Nach dem “Musical” oder der Kantate “Emmaus” der Türkheimer (Wegzeichenchor u.a. mit der Michi, Sprechrolle, Gerhard sang als “der Fremde”, jüngster Spieler sein Sohn Johannes, insges. schätze ich 100 Mitwirkende) sagte ich gestern, ich hätte große Bedenken, Auferstehung auf die Bühne zu bringen. Heute würde ich das Gegenteil sagen: Sind es nicht gerade die Geschichten vom auferstandenen Jesus, in denen Jesus den Seinen zuruft: „Fangt mich doch!“. Wie im Kinderversteckspiel, beim Ostereiersuchen: ihr habt wohl gedacht, vor dem Grab stünden Wachen. Ha, die sind eingeschlafen. Ihr habt gedacht, darin läge ein Leichnam… habt ihr euch gedacht, ja … Ihr habt euch gedacht, ihr könntet finden, wo sie ihn hingelegt haben… Ihr habt euch gedacht, ihr müsstet der Maria von Magdala nicht glauben. Ihr habt euch gedacht, so einen netten Fremden, der wird so wie ein Mensch immer bei euch bleiben … bis ihr ihn erkannt habt, den der hingerichtet war – und dann war er weg! – Zuletzt auf dem See Genezareth. Ihr habt keine Fische gefangen über Nacht, dass es nicht einmal für ein Frühstück langt? Na, „fangt sie doch“ rechts von eurem Schiff. Und heute ist Schwimmen dran, lieber Petrus, nass werden und schwimmen, das mit dem auf-dem-Wasser-gehen war ein andermal. Und die Zukunft, die Jesus seinen Freunden zutraut…

Nicht zu fassen.

Zeit für große Worte „Nie mehr […] sollt ihr Angst im Schilde führ’n“ (Gregor Linsens Lied) „Sind auch dir die Augen aufgegangen?“ (Kathi Stimmer-Salzeder), für fans des Wortes genügt „Alleluja“.

Und doch verspielt. Linsens abstrakte Musik, Kathis Stimmers Emotionen, aber nie auf voller Lautstärke: fangt es doch, Irmgard Schorers handlungsfokusierte Lieder „Ich habe den Herrn gesehen“ – die eingestreuten populären Highlights, die überraschenderweise auch davon erzählen.

Wenn Auferstehung nicht auch so verspielt wäre, müssten sich Musiker und Schauspieler ärgern, dass sie den Emotionen derer, die alles aufs Spiel gesetzt haben, nicht gerecht werden. Seinen Lebenseinsatz zu bringen ist eine gute Sache, aber heute, ist Spiel angesagt: Versteckulus, mit Instrumenten und Personen.

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