Wie wichtig ist Klimawandel?

13. November 2007

Anregung zum Weiterdenken und sich nicht mit dem Mainstream zufriedenzugeben…

Selber hätte ich an der Sache nicht weitergebohrt. Als Barbara Unmüßig bei der erlassjahr.de Mitträgerversammlung provokativ nahelegte, ob wir – ein Bündnis für die Entschuldung ärmerer Staaten – uns in ein Klimabündnis verwandeln sollten, antwortete ich, dass das Thema Klima wieder aus der Mode kommen werde und dass es andere dringliche Aufgaben ja auch gäbe, Kriege, Krankheiten…

Nein, nein, die Klimakatastrophe könne man in den nächsten 10-15 Jahren noch verhindern, dann sei alles zu spät. Als andere dann noch hinzufügten, wie wichtig die Klimasache sei, wenn man sich um die eigenen Enkel kümmere, dass noch viel zu wenig getan werde und dass viele Chancen zur Aktivität bestünden (gegen neu zu bauende Braunkohlekraftwerke demonstrieren, Biosprit zurückdrängen), wurde mir die Idee eines großen Klimabündnisses auch plausibel und attraktiv, zumal ich mein entwicklungspolitisches Interesse wohl zunächst aus ökologischem Interesse (als Jugendlicher) erwachsen ist.

Jetzt also bin ich da auf einige andere Fakten und Unsicherheiten hingewiesen worden, zum Beispiel im beachtenswerten Artikel in der Zeitschrift Cicero. Ich argumentiere in der Richtung dieses Aufsatzes:

  • Erstens, man weiß nicht, dass es tatsächlich an C02 liegt, man hat nur sehr viele andere mögliche Ursachen ausgeschlossen – eine sehr interessante Variante, dass diese Klimadinge an der kosmischen Strahlung liegen, wird z.Z. am CERN untersucht;
  • zweitens, es ist gar nicht so klar, ob es in jüngster Zeit wirklich einen relevanten Klimawandel hin zur Erwärmung gegeben hat, es ist gar nicht so wahrscheinlich, dass es in zwanzig Jahren wirklich wärmer ist als heute;
  • drittens, die geschichtlichen Schwankungen des Erdklimas waren wahrscheinlich viel größer als das, was jetzt zu erwarten ist, und damals gab es keine hausgemachten menschlichen Ursachen – sprich selbst wenn wir am Klimawandel mitschrauben, dann nicht in relevanten Größenordnungen;
  • viertens selbst wenn alle Voraussagen stimmen, hätte man durch die volle Wirksamkeit des Kyoto-Protokolls eine Verzögerung von ca. 120 Tagen erreicht, es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Politiker in einem solchen Fall etwas wirksames auf die Strecke bringen (andererseits: bzgl. der FCKW zum Schutze der Ozonschicht hat man tatsächlich international etwas erreicht, siehe hier)

Das alles sagt ein Öko, der sehr fürs Energiesparen und Artenschonen, Flugbenzinbesteuern und Tempolimits ist. Einen Freund von mir hat Al Gores Film schon deshalb nicht gefallen, weil er so einen Heldenkult aufbaue. Ich hab ihn nicht gesehen, und jetzt bereue ich es nicht mehr unbedingt. (Die sich nur scheinbar bewegenden Bilder auf dieser Seite sind von Akiyoshi Kitaoka. Danke, thanks.)

2 Responses to “Wie wichtig ist Klimawandel?”

  1. Gudula Frieling Says:

    Mit Erstaunen und Freude habe ich von dem Vorschlag von Barbara Unmüßig gelesen, nun alle Kräfte zu einem breiten Klimabündnis zu bündeln, da hier nur ein Zeitfenster von 15 Jahren bliebe.
    Ich halte diese Prioritätensetzung für richtig, wobei das Thema Entschuldung dabei natürlich nicht aufgegeben, sondern nur in dem größeren Zusammenhang der vielfältigen Krisen gesehen werden muss, in die der drohende Klimakollaps zuallererst eine Vielzahl der heute hoch verschuldeten, armen Länder stürzen wird bzw. bereits jetzt stürzt.
    Eben diese Notwendigkeit und Dringlichkeit spürend, hat sich – aufgeschreckt durch den 4. Sachstandsbericht des Weltklimarates – in unserer Gemeinde St. Bonifatius Dortmund Mitte eine neue Gruppe mit dem Namen „Schöpfung bewahren jetzt“ gebildet. Personell speist sich dieser Kreis teilweise aus Kräften, die schon lange im Eine -Welt-Kreis an den Fragen der Entschulung mitgearbeitet haben.
    Unser Ziel ist es, u.a. den Gedanken des Klimaschutzes in unserer Gemeinde zu diskutieren, zu verankern und zu praktischen Schritten der CO2-Minderung anzuregen. Darüber hinaus wollen wir uns für eine wirksame und ernsthafte Klimaschutzpolitik einsetzen.
    Erfreulicherweise traf ich auf dem Kirchentag auf den „Grünen Hahn“, eine Initiative der evangelischen Kirche in Westfalen, die ein Umweltmanagement für Kirchengemeinden anbietet. Inzwischen konnten wir sowohl Pfarrgemeinderat als auch Kirchenvorstand von dieser Idee eines systematisch angeleiteten Umweltmanagements überzeugen. Wir werden nun an der neuen Staffel des Grünen Hahns teilnehmen und so uns selbst als auch unsere Gemeinde intensiv und praktisch mit Fragen des Klimaschutzes beschäftigen.
    Darüber hinaus hat der Pfarrgemeinderat das Thema „Schöpfung bewahren jetzt!“ zum Jahresthema gewählt, so dass zu erwarten ist, dass dieses Thema in vielfältiger Weise das Gemeindeleben im kommenden Jahr prägen wird.
    Auf diesbezügliche Ideen, Anregungen und Unterstützung von Erlassjahr, zu dessen Mitträgern wir als Gemeinde und Eine -Welt-Kreis schon lange gehören, freuen wir uns daher sehr.
    Nun noch ein paar Bemerkungen zum vorausgehenden Kommentar: Wenn ein “Öko”, die Ergebnisse des Weltklimarates ignoriert und sämtliche Irrtümer, die ein Weiter-So rechtfertigen, “gekonnt” referiert, ist das noch lange nicht intelligenter als wenn gleiches aus der Feder von VW-Chef Bernd Pischetsrieder kommt oder vom ADAC-Vorsitzenden Peter Meyer. Letzterer ist natürlich gegen das Tempolimit und vermutlich hält er die Klimadebatte insgesamt für unnötig und hysterisch. Leider steht auch der Zyklon, der gerade in Bangladesch mehr als 1100 Menschen in den Tod riss, in diesem Zusammenhang, auch wenn die Ruhrnachrichten und vermutlich manch andere Zeitung darauf verweist, dass es schon immer Zyklone in Bangladesch gab, sogar oft mit weit mehr Todesopfern. Dabei blieb unerwähnt, dass dieser Zyklon nicht weniger heftig war als beispielweise der vom Jahr 1991 und dass die geringere Opferzahl der von den Behörden veranlassten vorsorgenden Evaluierung Hunderttausender Menschen zu verdanken ist. Wäre es bei den Todesopfern, geblieben, die morgens gemeldet wurden, wäre die deutsche Bevölkerung vermutlich von dieser unangenehmen Nachricht verschont geblieben…
    Nein, ich bin sehr dafür, dass wir uns für dieses überaus dringliche Anliegen einsetzen und verstärkt die dramatischen Folgen des exzessiven CO2-Konsums und anderer Gase vor allem für die armen Länder der Südhalbkugel uns selbst und allen anderen, auch denen, die es nicht hören wollen, vor Augen zu führen. Zwar steht das Thema nun endlich auf den oberen Rängen der Meldungen, aber es reicht eben nicht, dass es hier und da erwähnt wird: auf allen Ebenen muss gehandelt werden, sonst heißt es für immer mehr Menschen und Tiere “Land unter”, wenn auch nicht für uns – das wenigstens sollten alle zur Kenntnis nehmen.
    Zum Schluss möchte ich aber nochmal wiederholen, dass m.E.die Schuldenthematik weiter verfolgt werden muss, so mühselig es auch ist – dass die ökologische Schuld aber auch und vielleicht sogar vorranig in aller Dringlichkeit zu thematisieren ist.
    Gudula Frieling

  2. fangtunsdoch Says:

    Danke für den Kommentar, ich freue mich auch über das Dortmunder Engagement zu Schulden und Umwelt. Gebe ja zu, dass es in der Klimafrage einen Konsens der Wissenschaftler zu geben scheint, und dass deshalb dringender Handlungsbedarf besteht.
    Denke die oben erwähnten Unsicherheiten sind aber typisch für jede wissenschaftliche Erkenntnis. Und mich ärgert, dass im Klimahype auch mit falschen Zahlen Publicy gemacht wird – was man eben so von Al Gores Film hört, ich habe ihn selber nicht gesehen. Der gute Zweck heiligt nicht solche Mittel. Selbst wenn man das mit einem Nobelpreis versieht.
    Im Sinne der Entschuldungs-MTV, in der es auch über das Kampaining ging: Warum hat es die Umwelt und Klima Bewegung in Deutschland nicht geschafft, die Schüler und Studenten in Deutschland so weit zu bekommen, dass sie (z.B.)nicht dafür arbeiten wollen, dass man wieder irgendein neues PS-strotzendes neues Auto baut? Es ist ja richtig, dass die Werbeindustrie und der deutsche Auto-Mainstreem (als ein Beispiel) nicht immer fair der Klimaproblematik gegenüberstanden – aber es lohnt, Phantasie und Sachverstand einzusetzen, ihre angreifbaren Stellen zu suchen und dort zu mobilisieren. Dafür eine gute Hand euch Dortmundern wünscht aus München
    m.r.


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