Sönke Zankel hat jüngst eine Dissertation zu den Scholl Geschwistern geschrieben und gibt darüber ein Interview im Spiegel. (Danke, Martin, für den Link)
„Hören wir endlich auf, das Bild von Halbgöttern zu zeichnen“
Von den Amphetaminen, wie sie auch die Bodybuilder nehmen, wusste ich schon. Hans Scholl hat mit so etwas an sich selber experimentiert, wohl um die Mehrfachbelastung als Widerständler, Student, Soldat und Lebenskünstler hinzubekommen. Die These, dass beide Schollgeschwister sich wegen beruhigenden Drogen nicht wehrten, ist neu, aber, wie das Interview selbst zugibt, nicht die einzig plausible Geschichte. Meiner Meinung nach war es das Rationalste, bei der Gefangennahme durch den Hausmeister keinen Widerstand zu leisten.
Zankels These zum Namen Weiße Rose ist recht originell:

„Sie benannten sich nach den verbannten Adeligen während der französischen Revolution. Der Name „Weiße Rose“ stand insofern gerade nicht für Demokratie. Erst im Winter 1942/43 dachte zumindest Hans Scholl demokratisch. Dann wurde auch auf die Bezeichnung „Weiße Rose“ verzichtet.“

Es ist nicht anzunehmen, dass die französischen Adeligen die weiße Rose nur in der französischen Revolution als Symbol benutzten (siehe Shakespeare). Ich denke immer noch, dass der Name sich wohl aus dem Brief des Fritz Rook an Lilo Fürst-Ramdohr herleitet, wie wir es ja im Stück andeuten. Dass der Name in den letzten beiden Flugblättern nicht mehr verwendet wird, könnte aber damit zusammenhängen, dass die Widerständler von jener Konnotation etwas erfuhren.

One Response to “Wie Adelige während der Französischen Revolution?”

  1. fangtunsdoch Says:

    Auszug aus dem Gestapo-Verhörprotokoll des Hans Scholl:

    „Zurückkommend auf meine Schrift ‘Die Weiße Rose’ möchte ich auf Befragen, warum ich diesem Flugblatt gerade diese Überschrift gegeben habe, folgendes erklären: Der Name ‘Die Weiße Rose’ ist willkürlich gewählt.
    Ich ging von der Voraussetzung aus, daß in einer schlagkräftigen Propaganda gewisse feste Begriffe da sein müssen, die an und für sich nichts besagen, einen guten Klang haben, hinter denen aber ein Programm steht. Es kann sein, daß ich gefühlsmäßig diesen Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen Romanzen von Brentano ‘Rosa Blanca’ gestanden habe. Zu der ‘Weißen Rose’ der englischen Geschichte bestehen keine Beziehungen.”
    (danke Herrn Knab für das Zitat)


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