Die Menschen als Schweine

16. Dezember 2008

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Otl Aichers Erfahrung bei der Wehrmacht. Mit einem kleinen Kommentar ärgert er einen Vorgesetzten – er muss nicht lange warten, bis er alleine strafexerzieren muss, eine Quälerei und sicherlich war er danach dreckig „wie die Sau“. Noch schlimmer für den jungen Intellektuellen: Sprache und Welt der Kammeraden beim Kommis, „schweinisch“ sagt man. Noch einmal schlimmer ist es für Leutnand Fritz Hartnagel, als er hört, wie sich andere hohe Offiziere mit der Vernichtung der Juden brüsten. Das ist schlimmer, wie Tiere miteinander umgehen. Es zieht den Menschen herunter aufs tierische Niveau und vielleicht noch tiefer. (kampf wurSolche Offiziere, die zu Schweinen mutieren, stellten wir im Stück (verhältnismäßig dezent) dar Eine ähnliche Erfahrung macht der junge Soldat Heinrich Böll (damals kein Widerstandstyp) in einer Kaserne weit hinter der Frontlinie:

Osnabrück, 22.4.1940 Heinrich Böll an Eltern und Geschwister
[...] Es war übrigens entsetzlich, die Bemerkungen der Kameraden heute mittag bei dem Begräbnis zu hören. Wir leben anscheinend in einer Welt von Schweinen.

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Die Ansicht, dass der Mensch nur eine etwas höhere Art von Tier ist, ist allgemein verbreitet. Dann dazu noch äußerst eindeutige Anwürfe in bezug auf die Frau des Gefallenen. Heldenverehrung. Aber schweigen wir.

Das Tierische (Schweinische) im Menschen ist nicht zu leugnen, plädiere zunächst (mit Platon) für die Herrschaft der Vernunft. Zudem an die Hoffnung auf Befreiung/Erlösung der Kreatur. Pädagogen sind gefragt – Weihnachten, das Glück von Hirten, Schafen, Ochs und Esel wird erwartet.

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