Anton Demmeler

30. Oktober 2010

Ich habe erst heute mitbekommen, dass Anton Demmeler Ende letzten Jahres mit 71 Jahren verstorben ist. Die Amateurbühne “Schmiere” in Babenhausen, für die er zahlreiche Stücke schrieb und inszenierte, spielt deshalb heuer nicht. Schon beim letztjährigen Stück war Toni (Done) nicht bei allen Aufführungen dabei, er muss schon krank gewesen sein. Fand nur weniges zu ihm im Netz (Schmiere-Seite/In Memoriam, von dort auch die Fotos, und Augsburger Allgemeine), jedenfalls möchte ich ihm mein Danke und Auf Wiedersehen zurufen.

1) Was in Babenhausen gespielt wurde, war “Bundesliga” an Amateurtheater. Den Rest des Beitrags lesen »

Piraten auf Zeitreise

9. April 2010

Für das aktuelle Theaterstück der KJT “Land in Sicht”Ort: Pfarrheim Thannhausen läuft der Countdown,  am Freitag, 16.4.2010 ist Premiere.  Hier eine Pressemitteilung mit allen notwendigen Informationen:

Die Jugendarbeit der KJT (Katholischen Jugend Thannhausen) lebt von Events wie einem Zeltlager. Ein Zeltlager wiederum lebt von den erlebten und erzählten Geschichten, die die Phantasie in ganz andere Zeiten treiben lassen. Beides verbindet das Theaterstück, das die KJT am Wochenende (16.-18. April) im Pfarrsaal Thannhausen präsentiert. In “Land in Sicht” stranden 8 wilde Piraten aus dem 18. Jahrhundert plötzlich auf einem zeitgenössischen Jugendlager. Die Komplikationen dieser Zeitreise ergeben ein abenteuerliches und fröhliches Bühnenstück.

Das Theaterprojekt ist diesmal ein Spiel für die ganze Familie. Martin Winklbauer hat es für das Freilufttheater “Waldbühne” in Halsbach bei Altötting 2005 geschrieben und zwei Jahre später wieder aufgenommen. Zur KJT-Bearbeitung der Regisseure Sebastian Lober und Georg Rugel wurde die Musik vollkommen neu von Jürgen Steber komponiert. Singgruppe und Kinderchor haben im Theaterstück ihre Auftritte, so dass am Ende über 50 Kinder und Jugendliche bei “Land in Sicht” dabei sind.

Premiere ist am Freitag, 16. April 19 Uhr. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 17. April 16:30 Uhr und am Sonntag, 18. April 15:30 Uhr. Karten zu 6 € und 4 € (Familienkarte 14 €) können täglich von 18 bis 20 Uhr (Tel. 08281/ 4852) bei Gertraud Rugel, Röschstr. 3, und an der Abendkasse erworben werden.

Wer ist dieser Jesus?

28. März 2010

Text- und spiellastige Rezension der Halsbacher Passion

Der Zugang einfacher Leute Mitteleuropas zum Mann aus Nazareth ist (zumindest in den letzten Jahrhunderten) vor allem sein Leiden. Davon zeugen die vielen Kreuze in Feld und Wald, die Tiefe die Zugänglichkeit von Bachs Passionsmusik oder die Passionspiele an verschiedenen Orten. Weil in Halsbach das ganze Dorf gemeinsam Theater spielt, ist auch ihr Zugang zum „Messias“ eine „Halsbacher Passion“. Der, von dem Christen sagen, dass er war, ist und kommen wird, trifft ins Herz, wenn man ihn als den versteht, der für die Sünden der Menschen geblutet hat. Aber so fängt die Geschichte nur an. Petrus ist fix und alle, er hat sich so benommen, dass es ihm peinlich ist. In jedem Zirpen eines Vogels hört er den Schrei dieses Hahns, wie er heute morgen krähte. Er hat vollkommen verpasst, dass Jesus gekreuzigt wurde und begraben ist. Er weiß, wie peinlich es ist, dass er “Fels” sein soll. Überraschenderweise zieht er daraus Konsequenzen und hält seine Konsequenz durch. Den Rest des Beitrags lesen »

Europas Farben

7. Juli 2009

Umstritten ist die Theaterfassung von Kieślowski und Krzysztof Piesiewiczl “Drei Farben: Blau, Weiss, Rot” (Der Link führt zu allen Zeitungsrezessionen gesammelt bei “Nachkritik”, dort bitte ggf. die Geschichten nachlesen, damit man diesen Eintrag verstehen kann) in den Münchner Kammerspielen. Ich mag es sehr, wenn jemand so dezent wie Kiéslowsky/Simons frohe Botschaft verkünden will. Sie spielen das Chaos der Welt und singen das hohe Lied Europas “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”, das Lied dessen, was einem Menschen zusteht (höher und intensiver als die Menschenrechte) eigentlich das hohe Lied der Liebe. “Und wenn ich mit Engelszungen redete, und …., hätte aber die Liebe nicht, ich wäre ein tönernen Erz…” Typischerweise wird die Botschaft dieser Szenen destruktiv oder gesellschaftskritisch gesehen, immerhin auch manchmal bewundernd wie etwa in der FAZ:

„Sie wollte mehr, als ich ihr geben konnte.“ Mit diesen Worten fasst der Richter gegen Ende der „Drei Farben“ die Gründe für das Scheitern seiner eigenen, tragischen Liebesgeschichte zusammen – und bringt damit auch die Grundmotivation aller übrigen Hauptfiguren auf den Punkt: Sie stehen alle vor der Wahl, ihr Leben zu vernichten oder zu vollenden. Tränenerstickt presst der niederländische Schauspieler Jeroen Willems diese verbitterten Worte heraus, während er „Drei Farben: Rot“ verkniffen auf einem Klavierhocker verbringt, in einem einzigen großartig konzentrierten Dialog mit Sandra Hüllers misstrauischer Valentine. Den Rest des Beitrags lesen »

Halfpipe Bühne

10. Juni 2009

Ich dachte an die Ringe des Saturn, als ich die Bühne in der Inszenierung von Franz Kafka “Der Prozess” in den Münchner Kammerspielen sah. Innen drehte sich der unbewohnbare Planet. Vieles spricht dafür, dass es sich um ein Auge handelt bei dieser Bühne. Auf jeden Fall gab es doch da tatsächlich Ähnlichkeiten zur “Fangt uns doch” Bühne. Was passiert da technisch? Zitiere den Standart (Wien. Ronald Pohl):

Regisseur/Ausstatter Andreas Kriegenburg hat auf die Münchner Bühne ein Gipsauge gestellt. In dessen ovaler Mitte, sozusagen im Durchstichsloch eines Träumers, rotiert ein Hubpodest, das immer wieder gemächlich in die Vertikale kippt, um schließlich als Kletterwand den Schrecken einer hölzernen Eiger-Nordwand zu verbreiten. Den Rest des Beitrags lesen »

Aktuelles

19. März 2009

Die Weiße Rose – Ein Kriegsmärchen

von Lars Zastrow und Janosch Roloff

… eine wahre Geschichte, die in die Gefahr geraten ist, zur Legende zu werden und dabei ihre tatsächlichen Akteure aus Fleisch und Blut hinter ideologisch reduzierten Ikonen verschwinden zu lassen.

- komme leider die nächsten Tage nicht nach Köln, letzte Aufführung am 2. April.

Colori in Babenhausen

10. November 2008

Vorletzten Sonntag in Babenhausen im Theater bei der Schmiere: Musical “Colori”.  Sehr faszinierend, schauspielerisch, sprachlich, faszinierend der ein und der andere Song, voller überraschender Ideen – ich bin Fan. Dennoch, was ich so Ideen habe zu einem Musical über Farben, ist irgendwie ganz anders. Insbesondere denke ich an Kandinsky, etwa seine Komposition IX:


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Invasion!

7. Juni 2008

Der Umgang mit den Fremden ist großes Thema bei den Kammerspielen in dieser Spielzeit, „Invasion” (Kritiken hier) von Jonas Hassen Khemiri dauert nur 40 Minuten, entdeckte einige interessante Aspekte an diesem Thema. Zum Lachen: Alle haben etwas oder wollen etwas mit Abulkasem – den aber gibt es gar nicht wirklich, Den Rest des Beitrags lesen »

Weiße Rose Theaterstücke

11. Januar 2008

Da gibt es schon längere Zeit ziemlich viel. Zunächst diejenigen, die ich gesehen habe

  • am Kirchentag Berlin 2003: Story und Intensivität wie der Kinofilm 2005: “SOPHIE SCHOLL: Ich würde es genau so wieder machen” von Elmar Marx und Marie-Luise Glahe für URBAN ART. Tolle Amateurgruppe.
  • Mirjana Angelina: “Sophie Scholl – Widerstand des Gewissens… um des Lebens Willen” gespielt vom Gospel Art Studio 2005 in der Ludwigsstraße München (6 Personen) mit Referenzen von überlebenden Weiße Rose Angehörigen hier.

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Entscheidung spielen

4. Dezember 2007

Der Grundkurs Dramatisches Gestalten am Gymnasium Ursberg spielt dreimal im Jahr, alles mögliche und unmögliche an Theaterstücken, mit Hingabe ans Theater Spielen, ansonsten mit einfachen Mitteln, meist nahe am Text des Autors. Meine Lieblingsnummer heuer (vor Lorca und Moliere) war “Der Bruder unseres Gottes” von Karol Woitila (als er noch nicht Papst Johannes Paul II hieß) am letzten Wochenende. So sehr dieser Papst als jemand auffiel, der klare Botschaften zu vermitteln hatte, so sehr ist sein “Jugendstück” unklar, vage und auf der Kippe. Den Rest des Beitrags lesen »

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