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	<title>Fangt uns doch &#187; Bergpredigt</title>
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	<description>Wie kam es soweit, dass Hans und Sophie Scholl gegen die nationalsozialistische Diktatur aktiv wurden? Weblog gegründet als: Tüfteleien und Motivation zum Theaterstück der KJT 2006/07: „Fangt uns doch“</description>
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		<title>Fangt uns doch &#187; Bergpredigt</title>
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		<title>Nikolaikirche Leipzig Montag 17 Uhr</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 09:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern diese Geschichte und ihre Vorgeschichte aus erster Hand von Christian Führer erzählt bekommen. Bin recht dankbar und glücklich. (Am Bild die offene Tür der Nikolaikirche.)
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://www.nikolaikirche-leipzig.de/images/stories/headpics/headpic_108.jpg" alt="" width="209" height="118" />Gestern <a href="http://www.nikolaikirche-leipzig.de//content/blogcategory/51/65/">diese Geschichte </a>und ihre Vorgeschichte aus erster Hand von Christian Führer erzählt bekommen. Bin recht dankbar und glücklich. (Am Bild die offene Tür der Nikolaikirche.)</p>
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		<title>Der Philosoph</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/04/22/der-philosoph/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 17:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Muth]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Scholl]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Scholl]]></category>
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		<description><![CDATA[Josef Furtmeier (1887-1969) war guter Freund des Hans Scholl, der Sophie Scholl, des Christl Probst, von Proffessor Huber, vermittelt wohl über Carl Muth oder die klassischen Konzerte. Glaube nicht, dass er im aktiven Widerstand dabei war &#8211; sicher hat er geistig gut dagegengehalten, nicht umsonst hatte er im Freundeskreis den Spitznamen &#8222;der Philosoph&#8220; (die besten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=299&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img class="alignright" style="float:right;" src="http://www.gss-bensheim.de/wrose/tyrannos.jpg" alt="" width="200" height="300" /><span>Josef Furtmeier (1887-1969) war guter Freund des Hans Scholl, der Sophie Scholl, des Christl Probst, von Proffessor Huber, vermittelt wohl über Carl Muth oder die klassischen Konzerte. Glaube nicht, dass er im aktiven Widerstand dabei war &#8211; sicher hat er geistig gut dagegengehalten, nicht umsonst hatte er im Freundeskreis den Spitznamen &#8222;der Philosoph&#8220; (die besten Rezensionen: <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/buchtipp/446614/" target="_blank">DLF</a> und <a href="http://www.amazon.de/Weggef%C3%A4hrte-Geschwister-Scholl-Furtmeier-1938-1947/dp/3423245204" target="_blank">Jakob Knab</a>)<br />
</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Ein erster Zugang, werde wohl noch mehr dazu schreiben: Furtmeier</span><span> ist vom Typ her ein Grantler. Die Menschen sind geistlos, ein Viertel der Deutschen, so schreibt er 1946, seien unbekehrbare Nazis. Am besten, ich lebe zusammen mit vielen Hunden und Katzen auf dem Land. Da ist so vieles ähnlich den Scholls, und doch sind die Auswirkungen anders. Warum ist er so selten begeistert? Von ganz einfachen Dingen begeistert, etwa von seinen Hunden und Katzen? <span id="more-299"></span>Erstmal aber, wie er den Ermordeten ähnlich ist:</span></p>
<ul style="margin-top:0;" type="disc">
<li class="MsoNormal"><span>Niemand von den gewöhnlichen Leuten      interessiert sich fürs Geistige. Eigentlich lohnt es NUR davon, Briefe zu      schreiben und NUR die Beschäftigung damit (vgl. Sophie: Warum haben sie      keinen Hunger nach dem Geistigen?)</span></li>
<li class="MsoNormal"><span>Insbesondere Interesse für die      verschiedensten Wissenschaften,</span></li>
<li class="MsoNormal"><span>Besuch von Konzerten und Theatern, </span></li>
<li class="MsoNormal"><span>Raucher</span></li>
<li class="MsoNormal"><span>Ringen damit, wie das Ganze von Gott her      gedacht ist, </span></li>
<li class="MsoNormal"><span>gleichzeitig: prinzipielle Sicherheit, dass      Gott es gut meint, </span></li>
<li class="MsoNormal"><span>neue Rede von Jesus: „das gotterfüllteste      Leben, das je gelebt wurde“; vgl. Sophie: der, der als einziger den geraden      Weg zu Gott ging</span></li>
<li class="MsoNormal"><span>Schriftstellerisch theologischer Rückhalt in      Autoren wie Haecker, Pryzwara.</span></li>
<li class="MsoNormal"><span>Das Problem des deutschen Bürgertums: Dass      sie sich seit dem ersten Weltkrieg aus der Politik zurückgezogen haben –      Muth hat dagegen gekämpft, Robert Scholl hat dagegen gekämpft, sein Sohn      Hans wäre aus Verantwortungsgefühl nach dem Krieg vielleicht Politiker      geworden.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-size:10pt;">Aber gerade hier der Unterschied: Robert Scholl wollte als Bürgermeister von Ulm verzeihen, Fritz Hartnagel und auch Furtmeier kommen da nicht heran. Wie soll man jemand verzeihen, der keinen Anflug von Reue zeigt: in der Mensa wetteifern die Studenten, wer im Fronteinsatz das tollste Erlebnis hatte.</span> Sehr viele sind vor allem deshalb gern großzügig, weil weil sie eigenes Versagen verbergen wollen.</p>
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		<title>Jüdisches Erbe</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2008/02/14/judisches-erbe/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 15:44:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf viele Weiße-Rose-Veranstaltungen in letzter Zeit konnte ich nicht gehen, so auch auf Charlotte Knoblochs Gedächtnisvorlesung in der Ludwigs-Maximilians-Universität. Ich zitiere aus der Internetversion ihrer Rede:

Emil Fackenheim, einer der bedeutendsten jüdischen Denker des 20. Jahrhunderts, schrieb einst – ich zitiere: „Verstehen die Nichtjuden? Einige tun es, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Israel, sondern [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=289&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.spiegel.de/img/0,1020,639463,00.jpg" align="right" height="168" width="248" />Auf viele Weiße-Rose-Veranstaltungen in letzter Zeit konnte ich nicht gehen, so auch auf Charlotte Knoblochs Gedächtnisvorlesung in der Ludwigs-Maximilians-Universität. Ich zitiere aus der <a href="http://weisse-rose-stiftung.de/fkt_standard.php?aktion=ls&amp;ma=cs&amp;c_id=mamura&amp;id=12999100&amp;topic=001&amp;page=1&amp;mod=&amp;lang=de&amp;PHPSESSID=2e41cd6bec8d596b0dabc0909adab001" target="_blank">Internetversion ihrer Rede:</a></p>
<blockquote></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Emil Fackenheim, einer der bedeutendsten jüdischen Denker des 20. Jahrhunderts, schrieb einst – ich zitiere: „Verstehen die Nichtjuden? Einige tun es, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Israel, sondern auch für die Völker.“ Zitat Ende.</span></p></blockquote>
<p><span id="more-289"></span></p>
<blockquote></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Ja, einige tun es. So wie auch die Mitglieder der Weißen Rose verstanden haben, als sie aus einer christlichen – aber dabei implizit jüdischen – Motivation heraus gehandelt haben. </span></p></blockquote>
<p>Knobloch fühlt sich damit im Einverständnis mit christlichen Theologen. Das wichtigste Gebot nach J.v.N. ist das Alttestamentliche: Du sollst den Herrn, deinen G&#8217;tt, lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft, und deinen Nächsten wie dich selbst. Ich denke darauf spielt Fackenheim und auch sie selber an. Dabei schreibt sie G&#8217;tt ohne Mittelvokal &#8211; wohl ein klassischer Ausdruck jüdischer Ehrfurcht in moderne Sprache übersetzt. Sie schreibt nicht viel von G&#8217;tt, sondern übersetzt mehr den zweiten Zentralsatz ins Deutsche</p>
<blockquote><p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Erinnerung an die Weiße Rose, ist eine Aufforderung, zu handeln, den Anderen nicht nur zu tolerieren, sondern sich aktiv für ihn einzusetzen. Und nicht feige zuzuschauen, wenn er in Gefahr gerät.  </span></p></blockquote>
<p>Das jüdische Bild zu der Geschichte: alle machen gemeinsam eine fröhliche Wallfahrt zum Berg des Herrn nach Jerusalem, wo die Weisung und Weisheit des Herrn ruht, natürlich hilft man sich bei so etwas. Das christliche Bild: alle Menschen zusammen bilden ein köstliches Gericht, eine wohlschmeckende Suppe, die Christen, die Jesus nachfolgen, sind das Salz darin.</p>
<blockquote><p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Verstehen die Nichtjuden? Einige tun es, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Israel, sondern auch für die Völker.“</span></p></blockquote>
<p><img src="http://tbn0.google.com/images?q=tbn:QWczTeSoqdc-VM:http://www.vegetarismus.ch/heft/2003-3/images/judenstern.gif" align="right" height="104" width="90" />Diesen Satz kann man auf zwei Weisen lesen.</p>
<blockquote><p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">1) Können und wollen die Nichtjuden uns Juden verstehen? Einige Nichtjuden tun es, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Israel, sondern auch für die Völker.“</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">2) Können und wollen die Juden die Nichtjuden verstehen? Einige Juden verstehen sie, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Israel, sondern auch für die Völker.“</span></p></blockquote>
<p>Zur ersten habe ich bisher geschrieben, ob die zweite wirklich intendiert war, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist das auch mitgemeint: wir als Deutsche sind angewiesen auf Verzeihung, aber auch auf Verstehen, Verstanden werden, auf Großzügigkeit (wie es mit Nachkriegsdeutschland oft geschah, insbesondere im Londoner Abkommen, das so anders als sein Vorgänger, der Vertrag von Versailles war). Knoblauch sprach über die Einmaligkeit des Holocaust, widersprach manchen zeitgenössischen Aktualisierungen, politischen Legitimationen über die Nazizeit &#8211; aber sie leugnete nicht, dass so etwas prinzipiell erlaubt ist.</p>
<blockquote></blockquote>
<p>&#8230; natürlich soll sich der Auszug aus Ägypten wiederholen, natürlich soll sich wiederholen, wie Jesus die Kranken heilte, natürlich soll sich wiederholt zeigen, dass die Liebe stärker ist als der Tod.</p>
<p><img src="http://www.flaggen-server.de/organis2/redmoong.gif" align="right" height="117" width="170" />Anwendung für Christen, zum Beispiel so:</p>
<blockquote>
<blockquote></blockquote>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Verstehen die Muslime? Einige tun es, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Europa, sondern auch für die die ganze Welt.“</span></p>
<blockquote></blockquote>
</blockquote>
<p>Auch dies will ich doppelt verstanden wissen. Ich hätte es gern, dass das muslime Weltverständnis im christlichen eingebettet werden kann: Alle Völker kommen zum Berg des Herrn. Alle zusammen, das gibt das beste Gericht und feiern das schönste Festmahl. Und ebenso irgendwie umgekehrt &#8211; aber dazu weiß ich zu wenig vom Islam.</p>
<blockquote>
<blockquote></blockquote>
</blockquote>
<p>Zweite Anwendung. Zur Shoa, dem Mord an den Behinderten, den Hereros, vielleicht auch dem Mord an den Armeniern.  (mit dem Risiko, dass ich vollkommen falsch liege)</p>
<blockquote>
<blockquote></blockquote>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Verstehen die Shoa? Einige tun es, und darin liegt Hoffnung nicht nur für Israel, sondern auch für die Völker.“</span></p>
<blockquote></blockquote>
</blockquote>
<p>(Vielleicht statt &#8222;verstehen die Shoa&#8220; nur &#8222;stehen und es gibt die Shoa&#8220;).</p>
<blockquote></blockquote>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/289/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=289&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Grillhähnchen in Langenneufnach</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/11/26/grillhahnchen-in-langenneufnach/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 22:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur  der Künstler war, wie er selbst bemerkte, im Scheinwerferlicht so etwas wie ein Grillhähnchen, das den Zuhörern serviert wurde, auch  der  nicht ganz so kleine Gast in der Langenneufnacher Kirche fühlte sich zwischen den Bänken und auf Bankheizung so ein wenig  wie im Backofen. (Eine typische Situation  für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=279&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.edition-gl.de/typo3temp/pics/c79ca55902.jpg" align="right" height="180" width="130" />Nicht nur  der Künstler war, wie er selbst bemerkte, im Scheinwerferlicht so etwas wie ein Grillhähnchen, das den Zuhörern serviert wurde, auch  der  nicht ganz so kleine Gast in der Langenneufnacher Kirche fühlte sich zwischen den Bänken und auf Bankheizung so ein wenig  wie im Backofen. (Eine typische Situation  für Widerstandskämpfer,  siehe die drei Jünglinge im Backofen in Buch Daniel) Es ist mutig, nur mit einer klassischen Gitarre plus eigener Stimme ein Popkonzert zu geben.</p>
<p>Mag seine Lieder und seine Frömmigkeit des <a href="http://www.edition-gl.de/index.html">Gregor Linsen</a>, wenn ich sie gut kenne: &#8222;Vor dir stehn wir um dir zu singen&#8220; erzählte noch einmal die tolle Zeit beim Katholikentag in Saarbrücken. Was mir unter den unbekannten Liedern von  bei denen ich mich grundsätzlich schwer tue, herausstach, war ein Lied im Andenken eines Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus. &#8222;Unser Ja sein ein Ja, unser Nein ein Nein&#8220;. Wusste bisher nichts über <a href="http://www.nikolaus-gross.com/">Nikolaus Groß</a>, christlicher Arbeitnehmervertreter, Pressemann, Familienvater. <span id="more-279"></span>Denke, Wahrhaftigkeit ist eine Widerstandstugend, Wahrhaftigkeit was das starke Motiv dieses Liedes, es ging mir tiefer als die anderen Texte und Melodien. Ich mag auch den Sohn, der sich zunächst weigert im Weinstock des Vaters zu arbeiten, also Nein sagt, am Ende aber doch kommt (wie der Satz mit dem Ja Ja und Nein Nein aus dem Evangelium). Die ganze Familie war im damaligen Köln so richtig katholisch und katholisch eingebettet, in der Grundschule merkte man nicht, dass die Nazis an der Macht waren. Aus der Familie hielt man die Politik weitgehend heraus.</p>
<p>Langer Anhang entsprechend meiner Internetrecherche zu Nikolaus und Elisabeth Groß.</p>
<p><img src="http://www.nikolaus-gross.com/lebenslauf/bilder/leiste.jpg" height="112" width="1120" /></p>
<p>Ertappte mich gestern mal wieder, dass ich mit Kirche die bezahlten und die mächtigen Kräfte meine, so wie man mit Deutsche Bundesbahn den Vorstand und die Angestellten meint. Dagegen folgende Pointe aus einem <a href="http://www.nikolaus-gross.com/erinnerung/index.html">Interview mit einem Sohn von Nikolaus Groß</a>:</p>
<blockquote>
<p class="gross">FRAGE: Am 23. Januar 1998 fand in der St. Agnes Kirche in Köln ein Gottesdienst im Gedenken an den 53. Jahrestag der Hinrichtung Ihres Vaters statt. Vor der Kirche standen einige Demonstranten mit Plakaten, auf denen zu lesen war: &#8222;Die Kirche ehrt die Märtyer des Widerstandes und lenkt damit von ihrem eigenen Versagen in der NS-Zeit ab.&#8220; Wie bewerten Sie diesen Vorwurf und wie beurteilen Sie das Verhalten der katholischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus?</p>
<p>BERNHARD GROß: Es ist jedem unbenommen, seine Meinung in geeigneter Form zu äußern. Für dieses Grundrecht unserer Demokratie hat ja unser Vater auch sein Leben eingesetzt. Allerdings kann ich mit dem vorkonziliaren Kirchenverständnis dieser Frauen und Männer wenig anfangen. Mein Kirchenverständnis ist nicht eingeengt auf das Amt in der Kirche, sondern schließt die vielen und unterschiedlichen Charismen und deren Wirkmöglichkeiten mit ein. Das gilt ganz besonders für die Zeit während der nationalsozialistischen Diktatur.</p></blockquote>
<p>Was mir sonst noch an jenem Interview wichtig ist:</p>
<blockquote><p>[...] Roland Freisler hätte Nikolaus Groß gerne nachgewiesen, daß seine Motivation Widerstand zu leisten, auf den gewaltsamen Tod Hitlers ausgerichtet war. Diesen Punkt der Anklage mußte er fallen lassen. So lautete die Begründung des Todesurteils: &#8222;Er schwamm mit im Verrat, muß folglich auch darin ertrinken.&#8220;</p>
<p>Aus den vorhandenen Unterlagen ist belegbar, daß sein Handeln im Widerstand ausschließlich auf die Zeit nach dem Ende des Schreckens ausgerichtet war. Andere Thesen sind unwissenschaftlich, sie haben mit der historischen Wahrheit nichts zu tun. Das Buchmanuskript &#8222;Unter Heiligen Zeichen&#8220;, das er zeitgleich mit seiner Widerstandstätigkeit in den Jahren 1942-43 geschrieben hat, belegt eindeutig die Motivation seines Handelns im Widerstand.</p>
<p>[...] Es hat unsere Mutter tief verletzt, daß die Witwe von Roland Freisler eine hohe Beamtenpension bekam, wohingegen die Witwen der Hingerichteten um ihre berechtigten Ansprüche lange, und zum Teil noch erfolglos kämpfen mußten. Auch den Witwen der in Nürnberg hingerichteten Kriegsverbrecher bescherte der Rechtsstaat im Nachkriegsdeutschland hohe Pensionen und damit ein sorgenfreies Leben.</p></blockquote>
<blockquote><p>[...]Sein Freund Alexander Drenker hat seine Gedanken hierzu in einem Zeitungsbericht nach dem Krieg so ausgedrückt. Er schreibt unter dem Datum vom 29. Oktober 1947:</p>
<p>&#8222;Fünfzehn Jahre kannte ich ihn, aber erst als er von uns ging, wußte ich, wer er war. Als ich in meinem kleinen Buch das Kapitel über die Heiligen schrieb, dachte ich an ihn, und als ich versuchte, mir ein Bild des Arbeiters zu machen, der Träger einer kommenden Zeit sein wird, war er mein Vorbild. Was ich über den Heiligen und den Arbeiter dachte, habe ich nach seinem Maß gedacht. Nikolaus Groß ist sicherlich nicht unbemerkt durch das Leben gegangen, aber er stand nicht im Vordergrund. Er wußte öffentlich zu sprechen, klar und klug mit einer eindringlichen warmherzigen Überzeugungskraft, aber er war kein großer Redner. Die Sprache seiner Broschüren und Artikel ist geformt, aber er war kein ursprünglich begabter Schriftsteller. Seine Größe und seine Vorbildlichkeit liegen in seinem Menschentum. Er war ein Mensch, in dessen Gegenwart man gut wurde und sich seiner Unzulänglichkeit schämte. Er hatte die Tugenden, die heute am seltensten und zugleich am notwendigsten sind. Er war von einer alles und alle umfassenden Güte, er wußte um die Kraft der Milde, er war aufrichtig und wahrhaftig, starkmütig und er hat nie Aufhebens von seiner außerordentlichen Seelenkraft gemacht. Er hat sich zu einer solchen Reife der Persönlichkeit emporentwickelt, daß das Ungewöhnliche an ihm wie selbstverständlich wirkte. Ich bin überzeugt, daß Nikolaus Groß, der im Leben nicht auf dem ersten Platz stand, in Zukunft zu immer größerem Ansehen gelangen wird. Sein Andenken wird nicht verblassen, sondern das Andenken aller anderen christlichen Arbeiterführer überstrahlen, denn er besaß das, was den berühmten Menschen meistens fehlt: Das vertraute Antlitz. Jeder konnte bei ihm sein besseres Ich wiederfinden. Er hat sich im Grunde genommen durch nichts von uns unterschieden als durch sein größeres Menschentum, ich möchte eigentlich sagen, durch seine größere Heiligkeit.&#8220;</p></blockquote>
<p><span style="font-size:16pt;"></span></p>
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		<title>Ein Anderer werden</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/09/14/ein-anderer-werden/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/09/14/ein-anderer-werden/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 21:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Selber Spielen]]></category>

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		<description><![CDATA[Man wird dadurch man selber, indem man ein anderer wird.
The only way a person can become himself is by becoming someone else.
Ein Satz für Theaterspieler, deshalb nochmal, jetzt als Buchzitat:
One cannot become oneself unless one becomes somebody else.

Botschaft meiner letzten beiden Romane. &#8222;Das schwarze Buch&#8220; von Orhan Pamuk und Pascal Mercier &#8222;Nachtzug nach Lissabon&#8220;. Bei [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=265&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><blockquote><p>Man wird dadurch man selber, indem man ein anderer wird.</p>
<p>The only way a person can become himself is by becoming someone else.</p></blockquote>
<p>Ein Satz für Theaterspieler, deshalb nochmal, jetzt als Buchzitat:</p>
<blockquote><p>One cannot become oneself unless one becomes somebody else.</p></blockquote>
<p><span id="more-265"></span><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/geiger95/rh1300.jpg" align="right" height="783" width="872" /></p>
<p>Botschaft meiner letzten beiden Romane. &#8222;Das schwarze Buch&#8220; von <a href="http://www.orhanpamuk.com/books.htm">Orhan Pamuk</a> und <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/08/21/seinen-willen-tun/">Pascal Mercier</a> &#8222;Nachtzug nach Lissabon&#8220;. Bei Pamuk wird Galip (gute 30 Jahre) ein hochgeschätzter Zeitungsschreiber, sein verehrter Onkel, Vorgänger und Wegbereiter, muss da quasi automatisch an Gedächtnisschwund leiden und schließlich sterben. Merciers Held, Raimund Gregorius tritt in die Freund- und Feindschaften eines seit 30 Jahren verstorbenen Mannes ein, nachdem er nach Lissabon gefahren ist.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/images2/rh5.jpg" height="681" width="860" /></p>
<p>Meine Lieblingsgeschichte dazu, dass jemand ein anderer wird, um er selbst zu sein: Der Kriminelle, Rambert, in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Pest">Albert Camus &#8222;Die Pest&#8220;</a>. Als die Pest ausbricht, die Quarantäne über die Stadt verhängt ist und Hilfskräfte organisiert werden, ist er vorbildlich und couragiert dabei. Als dann die Seuche überwunden ist, interessiert sich die Polizei wieder für ihn und er stürzt ab.</p>
<p>Ich bin nicht sicher, ob man wirklich ein anderer werden muss, um man selbst zu sein. (In den literarischen Vorlagen stimmt zum Beispiel immer etwas in den engsten Beziehungen der Protagonisten nicht. Wer Familie und kleine Kinder hat, tut das vielleicht sowieso.) Aber für diesen Text nehme ich diesen Satz jetzt mal an.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/04/gelbzuvio.jpg" height="923" width="870" /></p>
<p>Wenn es stimmt, dass man man selber wird, wenn man ein anderer wird, dann gibt es Erbschaften im Geistigen, eine Art Charakterweitergabe an die nachfolgende Generation.  Nicht so, wie sich die Charaktere der Eltern in ihren Kindern spiegeln. Sondern eher so, wie Elija einem wildfremden Mann auf Gottes Befehl hin seinen Prophetenmantel umwirft: der Getroffene &#8211; wir kennen ihn als Elischa &#8211; weiß, was er zu tun hat. Und er wird nach dem Tod seines Lehrers noch größere Wunder vollbringen. Ob die Kraft des Elija noch einmal eine Generation weiter getragen wurde, wissen wir nicht. Der Volksglaube meint noch zur Zeit Jesu, dass in ihm oder in Johannes dem Täufer der Geist des Elija wiedergeboren wurde.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/04/viozugelb.jpg" height="917" width="870" /></p>
<p>Der andere, der ich werden kann, lebt oder lebte so konkret wie der Schatz im Acker. Das Faszinierende an Merciers Gregorius ist, wie er nach diesem Schatz gräbt. Das faszinierende an Pamuks Galip ist, mit welcher Akribie er in den Aufzeichnungen seines Vorgängers forscht, wie er nach seinem Schatz sucht (und gleichzeitig scheinbar nur seine Frau mit Namen &#8222;Traum&#8220; (&#8222;Ryia&#8220;) sucht). Habe &#8222;Der ewige Gärtner&#8220; weder gesehen noch gelesen, aber es muss auch eine derartige Geschichte sein. Welches Erbe habe ich anzutreten?</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/images/gelbrot.jpg" height="717" width="871" /></p>
<p>Es muss auch mir nicht ganz klar sein. Und wenn es dann klarer wird, ist es ganz leicht. So leicht, wie Rupprecht Geigers großflächige Farben &#8211; er muss nicht wie van Gogh zeichnen können. Aber es wird hohe Kunst &#8211; so darf ich hoffen.</p>
<p><img src="http://www.storms-galerie.de/Kuenstler/Geiger/95/geiger95/rh2300.jpg" align="right" height="973" width="873" /></p>
<p>P.S.: Eine bemerkenswerte Interpretation des Schwarzen Buches von <a href="http://www.orhanpamuk.com/books.htm">Bernt Brendemoen</a>,  die Pamuk in der Sufi Tradition sieht, (aber dennoch nichts daran ändert, dass das Buch recht feuilletonlastig ist) deutet unseren Satz wie folgt:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;">Although this paradox is not explained fully in the novel, it should perhaps be interpreted in the following way: By losing oneself in the love for another person one becomes that person, but because of the intensity of this feeling and the synthesis &#8222;you — I — love&#8220; one also realizes one&#8217;s own potential. The interpretation &#8222;self realization through love&#8220; is supported by the sentence &#8222;The key is love&#8220;, which appears somewhat unmotivatedly in another chapter in the book. But there is another theme, parallel to this, which is the notion that one can become oneself by telling stories. When Galip finally feels that he is himself, this occurs while he is telling the story about a prince &#8222;who had discovered that the most important question in life is whether a person can be himself or not&#8220;. The interpretation of these two themes as general &#8222;messages&#8220; from the author implies certain logical difficulties I shall not go into here. On the whole, the &#8222;message&#8220; &#8222;one cannot become oneself unless one becomes somebody else&#8220; is perhaps so contradictory that it should be interpreted to the effect that searching for oneself is actually futile because the &#8222;pure self&#8220; liberated from all exterior influence simply cannot be found. [...]</span></p>
</blockquote>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/265/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/265/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=265&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Seinen Willen tun</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/08/21/seinen-willen-tun/</link>
		<comments>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/08/21/seinen-willen-tun/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Aug 2007 12:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Haecker]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Waren die Weiße Rose Leute und ihre Mentoren Anhänger der Aufklärung, der Autonomie und der Mündigkeit des Menschen? In Peter Bieris Nachtzug nach Lissabon (siehe auch letzter Eintrag) gibt es Stellen, an der Christentum und Autonomie als unüberbrückbare Gegensätze erscheinen. Zum Beispiel, als Eça von seinem Freund Amadeu de Prado im Widerstand gegen die Salazar-Diktatur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=262&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/43.jpg" align="right" height="400" width="319" />Waren die Weiße Rose Leute und ihre Mentoren Anhänger der Aufklärung, der Autonomie und der Mündigkeit des Menschen? In Peter Bieris <em>Nachtzug nach Lissabon</em> (siehe auch letzter Eintrag) gibt es Stellen, an der Christentum und Autonomie als unüberbrückbare Gegensätze erscheinen. Zum Beispiel, als Eça von seinem Freund Amadeu de Prado im Widerstand gegen die Salazar-Diktatur erzählt:</p>
<blockquote><p>Auch bei Abschieden und Entschuldigungen gebe es eine Frage der Würde, fügte [João Eça] hinzu. Amadeu habe manchmal darüber gesprochen. Besonders habe ihn der Unterschied beschäftigt zwischen einem Verzeihen, das dem anderen die Würde lasse, und einem, das sie ihm nehme. <em>Es darf kein Verzeihen sein, das Unterwerfung verlangt, habe er gesagt. Also nicht so wie in der Bibel, wo du dich als Knecht von Gott und Jesus verstehen musst. Als Knecht! So steht es da! (419)</em><span id="more-262"></span></p></blockquote>
<p><img src="http://fangtunsdoch.wordpress.com/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=262" align="right" /><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/51.jpg" align="left" height="400" width="314" />Salazar, der portugiesische Diktator (+1968), war Katholik &#8211; und die kath. Bischöfe waren zwischen den Kriegen noch oft einer Monarchie oft mehr zugeneigt als einer Demokratie.  Man rief in den Kirchen und öffentlichen kirchlichen Einrichtungen, etwa in Amadeu-s kirchlicher Schule, kaum zum Widerstand auf; es gab schließlich einen grausamen Geheimdienst mit Foltergefängnissen.</p>
<p>In Nazi-Deutschland und im späteren Ostblock war die Logik eine andere. Zwar gab es Duldung und Kollaboration, weit verbreitet auch unter Protestanten und katholischen Bischöfen. Aber wenigstens unter den Katholiken der zweiten Garde: Priestern, Publizisten, Verbänden gab es genug Knatsch mit dem System. Irgendwie war Kirche damals Ort der Freiheit und der Autonomie.  Das wirft auch ein besseres Licht auf den, dem sich die Kirche verpflichtet fühlt. Theodor Haecker, der nicht mehr öffentlich auftreten durfte, schreibt am 13. April 1940 in seine Tage- und Nachtbücher:</p>
<blockquote><p>Seinen Willen zu tun, bereitet Genugtuung und eine Freude eigener Art. Es wird gesagt: &#8222;Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.&#8220; Es gehört zur Seligkeit, seinen eigenen Willen zu tun, autonom zu sein. Es ist eine selige Einigkeit zwischen dem Willen Gottes und dem eigenen Wollen des Geschöpfes, des in Christus adoptierten Menschen. Die Freiheit wird nicht verletzt. Zum Wesen der Freiheit gehört, den eigenen Willen zu tun.</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/72.jpg" align="left" height="400" width="316" />Würde Haecker leugnen, dass man sich als Knecht Gottes verstehen soll? Er würde es nicht. Die Geschichte hört sich bei ihm so an:</p>
<blockquote><p>Das sollten die zwei Jahrtausende Christentum nun endlich gelehrt haben, dass keiner durch Gewalt irgendwelcher Art zum Christen gemacht werden darf. Das will Gott nicht, wenn er auch will, dass zuweilen einer das Reich Gottes mit Gewalt an sich reißt. Im ersten Fall wird die Freiheit eines Menschen vergewaltigt, im zweiten exaltiert, magnifiziert einer seine eigene Freiheit.</p>
<p>Um die Freiheit handelt es sich! Im Modus der Freiheit hat Gott den Menschen überhaupt erschaffen, um wie viel mehr den Christen, den homo spiritualis. Wie zart behandelt Gott in seinen Heiligen, Er der Allmächtige, ihren freien Willen! Bis er sie zu der unerklärlichen Vereinigung mit Ihm geführt hat. Und er kann sie erst führen, wenn sie ihm eben – ehren Willen ganz geschenkt haben. Gott will den Willen des Menschen. (23. Juni 1940)</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/80.jpg" align="left" height="400" width="312" />Dagegen noch einmal Amadeu de Prado aus Bieris Buch. Ich zitiere aus seiner frühreife Abiturrede, die von den versammelten Patres im Lissabonner Lyceo als gotteslästerlich empfunden wird:</p>
<blockquote><p>Die Poesie des göttlichen Worts, sie ist so überwältigend, dass sie alles zum Verstummen bringt und jeder Widerspruch zum jämmerlichen Kläffen wird. Deshalb kann man die Bibel nicht einfach weglegen, sondern muss sie wegwerfen, wenn man genug hat von ihren Zumutungen und der Knechtschaft, die sie über uns verhängt. Es spricht aus ihr ein lebensferner, freudloser Gott, der den gewaltigen Umfang eines menschlichen Lebens &#8211; den grossen Kreis, den es zu beschreiben vermag, wenn man ihm die Freiheit lässt- einengen will auf den einzigen, ausdehnungslosen Punkt des Gehorsams. Gramgebeugt und sündenbeladen, ausgedörrt von Unterwerfung und der Würdelosigkeit der Beichte, mit dem Aschenkreuz auf der Stirn sollen wir dem Grab entgegengehen, in der tausendfach widerlegten Hoffnung auf ein besseres Leben an Seiner Seite. Doch wie könnte es besser sein an der Seite von Einem, der uns vorher aller Freuden und Freiheiten beraubt hatte?</p></blockquote>
<blockquote><p>Und doch sind sie von betörender Schönheit, die Worte, die von Ihm kommen und zu Ihm gehen. Wie habe ich sie als Messdiener geliebt! Wie haben sie mich trunken gemacht im Schein der Altarkerzen! Wie klar, wie sonnenklar schien es, dass diese Worte das Mass aller Dinge waren!</p></blockquote>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/127.jpg" align="left" height="481" width="336" />Rebellion, die wie eine Stichflamme in mir hochschoss, als ich das erstemal diese beiden Worte hörte: <em>sacrificium intellectus [das Opfer des Verstandes]</em>.</p>
<blockquote><p>Wie sollen wir glücklich sein ohne Neugierde, ohne Fragen, Zweifel und Argumente? Ohne Freude am Denken? Die beiden Worte, die wie ein Hieb mit dem Schwert sind, das uns enthauptet, sie bedeuten nichts weniger als die Forderung, unser Fühlen und Tun gegen unser Denken zu leben, sie sind die Aufforderung zu einer umfassenden Gespaltenheit, der Befehl, gerade das zu opfern, was der Kern eines jeden Glücks ist: die innere Einheit und Stimmigkeit unseres Lebens. Der Sklave auf der Galeere, er ist gekettet, aber er kann denken, was er will. Doch was Er, unser Gott, von uns verlangt, ist, dass wir unsere Versklavung eigenhändig in unsere tiefsten Tiefen hineintreiben und es auch noch freiwillig und mit Freuden tun. Kann es eine grössere Verhöhnung geben?</p></blockquote>
<p>Willensübergabe und Übergabe der eigenen Vernunft an Gott als Versklavung, gegen die man Widerstand leisten sollte, oder als kreatives Tun des Heiligen, das jemand, der Widerstandscharakter haben will, gerade entwickeln soll?</p>
<p><img src="http://www.dieter-mammel.de/family/125.jpg" align="right" height="481" width="385" />Die Dialektik des gläubigen Menschen (M.)  geht vielleicht so. Aus irgendeinem Grunde ist der Gläubige Gott (oder einem Menschen) gegenüber sehr dankbar. Dies hat zur Folge, dass man Gott auch etwas geben will. Du überlegst dir kurz, was das sein könnte. Alles Einzelne, was dir einfällt ist ziemlich lächerlich. Deshalb bleibt: das Ganze, das eigene Leben &#8211; soweit sind sich alle Widerständler mit den christlichen einig. Wenn es nicht das Leben ist, ist &#8222;die Erstgeburt&#8220;, das Beste, was man hat, Empfindung, Willen und Vernunft. Es ist mit diesen dreien so ähnlich wie mit dem Leben geben. Man gibt sie nur, wenn es wirklich sein muss. Wann muss es sein? Nicht oder nur ganz selten, wenn es jemand anderer meint. Sondern wenn man autonom zu diesem Entschluss kommt. Und dass man in gewissen Situationen so entscheiden kann, ist wieder ein Geschenk.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/262/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/262/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/262/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/262/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/262/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/262/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=262&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Dem Löwen vorgeworfen</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Aug 2007 18:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere Bühnen]]></category>
		<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Kostüme]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[
Warum war das Urchristentum so faszinierend? So faszinierend, dass es irgendwann einmal sogar wirtschaftlich klug war, sich unter die Christen zu reihen? So faszinierend, dass es schließlich ein Kaiser in Rom als Staatsreligion ausruft? So faszinierend, dass es Hunderte oder Tausende in den Märtyrertod trieb, nur weil sie kein Weihrauchopfer für den Kaiser bringen wollten? [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=260&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://213.155.72.42/bilder/2376-3.jpg" align="middle" height="332" width="500" /></p>
<p>Warum war das Urchristentum so faszinierend? So faszinierend, dass es irgendwann einmal sogar wirtschaftlich klug war, sich unter die Christen zu reihen? So faszinierend, dass es schließlich ein Kaiser in Rom als Staatsreligion ausruft? So faszinierend, dass es Hunderte oder Tausende in den Märtyrertod trieb, nur weil sie kein Weihrauchopfer für den Kaiser bringen wollten? Warum konnte das Urchristentum der Apostel die Krankenheilungen herbeiführen, von denen die Apostelgeschichte berichtet (die aber schon bei der Aufzählung der Charismen durch Paulus fehlen)?</p>
<p style="line-height:150%;">Ich denke deshalb, weil es Charakterschule war. Woran erkennt man einen vollkommenen Charakter? Am Humor. Folglich: Man sollte über das Urchristentum eine Komödie schreiben. So geschehen in George Berhard Shaw „Androklus und der Löwe“, derzeit im Residenztheater München. (Inhaltsangabe <a href="http://www.bayerischesstaatsschauspiel.de/stuecke/stuecke.php?cat=show&amp;id=208">hier</a>, warum es ein Märchen ist <a href="http://www.welt.de/print-welt/article704168/Dieter_Dorn_macht_Shaw_in_Muenchen.html">hier</a>.)<span id="more-260"></span></p>
<p style="line-height:150%;">Ich habe schon darauf verwiesen, dass <a href="http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/07/23/wer-war-kurt-huber/#more-258">Otto Betz eine starke Parallele von den Aufzeichnungen der Widerständler gegen Hitler zu den aufgeschriebenen frühen Martyrergeschichten zieht</a>. So wie das Christentum u.a. wegen dieser frühen Martyrer Weltreligion wurde, so wurde u.a. wegen der christlichen Widerständler die Bundesrepublik ein demokratischer und entschieden friedensfreundlicher Staat. Hoffe, ich nehme damit den Mund nicht zu voll.</p>
<p style="line-height:150%;"><img src="http://213.155.72.42/bilder/2369-3.jpg" align="middle" height="332" width="500" /></p>
<p style="line-height:150%;">Ging jedenfalls mit einer entsprechenden Erwartung in „Androklus und der Löwe“ (George Bernard Shaw) ins <img src="http://213.155.72.42/bilder/2387-3.jpg" align="right" height="500" width="332" />Residenztheater. Eine Komödie, kein politisches Manifest und keine Kreuzwegstationen. Es ist schön zu sehen, dass Widerständler Humor haben und wie schwach sie sind. Und dann wieder so stark, es wird ja direkt gespielt, dass sie den Caesar von sich überzeugen.</p>
<p style="line-height:150%;">Als freilich die Stunde des Widerstands und der Prüfung vorbei ist, kommt das ganz normale Leben zurück. Ob die Christen die Charakterstärke, die sie zum Martyrium vorbereitete, (und ihren Humor) auch in alltäglichen Situationen bewahren? Das ist überhaupt nicht klar – und doch darf man es erhoffen. Vielleicht, ganz vielleicht hat der Caesar etwas bei seiner Begegnung mit dem Löwen gelernt. Vielleicht hat er eine neue Form gelernt, wie man dem Großen auch in anderen Formen als denen, die er kennt. Man muss weder ein Weltreich aufbauen noch Erfolg im Leben haben.</p>
<p style="line-height:150%;">Die Kritik spielt sowohl dem Stück als auch der Inszenierung eher böse mit.  Der DLF sendete:</p>
<blockquote>
<p style="line-height:150%;">Schon der Kritiker der Daily News wusste zu Shaws Zeiten alles über das Stück &#8222;Androklus und der Löwe&#8220;, indem er es als &#8222;sehr plumpes Herumalbern, vermischt mit seriösen Ideen&#8220; beschrieb. Dem ist auch 96 Jahre nach der Uraufführung nicht wirklich etwas hinzuzufügen [...] Ob Schneiderlein oder Christenschar ob Gladiatorenteam oder der Löwe selbst, alles hüpft und plumpt über die Bühne als seien wir mitten in einer Kinderklamotte, dazu noch hübsch firlefanzig ausstaffiert, dass noch jede Motte ihre Freude hätte. So sind die Christen leichenweiß, die Gladiatoren brachial bunt und der Löwe so goldenglitzerlockig, als sei er gerade aus einem der ekeledlen Schaufenster der Münchner Maximiliansstraße entlaufen.</p>
</blockquote>
<p><img src="http://213.155.72.42/bilder/2360-3.jpg" align="middle" height="332" width="500" /></p>
<p>Eine <a href="http://www.theaterkritiken.com/Residenz/androklusundderloewe.htm">Internetkritik</a> verweist auf einen Inszenierungsfehler, der Löwe war einfach zu gut:</p>
<blockquote><p>Es gibt ein ungeschriebenes Theatergesetz: Vermeide wenn möglich Tiere und Kinder auf der Bühne, denn sie fesseln die Aufmerksamkeit der Zuschauer über Gebühr. Diesen Effekt erzielte auch der Löwe. Michael Tregor, als Androklus die Hauptfigur des Stückes, hatte kaum eine Chance, gegen das zauberhaft anzuschauende, perfekt choreographierte Tier anzukommen. [...] Es war ein großes Spektakel, das Shaws Botschaft zwar nicht außer Acht ließ, sie aber auch nicht explizit und heutig erzählte. Diese Inszenierung wird ohne Zweifel im Gedächtnis derer bleiben, die sie sahen. Der Löwe war unvergesslich.</p></blockquote>
<p><img src="http://213.155.72.42/bilder/2364-3.jpg" align="right" height="500" width="332" />Die <a href="http://www.bayerische-staatszeitung.de/index.jsp?MenuID=33&amp;year=2006&amp;ausgabeID=311&amp;rubrikID=5&amp;artikelID=4003">Bayerische Staatszeitung</a> ist auch recht kritisch, lässt aber eine positive Verständnismöglichkeit offen:</p>
<blockquote><p>Und das ist das Hinreißende an diesem Abend im Münchner Residenztheater: Er ist vollkommen sinnlos. Er will nichts, er steht für nichts, er erklärt sich selbst oder auch nicht. Dahin ­ &#8211; und so hat die Aufführung also doch ihre Wirkung -­ will man gelangen. Zum Sein an sich.</p></blockquote>
<p>Mehr Verwirrung im <a href="http://www.merkur-online.de/mm_alt/nachrichten/kultur/kunstakt/art282,743771">Interview mit Regisseur Dieter Dorn im Münchner Merkur</a> (&#8222;Über den Glauben darf man sich nicht lustig machen&#8220; und er möchte sich, was die Glaubenfrage angeht, zugunsten der Position Shaws enthalten.)  Etwas klären wollte das Einführungsgespräch: Shaw sah 1911, als er das Stück schrieb, den Krieg kommen. Er dachte, dass es doch alles Christen wären, die da aufeinander losstürmen wollten. (&#8222;Die linke Wange hinhalten&#8220; wird im Stück als Synonym des Christseins gelesen.) Und das Stück sagt: Warum habt ihr den Humor verloren und seid nur noch schaulustiges raunend brüllendes Volk beim Gladiatorenkampf, Boxkampf, der Tour der France? &#8211; nein, eigentlich beim Krieg. Ihr seid nicht mehr gerettete Menschen, nicht mehr Menschen, denen das Eine mehr wert ist, als alles was sie besitzen, sondern irgendwelche Pragmatiker wie Caesar. Leute, die vor allem den Anderen aufs Maul schauen. Shaw sei großer Individualist gewesen. Ich denke aber auch, dass er dachte, dass ein Leben nach der Bergpredigt ein sehr individuelles sei (und wenn er ein Christ war, so sagte er wohl auch, ein Leben nach der Bergpredigt ist ein bestmögliches individuelles Leben).</p>
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		<title>Ich, der Lehrer, bin schuld</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/06/25/ich-der-lehrer-bin-schuld/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jun 2007 08:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alexander Schmorell]]></category>
		<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Selber Spielen]]></category>

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		<description><![CDATA[Margret empfahl mir einen Text, da hat sich mal wieder ein Vogel ins Aquarium verlaufen und kann tatsächlich im Wasser fliegen. Keith Johnstone stellt in Impro. Improvisation und Theater (1979) eine neue Art des Theaterspielens und Probens vor.

Die normale Ausbildung zum Schauspieler ist stark auf Konkurrenz eingestellt, und von den Schülern wird erwartet, dass sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=253&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img src="http://farrbetteranimation.com/improv/images/kj-bats-06/KJ-BATS-06-Duck.gif" align="right" height="240" width="320" />Margret empfahl mir einen Text, da hat sich mal wieder ein Vogel ins Aquarium verlaufen und kann tatsächlich im Wasser fliegen. Keith Johnstone stellt in <em>Impro. Improvisation und Theater</em> (1979) eine neue Art des Theaterspielens und Probens vor.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Die normale Ausbildung zum Schauspieler ist stark auf Konkurrenz eingestellt, und von den Schülern wird erwartet, dass sie versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen. Wenn ich einer Gruppe erkläre, dass sie für die anderen Mitglieder arbeiten werden, dass jeder einzelne interessiert sein muss am Weiterkommen der übrigen, sind alle überrascht. Doch liegt es auf der Hand, dass jemand lieber in einer Gruppe arbeitet, die ihre Mitglieder voll unterstützt.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn ich eine Gruppe neuer Schüler vor mir habe, setze ich mich (wahrscheinlich) als erstes auf den Fußboden. <span id="more-253"></span>Ich spiele Tiefstatus und erkläre, dass wenn die Schüler es nicht schafften, sie <em>mir</em> die Schuld dafür geben sollten. Darüber lachen sie und entkrampfen sich. Ich sage ihnen weiter, dass es wirklich <em>einleuchtend</em> ist, mir <img src="http://www.learn-line.nrw.de/angebote/litweb_theater/modul/pra-wsberi/buchtipp.jpg" align="right" height="346" width="221" />die Schuld dafür zu geben, da ich ja der Fachmann sei. Gäbe ich ihnen das falsche Material, würden sie scheitern; stellte ich ihnen dagegen das richtige Material zur Verfügung, könnten sie ihr Ziel erreichen. Ich spiele zwar mit dem Körper Tiefstatus, hebe aber in Wirklichkeit meinen Status, denn nur ein selbstsicherer und erfahrener Mensch gibt sich selbst die Schuld am Versagen. Meistens rutschen sie von diesem Punkt an allmählich von ihren Stühlen, weil sie nicht höher sein wollen als ich. Damit habe ich die Gruppe schon grundlegend verändert, denn Versagen ist plötzlich längst nicht mehr so furchteinflößend. Natürlich wollen sie mich auf die Probe stellen; doch ich entschuldige mich tatsächlich bei ihnen, wenn sie nicht vorankommen, und bitte sie, geduldig mit mir zu sein, denn ich sei nicht vollkommen. Meine Methoden bewirken viel, und bei sonst gleichen Voraussetzungen werden die meisten Schüler erfolgreich sein, doch sie werden nicht mehr anstreben, der Beste zu sein. Das normale Lehrer-Schüler –Verhältnis ist außer Kraft gesetzt.( 43-44)</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Ein dialektischer Text. Ich spiele Tiefstatus, der eigentlich Hochstatus ist – aber doch Tiefstatus bleibt, weil dann keiner mehr der beste sein will. Der Mann ist Charakterlehrer, nicht weit entfernt vom Christentum, das 4 Jahrhunderte ein sensationeller Charakterlehrer war, in der Nachfolge seines Meisters.</p>
<p class="MsoNormal"><img src="http://www.kapf-live.de/kapf2004/_grafik/high/traum/versoehnt.gif" align="right" height="172" width="300" />Ich vergleiche auch den alttestamentlichen Josef, von den eigenen Brüdern fast umgebracht und dann als Sklave verkauft… so viel später, in Machtfülle, nachdem er den Charakter seiner Brüder hart auf die Probe gestellt hat, geht er „in Tiefstatus“ und spricht unter Tränen: „Ich bin Josef, euer Bruder“</p>
<p class="MsoNormal">In kleinen Anklängen Alexander Schomerell, der Abende mit Landstreichern verbringt, später er und die Freunde Willi Graf und Hans Scholl an der russischen Front, wenn sie gemeinsame Dinge mit den Einheimischen tun. – Sie als junge Leute ohne Lehreranspruch brauchen nicht zu sagen, wir sind schuld – sie haben auch kein Recht dazu. Und doch sagen sie: wir Deutsche sind schuld. Carl Muth und seine Freunde haben ihnen vielleicht solche kleinen Dinge gesagt, wo da Versagen war. Theodor Häcker, der Depressive, trug vielleicht in schweren Stunden gar zu viel davon.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/253/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=253&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Widerstandscharakter III: Gegen das Eigene</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/05/08/widerstandscharakter-iii-gegen-das-eigene/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2007 10:43:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Titel]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich zitiere aus einem Brief des berühmten Widerständlers der Bekennenden Kirche, Dietrich Bonhoeffer.

Der Mensch hat [in einer etwa seit dem 13. Jahrhundert einsetzenden Bewegung] gelernt, in allen wichtigen Fragen mit sich selbst fertig zu werden ohne Zuhilfenahme der „Arbeitshypothese Gott“: Im wissenschaftlichen, künstlerischen, auch ethischen Fragen ist das eine Selbstverständlichkeit geworden, and der man kaum [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=245&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://ema.bonn.de/vorbilder/Bonhoeffer.jpg" align="right" height="318" width="318" />Ich zitiere aus einem Brief des berühmten Widerständlers der Bekennenden Kirche, Dietrich Bonhoeffer.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Der Mensch hat [in einer etwa seit dem 13. Jahrhundert einsetzenden Bewegung] gelernt, in allen wichtigen Fragen mit sich selbst fertig zu werden ohne Zuhilfenahme der „Arbeitshypothese Gott“: Im wissenschaftlichen, künstlerischen, auch ethischen Fragen ist das eine Selbstverständlichkeit geworden, and der man kaum mehr zu rütteln wagt; seit etwa 100 Jahren gilt das aber in zunehmendem Maße auch für religiöse Fragen; es zeigt sich, dass alles auch ohne „Gott“ geht, und zwar ebenso gut wie vorher. <span id="more-245"></span>Ebenso wie auf wissenschaftlichem Gebiet wird im allgemein menschlichen Bereich „Gott“ immer weiter aus dem Leben zurückgedrängt, er verliert an Boden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Die Attacke der christlichen Apologetik au die Mündigkeit der Welt halte ich erstens für sinnlos, zweitens für unvornehm, drittens für unchristlich. Sinnlos- weil sie mir wie der Versuch erscheint, einen zum Mann gewordenen Menschen in seiner Pubertätszeit zurückzuversetzen, d.h. ihn vor lauter Dingen abhängig zu machen, von denen er faktisch nicht mehr abhängig ist, ihn in Probleme hineinzustoßen, die für ihn faktisch nicht mehr Probleme sind. Unvornehm – weil hier ein Ausnutzen der Schwäche eines Menschen zu ihm fremden, von ihm nicht frei bejahten Zwecken versucht wird. Unchristlich – weil Christus mit einer bestimmten Stufe der Religiosität des Menschen, d.h. mit dem menschlichen Gesetz verwechselt wird</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;">Hat Bonhoeffer recht oder nicht? Bin selber hin- und her gerissen. Gegen Bonhoeffer: Wenn Gott die Macht hat, wie kann er dann an Boden verlieren? Seltsamer Unterschied zwischen Gott mit Anführungszeichen und Gott ohne Anführungszeichen. &#8211; Für Bonhoeffer: Ist die Welt, sind die Menschen mündig? Ja, das will ich unbedingt annehmen, wenn das sogar ein Gefangener von seinen Folterknechten annehmen kann. Andererseits, warum soll jemand, der mündig geworden ist, nicht mehr von seinem Vater reden? &#8211; So klingt doch der Text irgendwie? Mündig, selbstständig, ohne Bezug auf Gott handeln, das tue ich auch selbstverständlich, wenn ich Wissenschaft mache oder arbeite. &#8211; Das Andere &#8211; &#8222;Von guten Mächten&#8220; umgeben sein&#8220;, sich selbst in sie einordnen &#8211; das ist vollkommen freiwillig. Und noch dazu, es ist unchristlich, wenn man das mit dem menschlichen Gesetz identifiziert.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;">Wieder gegen Bonhoeffer: Ist es wirklich dumm und ignorant, sein Christentum in den Kontexten von (Wissenschaft und) religiöser Praxis verteidigen zu wollen? Als Laplace Napoleon gegenüber die Welt erklärt und auf die Anfrage, wo da noch Platz für Gott wäre, sagte &#8222;Sir, ich brauche diese Hypothese nicht&#8220;, war das genial. Aber auch dumm und ignorant. Und schon wäre ich im Argumentieren&#8230;</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;">Was ich mit diesem Artikel sonst noch sagen will:</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;">Dieser Widerstandscharakter D.B. zweifelt an dem, was ihm am Sichersten und Liebsten ist, am Zuhause und an dem, was Halt gibt. Er hat keine Angst vor seinen Zweifeln und denkt weiter.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/fangtunsdoch.wordpress.com/245/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/fangtunsdoch.wordpress.com/245/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/fangtunsdoch.wordpress.com/245/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/fangtunsdoch.wordpress.com/245/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/fangtunsdoch.wordpress.com/245/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/fangtunsdoch.wordpress.com/245/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=245&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Umgang mit den Feinden: Kino, Potter, Frodo</title>
		<link>http://fangtunsdoch.wordpress.com/2007/05/02/umgang-mit-den-feinden-kino-potter-frodo/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2007 08:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
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		<category><![CDATA[Literarische Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenbei]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebt, die euch hassen, tut Gutes denen, die euch verfolgen. Mit wunderbarem Humor nimmt der dänische Spielfilm „Adams Äpfel“, der letzten Herbst im Kino lief, diese Anregung des J.v.N. auf (Filmkritiken hier und hier). Selten ging ich so reich beschenkt und aufatmend aus einem Kino oder Theater – nach einer Komödie! Pastor Iwan lebt mit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=244&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.adams-aepfel.de/images/inhalt2.jpg" align="right" height="336" width="378" />Liebt, die euch hassen, tut Gutes denen, die euch verfolgen. Mit wunderbarem Humor nimmt der dänische Spielfilm „<a href="http://www.adams-aepfel.de/">Adams Äpfel</a>“, der letzten Herbst im Kino lief, diese Anregung des J.v.N. auf (Filmkritiken <a href="http://www.filmstarts.de/produkt/41267,Adams%20%C4pfel.html">hier</a> und <a href="http://www.critic.de/index.pl?aktion=kritik&amp;id=576">hier</a>). Selten ging ich so reich beschenkt und aufatmend aus einem Kino oder Theater – nach einer Komödie! Pastor Iwan lebt mit Leuten zusammen, die nach einem Gefängnisaufenthalt noch einmal eine Art Bewährung machen müssen. Darunter ein Skinhead, Adam, von dem er sich zusammenschlagen lässt. Nachher existiert dieses Ereignis für ihn einfach nicht mehr (für den Zuschauer bleibt es immer sichtbar, lange trägt Iwan eine Nasenschiene und nachher ist seine Nase so richtig schief). <span id="more-244"></span>Dass Pastor Iwan nur das Positive in der Welt sieht, geht so weit, dass er von seinem vollkommen spastisch gelähmten Kind erzählt, es laufe freudig spielend im Garten herum. Und es treibt noch schlimmere Blüten, gegen Ende au die Katastrophe zu. Man kennt diese Gutmenschen, und ihre lächerlichen und desolaten Seiten, weiß, wie nachteilig sich ein hartes Schicksal auswirken kann.</p>
<p>Doch am Ende gewinnt dieses krude Motto: tut Gutes denen, die euch hassen. Überraschend, ohne Klischee, mit Humor, selbst mit theologischem Humor, statt zur großen Sünde bringt es „Adam“ am Ende mit den Äpfeln, aus denen lange die (Schlangen-)Würmer herauskraxelten, zu einem Apfelkuchen; das alles gut getarnt durch den märchenhaften Stil der Komödie (so dass jemand anders auch meinen könnte, es ist halt das übliche Happy End)… Ankucken</p>
<p>Literarisch klassisch für Feindesliebe ist der Umgang des Frodo Beutling mit dem arglistigen Gollum im Herr der Ringe. Es ist das Mitleid, das den Helden und viele andere oftmals dazu bringt den Bösewicht zu verschonen. Dahinter steckt das prophetische Wort Gandalfs, dass selbst Gollum noch einmal nützlich werden könnte. Als Leser war ich unbändig dankbar, dass es da diese Stellen gab (die natürlich auch die Spannung steigerten).</p>
<p>Hörte jüngst „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Dort ist öfter vom Hass die Rede. Nicht nur, dass die Dementoren alle guten Gedanken aus einem herausziehen, auch etwa Harry und Snape scheinen sich so richtig zu hassen, wenigstens wählt die Roling öfter dieses Wort. Vor allem wählt sie es, als Harry dem vermeintlichen Mörder bzw. Verräter seiner Eltern gegenübersteht und diesen Serious Black mit seinem Zauberstab umbringen könnte. Harry hasste, wie er noch nie gehasst hatte. Als er dann dennoch zögert, zuzuschlagen, musste ich an Frodo und Gollum denken. Aber es ist keine Emotion, die ihn rettet, sondern Prof. Lupin kommt von außen. Später dann, als andere den tatsächlichen Verräter seiner Eltern umbringen wollen, der ähnlich knilchhaft dargestellt wird wie Gollum, stellt sich Harry dazwischen: Mein Vater hätte es auch nicht getan. (Dass er dann sagt, wegen ihm, Pettygrew, sollten die anderen beiden keine Mörder werden, ist nur ein zweitrangiger Grund.)</p>
<p>Es soll Professoren des Neuen Testaments geben, die sagen, die Literaten seien die besseren Ausdeuter des Evangeliums als die Exegeten. Natürlich steigern Literataten die Ahnung, was Feindesliebe sein kann. Auch er ist ein geschundener armer Kerl, dieser Gollum. Wenn Harry sagt: so hat es mein Vater gemacht klingt wie das „Ihm haben unsere Väter vertraut – und wurden nicht zuschanden“ in Psam 22, wo der Beter aus höchster Not ab und zu in großartigen Lobpreis für die Rettung kippt. Wenn es mein Vater so gemacht hat, dass er Gott vertraute, und gerettet wurde, so wird es auch mir so ergehen. Irgendsoetwas ist es bei Pastor Iwan wohl auch. (Betone hier, dass das alles lausige Interpretationen sind. Das Eigentliche sind Film und Texte und das eigene Staunen. Vor die Probe, den Hitler nicht zu hassen, wenn man ihn sieht, wird nicht jeder gestellt, auch die Leute der Weißen Rose nicht. Denke aber, Staufenberg wollte ihn nicht im persönlichen Hass umbringen, sondern in der Sorge um viele andere Menschen.)</p>
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		<title>Sklaverei und Abschussliste</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 21:04:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fangtunsdoch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutung Weiße Rose]]></category>
		<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstandscharakter]]></category>

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		<description><![CDATA[Einblendung Armenfriedhof nahe einem Zuckerrohrfeld: „Am Tag, als ich zum Bischof geweiht wurde, habe ich hier einen Namenlosen beerdigt. An diesem heiligen Ort möchte ich begraben sein.“
Der alte Herr, der hier spricht, ist Ausländer in Brasilien. Die heutigen heimischen Bischöfe in Alagoas stehen nicht für die Zuckerrohrarbeiter hin. (Nur nach dem Konzil war das eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=fangtunsdoch.wordpress.com&blog=437543&post=234&subd=fangtunsdoch&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://www.alternativas.at/thumbs/brasilHansRomstorfer.jpg" align="left" height="206" width="274" />Einblendung Armenfriedhof nahe einem Zuckerrohrfeld: „Am Tag, als ich zum Bischof geweiht wurde, habe ich hier einen Namenlosen beerdigt. An diesem heiligen Ort möchte ich begraben sein.“<br />
Der alte Herr, der hier spricht, ist Ausländer in Brasilien. Die heutigen heimischen Bischöfe in Alagoas stehen nicht für die Zuckerrohrarbeiter hin. (Nur nach dem Konzil war das eine gewisse Zeit lang anders.) <a href="http://www.boennigheimerzeitung.de/bz/html/news/artikel_brennpunkt.php4?artikel=2720593">Carlos Lima</a>, Gast in Thannhausen (siehe dieser  Blogeintrag) aus Brasiliens Nordosten, zeigte uns einen Film über moderne <a href="http://www.ila-bonn.de/brasilientexte/zuckerrohrbassegio.htm">Sklaverei auf Alagoas Zuckerplantagen</a>. Der Ackerboden im ganzen Bundesstaat gehört 8 Familien. <span id="more-234"></span>10 Tonnen Zucker muss ein Arbeiter dort am Tag schneiden, dann verdient er 3 Euro am Tag. Alle möglichen Willkürmaßnahmen, wie man mit den Leuten umgeht. (Sie wiegen es und sagen einfach, das waren nur 5 Tonnen) Kein Wunder, dass es dort nicht lohnt, Maschinen zu kaufen.<br />
Der Film bringt zunächst ein hartes Faktum, dann wiederholt er sich oft, am Ende aber ein starker Schluss. Jener Bischof und jener 28-jährige, der erzählt, dass sein Leben auch ein anderes hätte werden können. Aber jetzt ist es einfach so, dass er nichts als Zuckerrohrschneiden kann. Es ist fast unglaublich, dass dieser Mann noch lachen kann, wenn er seine Geschichte erzählt. Gott wollte es so, sagt er, weil er nie die Chance auf besseres wirklich ergreifen konnte. Er wäre gern LKW-Fahrer geworden, aber es hat nicht sollen sein. Es fiel ihm schwer, diese seine Geschichte zu erzählen. Dass er davon träumt, mal wieder zu Haus zu sein. Und er ist dankbar, dass er sie erzählen durfte. Die Filmemacher haben nach dieser Geschichte einen Film gedreht. (Ein Artikel über die Zustände dort finde sich <a href="http://www.ila-bonn.de/artikel/266mythosmonokultur.htm">auf den ila-Seiten</a>.)<br />
<img src="http://www.ila-bonn.de/bilder/zucker.gif" align="left" height="226" width="600" /><span>Irgendwo sind Bischöfe doch Leute, an denen man sich orientiert. Wenn Kardinal Lehmann sagt, der Zaun, den die Israelis bauen, dient nicht dem langfristigen Frieden und ein anderer Bischof ihn mit der Berliner Mauer vergleicht, dann weist das doch darauf hin, dass solche Behauptungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Andersherum: Wenn Kardinal Bertram, damals Vorsitzender der Bischofskonferenz, von Breslau aus Hitler jedes Jahr zum Geburtstag schrieb und bezüglich dem, was ihm nicht gefiel, in der Öffentlichkeit schwieg (und nur viele dicke Briefe nach Berlin schrieb), so haben sich auch manche Katholiken daran orientiert. So haben sich beide Gruppen das Leben bewahrt – und gleichzeitig gab es einen Holocaust. – Aber man wich ab von der Nachfolge des J.v.N., der sehr bald nach seinem ersten öffentlichen Auftreten auf der Abschussliste der Großen stand. Ich zitiere Markus, drittes Kapitel, Vers 6:</span></p>
<blockquote><p><img src="http://www.ibeac.org.br/images/dom_elder_camara_02.jpg" align="right" height="199" width="149" /> Da verließen die Pharisäer die Synagoge und trafen sich mit den Freunden und Anhängern des Königs Herodes. Sie berieten miteinander, wie sie Jesus töten könnten.</p></blockquote>
<p>(Entsprechend geht es bei Markus in einem Fort weiter.)</p>
<p class="MsoNormal">Wir sind Carlos Silva und der Initiative Landlosenbewegung MST und die Landpastoral CPT mit 140 anderen großen Dank schuldig, dass sie, obwohl sie auf der (an die Öffentlichkeit lancierten) Abschussliste stehen, mit ihrem Job gegen Sklaverei, Vertreibung und anderes weitermachen. (Die Gewerkschaft ist vollständig von den Großgrundbesitzern gekauft. Vorletztes Jahr allein gab es 38 Morde in der Landlosenbewegung, 55.000 gibt es in Brasilien pro Jahr.)</p>
<p><span>Es ist sehr schön, dass wir mit Misereor dieses Zeugnis unterstützen können. Den Geschwistern Scholl können wir nicht mehr bei ihrer Arbeit helfen.</span></p>
<p><span>(&#8222;Nein, die traut sich sowas nicht&#8220; lasse ich im Theaterstück über eine Theaterschreiberin berichten, trotzdem fasziniert mich eine seligpreisung.)</span></p>
<p>Nochmal, es geht um keine Kleinigkeit, <a href="http://www.ila-bonn.de/brasilientexte/zuckerrohrbassegio.htm">ich zitiere</a>:</p>
<blockquote><p>„Die Wohnlager erinnern mich an deutsche KZs“, betont Padre Peres, „doch die Profite der Zuckerunternehmer sind geradezu astronomisch hoch!“</p></blockquote>
<p>Ironie der Geschichte: Gerade beim Zucker fallen als aller erster die EU Agrarsubventionen, deren Fallen doch gerade den Leuten in Entwicklungs- und Schwellenländern nützen soll.</p>
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