Die Maschine hat einen wieder
5. Februar 2007
Dafür, wie wir das Innere des Menschen als Maschine darstellten, haben wir manches Lob bekommen. Dank der Münchner Aufführungen gibt es jetzt Photos, die diese Maschine von oben zeigen.
Das Symbol für Leben und Weltbetrachtung in der Neuzeit ist die Maschine. Wenn es ein Recht gibt, von alten vorneuzeitlichen Zeiten zu träumen dann vielleicht deshalb, weil das maschinelle Funktionieren noch nicht so allgegenwärtig war. Es gibt mindestens einzelne Tage, an denen ich am Arbeitsplatz, in der Uni, in Gesellschaft einfach nur funktioniere. Sozusagen: nach dem Theaterabenteuer denkst du, jetzt hat dich wieder die Maschine (und währenddessen denkst du: welche Maschine fährt dich jetzt schon wieder?)
Natürlich war es dunkel auf der Bühne, als diese Maschine arbeitete, deshalb hier ein Detail vergrößert:
Bilder, die der Maschinenweltsicht zugrunde liegen: alles ist durch so etwas geregelt wie die Gesetze, die Newton vor ein paar hundert Jahren entdeckte: Impuls gleich Gegenimpuls, Energie bleibt immer erhalten. Oder: Die Welt ist ein großes Uhrwerk, Gott evtl. der Uhrmacher.
Was kann der Mensch noch sein, außer eine Maschine? Was ist der Gegenentwurf zu einer mechanistischen Weltanschauung? (Große Versuchung, dass ich jetzt nichts mehr hinschreibe, aber seis drum, so kurz mal) Einige Vorschläge: Der Gegenentwurf ist ergänzend, oder vollständig die Maschine ersetzend:
- der organisierende menschliche Geist, der zum Beispiel (mechanistische) Theorien aufstellt
- wie ein Organismus zusammenarbeitet
- das Prinzip Leben (Stoffwechsel, Zentralinstanz, Reproduktion…)
- das Prinzip Erleben (wahrnehmen, empfinden)
- die Zeit selber passt nicht ins Mechanistische
- die Materie der Physik ist schon eine leere Abstraktion


