Vor 75 Jahren wurde der Publizist Fritz Gerlich von den Nazis ermordet, anderthalb Jahre war er vorher ohne Prozess im Gefängnis gesessen. Man wusste davon (und von ähnlichen Morden) im Saarland und in Österreich, und doch hat man dem Hitler zugejubelt.

Zu ihm gibt es eine recht gute Website hier mit allen Ausgaben seiner Zeitung zwischen 1931 und 1933 zum Herunterladen.

„Es gibt nur einen, der den geraden Weg zu Gott gegangen ist. “ oder so ähnlich schreibt Sophie Scholl an Fritz Hartnagel mitten im Krieg. Sie meint damit nicht Fritz Gerlich, aber dessen Zeitung hieß tatsächlich „Der gerade Weg“ und warnte vor Hitler. Bis 1930 war Gerlich Chefredakteur der „Münchner Neueste Nachrichten“, der Vorläuferzeitung der Süddeutschen.

Eine Historikerdiskussion gestern offenbarte spannende Dinge. Was für ein Hitzkopf Gerlich war, wie er sich beraten ließ (von Resl von Konnersreuth), wie man als Nichtjournalist gleich Chefredakteur werden kann, dass er keine Angst davor hatte, für das, was er schrieb und herausgab, zu sterben, wie er überlegte, auf die SS-Leute, die sein Büro plünderten, zu schießen, wie einer seiner Artikel jemand in den Selbstmord trieb, wie seine Zeitschrift einen Freund schwer in Zahlungsschwierigkeiten brachte, wie Hitler mit ihm sprach und wie sie seitdem erbitterte Feinde wurden, wie er stundenlang Artikel aus dem Kopf diktieren konnte … das wird eine Fernsehsendung für BR Alpha


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