Pantomime am Eingang

22. Januar 2007

Ein Pantomime sagt nichts, er ist schwarz und weiß, irgendwie schon so, als stünde der Tod vor der Türe… der Karmelitenkirche am Samstagabend. Für mich war es B., die am nächsten Tag ein Casting hat und als Pantomime üben muss. Nicht zu vergessen, sie muss morgen (bzw. gestern, am Sonntag) die Liebe pantomimisch darstellen. Aber zurück zur Situation, da kommst du als Schauspieler oder als Theatergast herein, und dir gibt jemand schweigend die Hand. Du weißt, man darf mit ihr nicht reden. Aber du gibst sie so zurück, es wird schon o.k. sein, schließlich gehe ich in ein Theaterspiel. Da läuft es ganz gut, dann ist Pause, sie spielen weiter und plötzlich kommt die Situation auf der Bühne. „Das war’s also. Bitte Abschied zu nehmen, Hans Friedrich Scholl.“ So spricht der Tod, er steht mitten auf der Bühne. Dann gehen sehr viele zu Hans und nehmen von ihm Abschied. „Tun auch sie dergleichen, Sophia Magdalena.“

Und du, lieber Schauspieler, lieber Zuschauer, hast diesen Handschlag auch getan. Irgendwie vergessen, was man sonst noch tun muss und sich auf die Handlung eingelassen, die so weit führt, bis Hans und Sophie Scholl keine Angst mehr vor dem Tod haben und dem, was sie eigentlich tun wollen, nichts mehr im Weg steht.

Mir sagten die Schauspieler mal, hab keine Angst, die oder den einzuladen. Schließlich lässt du das deine Leute im Stück ja selbst sagen. Und jetzt hatten wir keine Angst, das ganze in München noch einmal aufzuführen. Und jetzt am Ende darf es dann auch vorbei sein, sozusagen tot sein unser Stück (- tot aber nicht in einem schlimmen Sinn, überhaupt nicht).

Danke fürs Mitgehen an alle Mitwirkenden und unsere verehrten Zuschauer.

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