Colori in Babenhausen
10. November 2008
Vorletzten Sonntag in Babenhausen im Theater bei der Schmiere: Musical „Colori“. Sehr faszinierend, schauspielerisch, sprachlich, faszinierend der ein und der andere Song, voller überraschender Ideen – ich bin Fan. Dennoch, was ich so Ideen habe zu einem Musical über Farben, ist irgendwie ganz anders. Insbesondere denke ich an Kandinsky, etwa seine Komposition IX:
Kandinskys Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ habe ich leider nicht gelesen, ich weiß nur, dass dort die Wirkungen der Farben kommentiert werden, jüngst las ich sogar noch, dass Kandinsky selber Synästhet war und Farben hörte. Im Folgenden meine Assoziationen:
Rot: Erdbeeren, alles, was Anie Dillerts von ihrer Katze erzählt (siehe nächster Eintrag), insbesondere Opfer und Opfern und Befreien.
Weiß: alle Farben aufeinander (tatsächlich, wie im Spiel strahlend und rein „so weiß, dass es kein Walker machen kann“)
Braun: verfaulendes Laub, matschiger Boden (o.k., der braune Stiefel ist nicht zu umgehen – Erdfarbe war ein richtig guter Punkt, warum vertieft ihr das nicht?)
Grün: Leben in seiner Fülle, Frühling (ich habe die einzelnen Szenen der grünen Woche nicht so recht kapiert, wenigstens nicht, wenn sie mehr sollten als hintereinandergereihte Sketsche und Satiren)
Gelb: Sonne, Licht, für mich ist Feuer gelb, nicht rot, Honig(süß)
Grau: die grauen Zellen, Kiesel, Steine und Geröll, Kargkeit, Macht.
Himmelblau: o.k., liege da ähnlich wie die Inszenierung, Trivialität und Transzendenz
Blau: warum hatte die blaue Blume nur so kurzen Raum? – Warum denke ich immer, dass Blues nichts mit Trübsal zu tun hat?
Warum dieses riesengroße Anrennen gegen Poesie – und das in einem Theater und Musical? Die viel zu billig veräppelten Märchen, von denen das Musical doch lebt! Seit wann ist Teufels Großmutter böse?
Vor allem: Warum nicht die ganzen Farben in ein Bild zusammenhängen? (hier noch Komposition V)
+Composition+IX.jpg)
