Moltkes Jugend

11. August 2008

Ein Buch, das unsere Idee bei einem anderen Widerständler aufgreift: Jochen Köhler verstarb, als er den ersten Teil seiner Biographie “Helmut James von Moltke. Geschichter einer Kindheit und Jugend” fertiggeschrieben hatte. Hörte die DLF-Rezension in Andruck (leider nicht im Netz), die ZEIT lobt in höchsten Tönen und beschreibt auch ein Ideal einer Bühnenbearbeitung:

Der Autor, von Haus aus kein gelernter Historiker, bedient sich einer biografischen Methode, die sich nicht den strengen Kriterien der Wissenschaft unterwirft, sondern sich zu ihrer Subjektivität bekennt. Er umschreibt diese Methode mit dem auf den ersten Blick befremdlichen Ausdruck »Ins-Leben-Starren«. Gemeint ist damit: Wenn der Biograf den Protagonisten seiner Erzählung im Spiegel der historischen Zeugnisse nur lange genug fixiere, wenn er sich in ihn hineinversenke, seine Gedanken und Gefühle zu »lesen« verstehe – dann könne er ihn gewissermaßen wieder zum Leben erwecken. Das verlangt allerdings nicht nur viel Einfühlungsvermögen, sondern auch historische Einbildungskraft, und über beides verfügt der Autor in ganz erstaunlichem Maße.

Im Gegensatz zu diesem Werk sei die Lebensbeschreibung von Günter Brakelmann “solide gearbeitet, doch fehlt ihm jeder Glanz” (die entsprechende Rezension findet sich hier). Empfehlenswerte Originaltexte sind Beate Ruhm (Hrsg.): Briefe an Freya 1939–1945; C. H. Beck, Neuausgabe in der beck’schen reihe, 2007 und Beate Ruhm (Hrsg.): Ein Leben in Deutschland. Briefe aus Kreisau und Berlin; C. H. Beck, 1999 – Briefe von Molkes Mutter an ihre Eltern in ihre südafrikanische Heimat.

Inhaltlich betonen die Rezensionen die Wärme der Mutter und die politische Meinungsvielfalt im Hause Moltke. Bin gespannt, was da noch mehr zu finden sein wird. Muss mir leider meine Leküre dieser Bände z.Z. aufsparen.

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