen sein mögen, nicht wörtlich auf die heutige Zeit zu übertragen sind, weil die Rationalisierung des Unbewussten wie des übersprachlich Göttlichen zeitgebunden ist?</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/306/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/306/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=306&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Gut und böse bei Furtmeier</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/05/02/gut-und-bose-bei-furtmeier/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 May 2008 15:44:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
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		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[ Der von den Nazis suspendierte Justizbeamte Joseph Furtmeier, dem seine Freunde umgebracht wurden und der selber drei Wochen in Gefangenschaft war, schreibt einige Zeit nach seiner Freilassung am 20. August 1943 einen beachtenswerten Text. Ein recht eigenständiges und doch tiefgründiges Bild von Gott und Welt. Man bedenke freilich, dass dieser Text aus einem privaten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=300&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.pa.msu.edu/courses/2006summer/ISP213H/art/ModernImages/abstractionists/ROTHKO01.JPG" alt="" width="319" height="393" align="right" /> Der von den Nazis suspendierte Justizbeamte Joseph Furtmeier, dem seine Freunde umgebracht wurden und der selber drei Wochen in Gefangenschaft war, schreibt einige Zeit nach seiner Freilassung am 20. August 1943 einen beachtenswerten Text. Ein recht eigenständiges und doch tiefgründiges Bild von Gott und Welt. Man bedenke freilich, dass dieser Text aus einem privaten Brief in die Schweiz nie für die Öffentlichkeit bestimmt war.</p>
<p style="margin-bottom:0;padding-left:30px;">Für Gerda, die sich für Philosophie interessiert, füge ich einige Leitsätze bei, die die Tragik zum Ausdruck bringen, in der der Christ die Welt erlebt</p>
<p style="margin-bottom:0;padding-left:30px;">1) Es gibt keine Selbstgestaltung der Gesellschaft aus ihren eigenen Kräften heraus. Es gib keinen Fortschritt, alle Kultur ist Tradition.</p>
<p style="margin-bottom:0;padding-left:30px;">2) In der Welt ist das Böse stärker als das Gute.<span id="more-300"></span></p>
<p style="margin-bottom:0;padding-left:30px;">3) Um das Gute wirklich zu machen, musste Gott das Böse schaffen. Vorher war das Gute nur Idee.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;">4) Erst innerhalb des Bösen werden wir des Guten bewusst.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;">5) Erst innerhalb der Wirklichkeit des Bösen erwachen wir zu personalem Leben.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;">6) Ohne Gott tötete der Anblick der Welt.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;">7) Das christliche Bewusstsein ist das unglückliche Bewusstsein.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;">8 ) Die Menschen sterben an ihren Göttern! Wir aber leben durch den allmächtigen Gott!</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Obwohl ich fasziniert bin, mein vollkommener Widerspruch.</p>
<p><img src="http://www.pa.msu.edu/courses/2006summer/ISP213H/art/ModernImages/abstractionists/ROTHKO02.JPG" alt="" width="319" height="393" align="right" /></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">0) Die Welt ist keine Tragödie, sondern eine Komödie</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">1) Es gibt keine Selbstgestaltung der Gesellschaft aus ihren eigenen Kräften heraus. Es gib keinen Fortschritt, alle Kultur ist Tradition.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">1) Natürlich gibt es eine Selbstgestaltung der Gesellschaft: zivilgesellschaftliches Engagement, kirchliches Engagement, wissenschaftliche Entdeckungen, &#8230;</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Natürlich gibt es technische Fortschritte, die das Leben leichter machen und neue Kultur, neue Kunstwerke unserer Zeit.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">2) In der Welt ist das Böse stärker als das Gute.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">2) Was in der Welt stärker ist, ist eine Frage des Blicks. Kuck doch anders hin, denk doch um. Schau auf Schöpfung, Erlösung und die besonderen Gaben jedes einzelnen Menschen, der Kulturen, der Wissenschaft, des Staates usw., wie viel seine Majestät, Gott, da gibt, und wie viel er geben möchte, und dass er ganz heiß darauf ist, noch mehr zu geben (vgl. Ignatius von Loyola, Medition zur Erlangung der Liebe)</p>
<p style="margin-bottom:0;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">3) Um das Gute </span></span><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;"><span style="text-decoration:underline;">wirklich</span></span></span><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;"><span style="text-decoration:none;"> zu machen, musste Gott das Böse schaffen. Vorher war das Gute nur Idee.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">3) Weil wir evtl. in manchen Fällen das Gute ohne das Böse nicht denken können, muss es doch nicht so sein. Der Künstler entscheidet doch nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen guten Möglichkeiten!</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p><img src="http://www.pa.msu.edu/courses/2006summer/ISP213H/art/ModernImages/abstractionists/ROTHKO03.JPG" alt="" width="319" height="393" align="right" /></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">4) Erst innerhalb des Bösen werden wir des Guten bewusst.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">4) Nein, man muss keine schlechten Bilder gesehen haben, um einen guten Geschmack zu entwickeln. Man entwickelt ihn vielleicht am Unterschied zwischen besseren und schlechteren Bildern &#8211; aber es muss dafür kein Böses geben!</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">5) Erst innerhalb der Wirklichkeit des Bösen erwachen wir zu personalem Leben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">5) Was meint Furtmeier mit Person? Ist Person jemand mit Ecken und Kanten? Dazu braucht es auch nichts Böses. Würde man das behaupten, beschränkte man die Phantasie Gottes doch recht grob. Oder bedeutet Person: ein moralischer Mensch? Dann hat Furtmeier unrecht, weil mit Kant ein moralischer Mensch dadurch ausgezeichnet ist, dass er sich als unter dem Moralgesetz (kategorischen Imperativ, der Goldenen Regel) stehend empfindet, dazu braucht es nicht die Wirklichkeit des Bösen.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">6) Ohne Gott tötete der Anblick der Welt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">6) Wenn alles von Gott abhängt, dann natürlich auch das Überleben. Vermute aber nicht, dass man ohne ihn deshalb sterben würde, weil man den Rest der Welt sieht. Müßige Spekulation, woran man in jenem Fall tatsächlich stürbe &#8230; Im Ersten Testament heißt es jedenfalls genau andersherum: wer Gott sieht, muss sterben.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p><img src="http://www.pa.msu.edu/courses/2006summer/ISP213H/art/ModernImages/abstractionists/ROTHKO04.JPG" alt="" width="319" height="393" align="right" /></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">7) Das christliche Bewusstsein ist das unglückliche Bewusstsein.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">7) Oh, Mann, jetzt die These von Kierkegaard und dem irren Mönch aus Ecos &#8222;Namen der Rose&#8220;. Er ist falsch. Das christliche Bewusstsein sagt: das Reich Gottes ist da, es hat schon angefangen. Selig ihr Armen (jetzt schon), weil etwas passieren wird.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">8 ) Die Menschen sterben an ihren Göttern! Wir aber leben durch den allmächtigen Gott!</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">8 ) Da denkst du, du stirbst an Hunger oder einer Krankheit, nein, du stirbst an Göttern oder Götzen, vielleicht gar Dämonen. Götter wuchern in dir wie ein Krebs, der zum Tod führt: meint Furtmeier seine Tabaksucht und sein Nörgeln? An der These ist was dran, vermute aber, man stirbt auch ohne &#8222;Götter&#8220;. Protestantische Theologie: die Christen leben allein durch die Gnade Gottes. Von mir aus, aber ein bischen missverständlich.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Ankerpunkt beider Thesenreihen: die Allmacht Gottes</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Ich habe hier Position bezogen, dennoch denke ich: ein Christ kann sehr ernsthaft und mit sicherer Überzeugung auch Furtmeiers Thesen vertrauen. Eine große Vielfalt an Überzeugungen hat die Christen schon immer ausgezeichnet, z.B. dadurch, dass vier recht unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben Jesu anerkannt sind. (Mag sein, dass der Gott eines Frére Roger, der essentiell unschuldig ist, nicht allmächtig ist. Dann wäre selbst eine Position die Gottes Allmacht leugnet, in allgemein anerkannter christlicher Tradition verwurzelt.)</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">Von zwei Seiten kann man auch die Gemälde von Mark Rothko betrachten. Der Künstler selbst sagt zu seinen Bildern:</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;padding-left:30px;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">»Die Wiege meiner Gemälde ist Gewalt &amp; Deshalb bin ich immer wieder überrascht zu hören, dass meine Bilder friedlich wirken: Sie sind ein einziges Zerreißen, aus der Gewalt heraus geboren.«</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
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		<title>Alles hinter sich lassen</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 16:40:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war immer schon verrückt und faszinierend, dass da jemand kommt, zwei Worte sagt („opisso mu“ „hinter mich!“) und dass gewisse Leute dann alles liegen und stehen lassen. Diskutiere hier zwei literarische Werke, in denen so etwas passiert: Henning Mankells „Chronist der Winde“ und F.M. Dostojewski „Der Spieler“.
Dostojewskis Ich-Erzähler Aleksej Iwanowitsch ist bereit, alles für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=293&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/klein.jpg" align="right" height="311" width="210" />Es war immer schon verrückt und faszinierend, dass da jemand kommt, zwei Worte sagt („<a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2006/10/23/griechischsplitter/#more-49">opisso mu</a>“ „hinter mich!“) und dass gewisse Leute dann alles liegen und stehen lassen. Diskutiere hier zwei literarische Werke, in denen so etwas passiert: Henning Mankells „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Chronist_der_Winde">Chronist der Winde</a>“ und F.M. Dostojewski „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Spieler_(Roman)">Der Spieler</a>“.</p>
<p>Dostojewskis Ich-Erzähler Aleksej <span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';"></span>Iwanowitsch ist bereit, alles für die stolze Polina zu tun, obwohl er sich keine Chance ausrechnet, dass sie seine Liebe erwidern wird. Er ist nur Hauslehrer, sie eine Adlige mit vielen Allüren. Polina nimmt Aleksejs Treuegelübde mehrmals für eigene Zwecke in Anspruch, lässt ihn aber nicht wissen, was sie von ihm denkt und für ihn fühlt. Sie ruiniert Aleksejs Selbstbewusstsein so weit, dass er durch ihre Späßchen seine Anstellung verliert. Indem sie ihn eines Abends allein im Hotelzimmer besucht, setzt sie sich selbst über Anstandsregeln hinweg und „kompromittiert sich“ – alles deutet darauf hin, dass sie ihm ihre Liebe gestehen will. Aleksej aber ist von dieser Situation überfordert und eilt erstmals mit eigenem Geld in den Spielsalon. Er konstruiert sich eine Geschichte, dass Polina in jener Nacht krank gewesen sein müsse. <span id="more-293"></span></p>
<p>Immer noch ist dieses Buch für mich die faszinierende Beschreibung dessen, was Sucht ist: Dostojewski kennt Spielen aus eigener Erfahrung. Das härteste daran ist vielleicht aber nicht so sehr das Suchthafte, sondern dass das Spielen Verrat an Aleksejs extremen Lebensentscheidung für Polina ist. Aber wer kann das bei dieser launischen jungen Frau schon wissen? Oder auch: Wollte Aleksej nicht schon immer an den Roulettetisch?</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/mrot2.jpg" align="right" height="218" width="240" />Im „Chronist der Winde“ (kenne leider nur die leicht gekürzte Hörspielfassung) lassen zwei Leute freiwillig alles hinter sich – im Hintergrund die Geschichte des afrikanischen Jungen Nelio, dessen Familie durch einen Überfall einer Kindersoldatenarmee auseinander gerissen wurde und der vielleicht ab dem Alter von 6 Jahren zwangsweise auf sich allein gestellt ist. Der erste ist Yabu Bata, Handwerker und Familienvater, machte sich eines Tages auf die Wanderschaft, seinen Weg zu finden. Jetzt wandert er seit 19 Jahren. Der zweite ist der Ich-Erzähler des Romans. Josè Antonio Maria Vaz hat, nachdem er die Lebensgeschichte des 11-jährigen Straßenjungen Nelio gehört hat, seine Stelle aufgegeben und ist sich sicher, dass er seinen Beruf als Bäcker nie mehr ausüben wird. Er hat die Frau, in die er verliebt war, vernachlässigt und verloren. Jetzt ist er nur noch Erzähler und er wird nicht aufhören, die Geschichte von Nelio zu erzählen.</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/veszprem2.jpg" align="right" height="195" width="240" />Wozu sind diese drei Leute gerufen? Yabu Bata um sich zu Fuß auf den Weg zu machen, auf die Straßen Afrika-Israels, Josè um zu sprechen, von seiner Hoffnung aber auch von seiner Überzeugung, dass nach Nelio die Welt untergehe. Aleksej von seiner Liebe, für die er alles tun will. Für alle drei haben die beiden Geschwisterpaare Simon und Andreas, Jakobus und Johannes Pate gestanden, als J.v.N. sie aus ihren Fischerboten auf die Wanderschaft rief.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Wer hat diese drei Männer gerufen? Yabu Bata, der den Weg sucht, rief ein Traum – und er blieb ihm treu. Aleksej, wenn er tatsächlich gerufen wurde, rief eine Person: Polina, oder das Bild, das er sich von Polina machte. Er scheiterte und fiel tief. Weh dem, der die Hand an den Pflug gelegt hat und zurückschaut. Den Chronisten der Winde Josè rief die Geschichte von Nelio, insbesondere sein Sterben. Er war dabei und kann nicht aufhören zu sagen: dieser Mann war ein Gerechter. Ich zitiere aus dem Roman, Josè pflegt den schwer verwundeten Nelio auf dem Dach der Bäckerei:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/quadrat.jpg" align="right" height="199" width="212" />Lange vor mir wusste er, dass er bald nicht mehr da sein würde.</p>
<p class="MsoNormal">Sein Geist wehte an mir vorbei wie ein kühler Hauch aus der höllischen Hitze, das war alles.</p>
<p class="MsoNormal">Inmitten der Trauer wurde mir bewusst, dass ich es war, der diese Geschichte erzählen musste. […]</p>
<p class="MsoNormal">Und die Geschichte musste erzählt werden.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">[…] Denn es war ja so: Nelio war nicht nur ein armes, schmutziges Straßenkind gewesen, er war vor allem ein bemerkenswerter Mensch, ungreifbar, vieldeutig, wie ein seltener Vogel, von dem alle reden, obwohl ihn nie jemand wirklich gesehen hat.</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/mrot1.jpg" align="right" height="219" width="240" />Obwohl er erst 10 Jahre alt war, als er starb, verfügte er über eine Erfahrung und Lebensweisheit, als hätte er 100 Jahre gelebt. […]</p>
<p class="MsoNormal">Nelio umgab sich mit einem unsichtbaren magnetischen Feld, das niemand durchdringen konnte. Von allen, sogar von den brutalen Polizisten und den unentwegt nervösen indischen Händlern, wurde er mit Ehrerbietung behandelt.</p>
<p class="MsoNormal">Viele suchten seinen Rat oder hielten sich nur vorsorglich in seiner Nähe auf, in der Hoffnung etwas von seinen geheimnisvollen Kräften würde sich auf sie übertragen. [...]</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/1.jpg" align="right" height="190" width="242" />Und jetzt war Nelio tot. Tief im Fieber versunken, hatte er mühsam seinen letzten Atemzug ausgeschwitzt.</p>
<p class="MsoNormal">Ich wusste, was viele dachten, ich hatte es selbst gedacht: Dass Nelio eigentlich kein Mensch war, sondern ein Gott. Einer der alten vergessenen Götter, die trotzig, oder vielleicht tollkühn auf die Erde zurückgekehrt waren und sich in Nelios mageren Körper geschlichen hatten. Oder wenn schon kein Gott, so war er wenigstens ein Heiliger. Ein Straßenkindheiliger.</p>
<p class="MsoNormal">Und jetzt war er tot. Fort.</p>
<p class="MsoNormal">Ich sah hinaus auf die dunkle Stadt […] und dachte: Hier hat Nelio eine kurze Zeit gelebt, mitten unter uns. Und ich bin der einzige, der seine ganze Geschichte kennt. Mir hat er sich anvertraut, nachdem man auf ihn geschossen hatte […]…</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/gelbrund190.jpg" align="right" height="190" width="165" />„Es ist nicht, weil ich Angst habe, man könnte mich vergessen.“ hatte er gesagt. „Es ist, damit ihr nicht vergesst, wer ihr selber seid.“ Nelio hat uns daran erinnert, wer wir eigentlich sind. Menschen, von denen ein jeder heimliche Kräfte besaß, die er nicht kannte.</p>
<p class="MsoNormal">Nelio war ein bemerkenswerter Mensch. Seine Anwesenheit bewirkte, dass wir uns bemerkenswert fühlten.</p>
<p class="MsoNormal">Das war sein Geheimnis.</p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';"></span><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';"></span></p></blockquote>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.storms-galerie.de/ediart/geiger/GeigerBilder/rosarund190.jpg" align="right" height="190" width="169" />Ich sagte <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/02/18/entwicklung-erziehung/">in einem früheren Eintrag</a>: man könne kein Land und keinen Menschen „entwickeln“. Warum nicht?</p>
<p class="MsoNormal">Der Mensch ist viel zu wunderbar… gläubig gesagt: Gottes Pläne sind in sein Herz geschrieben, da kommen die Pläne der Anderen (der Entwicklungshelfer, Erzieher, die eigenen fixen Ideen) nicht mit.</p>
<p class="MsoNormal">(Die Bilder des inzwischen 100-jährigen Rupprecht Geiger, die alle Motive hinter sich lassen, sind eingebunden von <a href="http://www.storms-galerie.de/">Walter Storms Galerie</a>.)</p>
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		<title>Entscheidung spielen</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 15:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere Bühnen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Das Innere]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Grundkurs Dramatisches Gestalten am Gymnasium Ursberg spielt dreimal im Jahr, alles mögliche und unmögliche an Theaterstücken, mit Hingabe ans Theater Spielen, ansonsten mit einfachen Mitteln, meist nahe am Text des Autors. Meine Lieblingsnummer heuer (vor Lorca und Moliere) war &#8222;Der Bruder unseres Gottes&#8220; von Karol Woitila (als er noch nicht Papst Johannes Paul II [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=281&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://artyzm.com/obrazy/chmielowski_powstancy.jpg" align="right" height="158" width="371" />Der Grundkurs Dramatisches Gestalten am Gymnasium Ursberg spielt dreimal im Jahr, alles mögliche und unmögliche an Theaterstücken, mit Hingabe ans Theater Spielen, ansonsten mit einfachen Mitteln, meist nahe am Text des Autors. Meine Lieblingsnummer heuer (vor Lorca und Moliere) war &#8222;Der Bruder unseres Gottes&#8220; von Karol Woitila (als er noch nicht Papst Johannes Paul II hieß) am letzten Wochenende. So sehr dieser Papst als jemand auffiel, der klare Botschaften zu vermitteln hatte, so sehr ist sein &#8222;Jugendstück&#8220; unklar, vage und auf der Kippe. <span id="more-281"></span></p>
<p><img src="http://artyzm.com/obrazy/chmielowski-zjawa.jpg" align="right" height="221" width="372" />So wie sich Johannes Paul II volksnah gab, so intellektuell dieses Stück. So wie der Papst immer die richtige Geste fand, so fehlt diesem Stück (wenigstens am Anfang) die emotionale Schubkraft, die ein Theaterstück gegenüber einem Vortrag auszeichnet. Andererseits sind die geistlichen Strömungen verarbeitet, die der junge Woitila aufnahm: würde sagen Existentialismus (in christlicher Variante: Personalismus) und, wenn ich das vorsichtig behaupten darf: Psychoanalyse, m.E. auch neuzeitliche Erkenntnistheorie (Gott ist immer Gott für uns, über Gott an sich spreche man besser nicht).</p>
<p><img src="http://artyzm.com/obrazy/chmielowski_sanna.jpg" align="right" height="138" width="376" />Wenn schon eine Aussage mit diesem Stück verbunden ist, dann die, dass man in der Spannung zwischen extremen Polen sich einrichten müsse und alles Eindeutige falsch ist. So wie es ansonsten Fachpädagogen und Psychoanalytiker sagen (C.G. Jung, Hubert Wisskirchen, Eckhard Frick). Was nicht heißt, dass man sich nicht entscheiden muss und darf: wie in unserem Stück gibt es eine Szene außerhalb Raum und Zeit im Inneren des Menschen, in der dennoch äußere Personen auftreten: ein Aufwärmquartier von Obdachlosen, wo die Hauptperson des Stücks, Adam Chmielowski, mitbekommt, dass sein Weg weg von der Kunst und in die Nähe der Obdachlosen führt. &#8222;Der Bruder unseres Gottes&#8220; ist nicht Woitilas einziges Theaterstück zu diesem späteren Priester und Ordensgründer, der Mann war ihm persönlich sehr wichtig. Die Szene in der Ursberger Inszenierung hatte was sehr echtes, es sollte doch einmal das Experiment gelingen, das, was noch intensiver als das Handeln ist, das Entscheiden, auch dramatisch als richtig intensiv darzustellen.</p>
<p><img src="http://artyzm.com/obrazy/chmielowski-matka.jpg" align="right" height="500" width="369" />Ansonsten zur Inszenierung: kitschiges Bühnenbild im ersten Akt, hätte es geschätzt, wenn statt religiösem Kitsch entweder moderne abstrakte (und somit &#8222;geistige&#8220;) Malerei gehangen hätte oder Bilder von Chmielowski selbst, an denen man so ein wenig den slavischen Touch sieht (und es gibt auch genügend religiöse Bilder von ihm im Internet, siehe die Quelle für die hier eingebundenen Bilder <a href="http://artyzm.com/artysta.php?id=179&amp;page=1">hier</a>). Georgs Idee noch: die zwei wunderbar nicht-identifizierbaren Synchronstimmen hätten manchmal interessantere Muster laufen können als den Kreis: Mäander, schnelle Nähe-Ferne-Wechsel usw. Zu den letzten 2 Minuten: Das Schlussbild mit dem Kreuz war plötzlich viel intensiver als der Text (so dass ich gar nicht mehr richtig auf den Text aufgepasst habe) &#8211; und so hatte es die Wirkung der Indoktrination, was irgendwie das Stück auf den Kopf stellen würde. Ansonsten großes Lob: ein richtig intensives fangt-uns-doch-und-ihr-kriegt-uns-nie.</p>
<p>Illustrierend für mein Lob noch eine <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0331/feuilleton/0039/index.html?subnav=Informationen">Rezension</a> eines polnischen Spielfilms zu diesem Roman (1998), nachdem eine Gratiskopie der italienischen Zeitschrift &#8222;Oggi&#8220; beigelegen hatte:</p>
<blockquote><p><img src="http://artyzm.com/obrazy/chmielowski-po.jpg" align="right" height="337" width="267" />Dem Drehbuchautor Wojtyla trauen die Vertriebsstrategen offenbar weniger Zugkraft zu als dem Filmhelden Johannes Paul II. Fast unterwürfig dankte der Produzent des Streifens dem Chefredakteur von &#8222;Oggi&#8220; für dessen &#8222;Risikobereitschaft&#8220;. Die 93 Minuten der Kurzfassung erklären warum. Zanussi lag ein Theaterstück vor, kein Drehbuch. &#8222;Der Bruder unseres Gottes&#8220; ist ein dürres Ideendrama, das der zwanzigjährige Wojtyla 1940 zu schreiben begann und nach seiner Priesterweihe fertigstellte. Es schildert die Wandlung des Malers Adam Chmielowski (1845 bis 1916) vom erfolgreichen Künstler zum Helfer der Armen und Gründer eines Ordens, der heute in Polen 67 Obdachlosenasyle führt. Chmielowskis Vorbild war dem Schauspieler und Autor Wojtyla wichtig für seine eigene Entscheidung, die Kunst aufzugeben und Priester zu werden. Als Papst sprach er den Landsmann heilig. Vieles, was er später in seinen Sozialenzykliken ausbreitet, ist im Kern schon im Drama zu finden.</p>
<p>In übergroßem Respekt vor der päpstlichen Autorität hat Zanussi sich dem hölzernen Plot und den steifen Dialogen ausgeliefert. Wir sehen eine Begegnung des Malers mit Lenin: Soll man die Not der Armen lindern oder besser ihre Wut schüren? Wir sehen Chmielowski in den Armenlagern Polens und, mit gequältem Blick, monologisierend im Atelier. Ende Mai wird der Film in voller Länge festlich in Rom präsentiert wohl ohne Folgen für das Kinopublikum.  (Thomas Götz, Berliner Zeitung)</p></blockquote>
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		<title>Philosophie der Christen</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 14:29:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenbei]]></category>

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		<description><![CDATA[Gehört zum Christentum eine Philosophie? Nicht so, dass jeder Christ eine philosophische Position beziehen müsste. Aber für den, der zu philosophieren anfängt, muss sein christlicher Glaube irgendwie vernünftig bleiben, dazu hilft in manchen Fragen die Theologie, in anderen Philosophie. (Illustriend zum Eintrag einige Bilder von David Reed, inspieriert von Barockmalerei und Las Vegas Leuchtreklamen &#8211; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=277&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/541.jpg" align="left" height="324" width="114" /><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/536.jpg" align="right" height="395" width="50" />Gehört zum Christentum eine Philosophie? Nicht so, dass jeder Christ eine philosophische Position beziehen müsste. Aber für den, der zu philosophieren anfängt, muss sein christlicher Glaube irgendwie vernünftig bleiben, dazu hilft in manchen Fragen die Theologie, in anderen Philosophie. (Illustriend zum Eintrag einige Bilder von <a href="http://www.davidreedstudio.com/">David Reed</a>, inspieriert von Barockmalerei und Las Vegas Leuchtreklamen &#8211; als gelungenes Beispiel einer Integration von Altem in eine neue Zeit.) <span id="more-277"></span></p>
<p>Papst Benedikt hat an prominenter Stelle (Regensburger Rede) darauf verwiesen, dass das Christentum eine Art natürliche Verwandtschaft mit der Philosophie der alten Griechen hat, insbesondere mit Platon &#8211; exemplarisch formuliert bei Augustinus (ca. 400).  Jahrhunderte lang galt die an Aristoteles angelehnte Philosophie des Thomas von Aquin (von ca. 1250) als Inbegriff des Christlichen und später des Katholischen. Hegel als Protestant versuchte im 19. Jahrhundert einen Gegenentwurf, überhaupt sagt man manchmal, die Protestanten hätten sich die Philosophie der Aufklärung zu eigen gemacht. Wie sah die Situation Mitte des 20. Jahrhunderts aus, als die Scholls zu philosophieren begannen? Ich zitiere Dean Zimmerman, einen christlichen Autor, der mit einem heuer herausgegebenen Sammelband &#8222;Persons. Human and Divine&#8220; dem Dialog von Philosophie und Theologie einen neuen Schwung geben möchte. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts sei eine Zeit gewesen, in der die Mainstream Philosophie überhaupt keinen Platz für religiöse Fragen gelassen hatte.</p>
<blockquote><p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/504.jpg" align="right" height="320" width="112" />During the period of positivist rule, an indomitable little group of British philosophers (mostly Anglicans) persevered […] carried on with „philosophical theology as usual“ while also remaining dogged sparring partners with the dominant figures in analytic philosophy. Meanwhile, many Catholic philosophers and theologians looked for alternative philosophical perspectives that seemed friendlier toward theology. The two front-runners were Whitehead’s Process Philosophy and Personalism. For good or ill, both movements have faded almost completely from the philosophical scene. Of course many Catholic philosophers and theologians remained loyal to St Thomas. (Zimmerman, Dean 2007: Three Introductory Questions, p.9 in Zimmerman/ van Inwagen: Persons. Human and Divine)</p></blockquote>
<p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/500.jpg" align="left" height="303" width="182" />Vom Whiteheadianismus waren die Weiße Rose Leute wirklich nicht beeinflusst. Wie der Papst heute liebten sie Augustinus, wenigstens Sophie, Hans und Otl. Dass sich Otl Aicher Thomas von Aquin auf eine letztlich sehr konstruktive Weise aneignete, darauf habe ich schon verwiesen: es war die philosophische Durchdringung dessen, was er als Designer umsetzte. Das, was die jungen Leute über Carl Muth aber am meisten beeinflusste war wohl die aus Frankreich kommende Bewegung des Personalismus (Herr Knab gab mir diesen Hinweis, siehe <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/06/27/apokalyptisches-weltbild/">hier</a>): Aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personalismus">Wiki-Eintrag</a> dazu finde ich die Namen Newman und Mauritain in der Lektüreliste der Scholls. Wenn man philosophisch unvoreingenommen sich ein christliches Weltbild aufbauen will, scheinen mir die Thesen des Personalismus, wie sie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personalismus">Wikipedia-Seite</a> beschreibt, einleuchtend &#8211; wenn nicht sogar trivial.</p>
<p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/511.jpg" align="right" height="324" width="137" />Dem widerspricht die kontinentaleuropäische neuzeitliche philosophische Linie, dass man eigentlich keinen Zugang zur Wirklichkeit hat, dass die Außenwelt nur Erscheinungen sind und dass man nur über seine eigenen subjektiven Zustände Gewissheit haben kann. Der Katholizismus bekämpfte diese Denkart sehr lange, und erst Mitte letzten Jahrhunderts gab es in Deutschland und den Niederlanden einige Versöhnungsversuche (Maréchal-Schule), soweit ich informiert bin, ist Karl Rahner der berühmteste Vertreter dieser Richtung (freilich erst nach dem Krieg), bei ihm kommen auch Heideggersche Einflüsse mit dazu, u.a. Kar(dina)l Lehmann, Ratzinger und Küng sind wiederum seine Schüler. Diese kontinentaleuropäischen neuzeitlichen philosophischen Theologen hat der US-Amerikaner Dean Zimmerman in seiner Kurzgeschichte philosophischer Theologie nicht im Blick, es gibt wohl wenig direkten Kontakt mit der &#8222;analytischen Philosophie&#8220;, zu der er sich selber zählt. Vielleicht zählt er Rahner und Co.  zu den Neuthomisten. Rahners verschaffte sich unter anderem dadurch Ansehen in der innerkatholischen Diskussion, indem er seine neuzeitliche Transzendentalphilosophie als Interpretation des Thomas von Aquin verkaufte. (das ist tendentiös gesagt, präziseres siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Rahner">Wiki</a>)</p>
<p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/512.jpg" align="left" height="324" width="130" />Die neuzeitliche Tradition (und mit ihr die Maréchal-Tradition) hat jetzt aber mit der Personalphilosophie gemein, dass sie beide den Freiheitsbegriff sehr stark machen. Fand im Netz einen <a href="http://www.philosophia-online.de/mafo/heft2006-4/Paul_Kant.htm">Artikel</a>, der die beiden Traditionen, die neuzeitliche und den Personalismus, vergleicht. Dazu also vielleicht bald mehr.</p>
<p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/514.jpg" align="right" height="324" width="137" />Einen berühmten lebenden Vertreter des Personalismus (nach Wiki), Robert Spaemann, einen begabten Vorleser, der Studenten aller Fakultäten anzog, habe ich in der LMU München noch vortragen gehört. (Ich selber will methodisch anders vorgehen, auch nicht in der Tradition der Marechal-Schule denken, mich eher an einer der Richtungen in Zimmermans Sammelband anschließen.)</p>
<p>Warum stirbt eine philosophische Richtung, die den Weiße Rose Leuten ein denkerisches Rückgrad bot, aus? Warum glaubt niemand mehr daran? Oder: Warum ist Personalismus heute für die akademische Debatte nicht mehr spannend? Auch für mich. Warum?</p>
<p>Seltsamer und kleiner Trost: Das Christentum hat schon mit vielen philosophischen Ansätzen Koalitionen geschlossen, jetzt ist eben eine andere Zeit.</p>
<p><img src="http://www.davidreedstudio.com/images/496.jpg" height="212" width="849" /></p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/277/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/277/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/277/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/277/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/277/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/277/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=277&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Anderer werden</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/09/14/ein-anderer-werden/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/09/14/ein-anderer-werden/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 21:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Selber Spielen]]></category>

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		<description><![CDATA[Man wird dadurch man selber, indem man ein anderer wird.
The only way a person can become himself is by becoming someone else.
Ein Satz für Theaterspieler, deshalb nochmal, jetzt als Buchzitat:
One cannot become oneself unless one becomes somebody else.

Botschaft meiner letzten beiden Romane. &#8222;Das schwarze Buch&#8220; von Orhan Pamuk und Pascal Mercier &#8222;Nachtzug nach Lissabon&#8220;. Bei [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=265&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><blockquote><p>Man wird dadurch man selber, indem man ein anderer wird.</p>
<p>The only way a person can become himself is by becoming someone else.</p></blockquote>
<p>Ein Satz für Theaterspieler, deshalb nochmal, jetzt als Buchzitat:</p>
<blockquote><p>One cannot become oneself unless one becomes somebody else.</p></blockquote>
<p><span id="more-265"></span><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/geiger95/rh1300.jpg" align="right" height="783" width="872" /></p>
<p>Botschaft meiner letzten beiden Romane. &#8222;Das schwarze Buch&#8220; von <a href="http://www.orhanpamuk.com/books.htm">Orhan Pamuk</a> und <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/08/21/seinen-willen-tun/">Pascal Mercier</a> &#8222;Nachtzug nach Lissabon&#8220;. Bei Pamuk wird Galip (gute 30 Jahre) ein hochgeschätzter Zeitungsschreiber, sein verehrter Onkel, Vorgänger und Wegbereiter, muss da quasi automatisch an Gedächtnisschwund leiden und schließlich sterben. Merciers Held, Raimund Gregorius tritt in die Freund- und Feindschaften eines seit 30 Jahren verstorbenen Mannes ein, nachdem er nach Lissabon gefahren ist.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/images2/rh5.jpg" height="681" width="860" /></p>
<p>Meine Lieblingsgeschichte dazu, dass jemand ein anderer wird, um er selbst zu sein: Der Kriminelle, Rambert, in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Pest">Albert Camus &#8222;Die Pest&#8220;</a>. Als die Pest ausbricht, die Quarantäne über die Stadt verhängt ist und Hilfskräfte organisiert werden, ist er vorbildlich und couragiert dabei. Als dann die Seuche überwunden ist, interessiert sich die Polizei wieder für ihn und er stürzt ab.</p>
<p>Ich bin nicht sicher, ob man wirklich ein anderer werden muss, um man selbst zu sein. (In den literarischen Vorlagen stimmt zum Beispiel immer etwas in den engsten Beziehungen der Protagonisten nicht. Wer Familie und kleine Kinder hat, tut das vielleicht sowieso.) Aber für diesen Text nehme ich diesen Satz jetzt mal an.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/04/gelbzuvio.jpg" height="923" width="870" /></p>
<p>Wenn es stimmt, dass man man selber wird, wenn man ein anderer wird, dann gibt es Erbschaften im Geistigen, eine Art Charakterweitergabe an die nachfolgende Generation.  Nicht so, wie sich die Charaktere der Eltern in ihren Kindern spiegeln. Sondern eher so, wie Elija einem wildfremden Mann auf Gottes Befehl hin seinen Prophetenmantel umwirft: der Getroffene &#8211; wir kennen ihn als Elischa &#8211; weiß, was er zu tun hat. Und er wird nach dem Tod seines Lehrers noch größere Wunder vollbringen. Ob die Kraft des Elija noch einmal eine Generation weiter getragen wurde, wissen wir nicht. Der Volksglaube meint noch zur Zeit Jesu, dass in ihm oder in Johannes dem Täufer der Geist des Elija wiedergeboren wurde.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/04/viozugelb.jpg" height="917" width="870" /></p>
<p>Der andere, der ich werden kann, lebt oder lebte so konkret wie der Schatz im Acker. Das Faszinierende an Merciers Gregorius ist, wie er nach diesem Schatz gräbt. Das faszinierende an Pamuks Galip ist, mit welcher Akribie er in den Aufzeichnungen seines Vorgängers forscht, wie er nach seinem Schatz sucht (und gleichzeitig scheinbar nur seine Frau mit Namen &#8222;Traum&#8220; (&#8222;Ryia&#8220;) sucht). Habe &#8222;Der ewige Gärtner&#8220; weder gesehen noch gelesen, aber es muss auch eine derartige Geschichte sein. Welches Erbe habe ich anzutreten?</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/images/gelbrot.jpg" height="717" width="871" /></p>
<p>Es muss auch mir nicht ganz klar sein. Und wenn es dann klarer wird, ist es ganz leicht. So leicht, wie Rupprecht Geigers großflächige Farben &#8211; er muss nicht wie van Gogh zeichnen können. Aber es wird hohe Kunst &#8211; so darf ich hoffen.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/geiger95/rh2300.jpg" align="right" height="973" width="873" /></p>
<p>P.S.: Eine bemerkenswerte Interpretation des Schwarzen Buches von <a href="http://www.orhanpamuk.com/books.htm">Bernt Brendemoen</a>,  die Pamuk in der Sufi Tradition sieht, (aber dennoch nichts daran ändert, dass das Buch recht feuilletonlastig ist) deutet unseren Satz wie folgt:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Although this paradox is not explained fully in the novel, it should perhaps be interpreted in the following way: By losing oneself in the love for another person one becomes that person, but because of the intensity of this feeling and the synthesis &#8222;you — I — love&#8220; one also realizes one&#8217;s own potential. The interpretation &#8222;self realization through love&#8220; is supported by the sentence &#8222;The key is love&#8220;, which appears somewhat unmotivatedly in another chapter in the book. But there is another theme, parallel to this, which is the notion that one can become oneself by telling stories. When Galip finally feels that he is himself, this occurs while he is telling the story about a prince &#8222;who had discovered that the most important question in life is whether a person can be himself or not&#8220;. The interpretation of these two themes as general &#8222;messages&#8220; from the author implies certain logical difficulties I shall not go into here. On the whole, the &#8222;message&#8220; &#8222;one cannot become oneself unless one becomes somebody else&#8220; is perhaps so contradictory that it should be interpreted to the effect that searching for oneself is actually futile because the &#8222;pure self&#8220; liberated from all exterior influence simply cannot be found. [...]</span></p>
</blockquote>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=265&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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