Olympiaentzug

25. März 2008

Gegen einen Olympiaboykott werden vor allem zwei Argumente vorgebracht: die Sportler, die sich jahrelang darauf vorbereitet haben, und dass der Boykott der Moskau Spiele 1980 den kalten Krieg eher noch angefacht habe.

Beide Argumente sind nicht sehr stark: niemand will im Ernst auf Kosten einer Rechtfertigung von Menschenrechtsverletzungen, Folter oder Mord einen sportlichen Wettkampf gewinnen. Zum zweiten: selbst wenn die Geschichte mit Moskau stimmen sollte (da bin ich nicht so sicher), so wäre es mir als Deutscher heute um Längen lieber, wären ein paar Nationen den Berliner Spielen 1936 (siehe Wiki-Eintrag) wegen Menschenrechtsverletzungen in Deutschland ferngeblieben: Auch uns wird eine Propagandashow in Peking bevorstehen. Die SZ von heute (Thomas Hahn) schreibt.

Olympia stärkt die Menschenrechte in China genauso wie jeder andere Geschäftsgang eines Unternehmens ins Reich der Mitte: überhaupt nicht.

Einen recht guten Vorschlag fände ich es, mit einen Olympiaentzug wegen Nichteinhaltung der Vertragsbedingungen zu drohen bzw. einen Alternativspiele vorzubereiten. Oder wenigstens dass die internationalen Organisatoren die Sportler wegen der chinesischen Menschenrechtsverletzungen von der Pflicht zur politischen Neutralität entpflichten. (Alle Argumente vgl. gestern abend Sport am Feiertag im DLF.)

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