Was ich so als Jugendlicher und Kind gesagt bekam in den 80-er Jahren: Die Amerikaner haben uns nach dem Krieg geholfen, sie stehen für Freiheit und gegen Kommunismus und Diktatur. Sie wollen nicht die Weltherrschaft wie (jeder im Gesellschaftsspiel Risiko und wie) die Sowjetunion. Sie sehen sich gezwungen, aufzurüsten, weil es die anderen auch tun. Die sogenannte Friedensbewegung sind entweder keine politischen Realisten oder sie sind vom Kommunismus unterwandert. Die Erben der Weißen Rose, allen voran Inge Aicher-Scholl und Fritz Hartnagel, galten als anti-kommunistisches Aushängeschild der Friedensbewegung. Wir, die Nachfahren der Widerständler wollen keine Wiederbewaffnung, zu Adenauers Zeiten und in den frühen 80ern wieder. Krieg und Rüstung lösen keine Probleme. In dieser kämpferischen Zeit war ich in Verhofen „Die Weiße Rose“ – trotz des skandalträchtigen Abspanns wurde darin die Nato-Debatte nicht instrumentalisiert. Soweit ich mich erinnere, war mir jedenfalls im Kopf, dass das grobe Bild so passe – schließlich hörte man manches, was im Osten wirklich schlechter lief als im Westen, insbesondere die Angriffe auf das Christentum und Freiheitsrechte – , dass die Welt aber nicht so einfach wäre.

Was dagegen lief im Osten? Man wusste  mehr oder weniger, dass man in einer gleichmacherischen Diktatur lebte. Christian Führer schreibt in seiner Autobiographie, dass er als Jugendlicher gerne mit Gewehren schoss und erst damit aufhörte, als er einmal im Rausch einen Vogel tot geschossen hatte. Immer wollte er wie Jesus gewaltlos sein, auch in der Art, wie er seine Kinder erzog. Als er 1980 als Pfarrer nach Leipzig kam, bot sich die Gelegenheit, Friedensdekaden zu gestalten (vgl. Logo oben und Wikipedia). Man durfte sehr wenig protestieren und staunte, was im Westen alles möglich war. Man war aber sehr enttäuscht, dass die Proteste im Westen von der Politik ignoriert wurden. Und es gab die Reaktion: da drüben ist es auch nicht besser, da dürfen sie zwar demonstrieren, aber die Politiker machen eh, was sie wollen. (Diese Reaktion seht leider nicht in Führers Buch, es hatte was, den Mann persönlich zu erleben. Lese dennoch mit Begeisterung sein Buch „Und wir sind dabei gewesen“. – Anmerkung 9.4.: sie steht doch im Buch auf S. 188, habe es inzwischen fertiggelesen. Wahrscheinlich mein Buch des Jahres 2009.)

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